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Politically Incorrect Internetplattform gilt nicht als extremistisch

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Die Befürworter der Aufwertung des Themas Homosexualität im Schulunterricht in Baden-Württemberg stehen am Samstag bei einer Kundgebung auf dem Schillerplatz in Stuttgart. Der Entwurf für den Bildungsplan 2015 der grün-roten Regierung wird auf der Internetplattform Politically Incorrect kritisiert. Foto: dpa

Vom Polizisten über Lehrer bis zum Neonazi: Politikverdrossene posten ihre auch extremen Meinungen auf der Diskussionsplattform Politically Incorrect. Eine Momentaufnahme.

Stuttgart - Karl-Heinz, Susann und Wolfgang verbindet ein Geheimnis. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Der eine sorgt sich als Hauptkommissar um die Sicherheit der Baden-Württemberger und wählt die SPD. Die andere ist junge Lehrerin an einem Gymnasium und hat im vergangenen September für die Grünen gestimmt. Und der Letzte träumt als Neonazi von einer anderen Welt. Gemeinsam ist allen: Nahezu täglich klicken sie sich anonym auf die Internetplattform Politically Incorrect (PI). Im Netz wie in der Zeitung wollen sie nicht erkannt werden: „Ich bekäme arge Probleme“, sagt Susann – und die beiden Männer pflichten ihr bei.

Seit November 2004 soll auf PI die politisch inkorrekte Meinung zu Hause sein. Täglich werden hier zahlreiche Informationen zum Thema Islamismus, der angeblichen Islamisierung Europas, zum baden-württembergischen Bildungsplan oder zur Euro-Rettung bereitgestellt. Kritisiert werde, schreiben sich die Betreiber auf die Fahnen, die „politisch korrekte Tabuisierung beziehungsweise Zensierung des Problems durch Politik und Medien“.

Seine Genossen, ist Karl-Heinz überzeugt, „sind nicht mehr das, was sie waren“. Früher, da hätten Kerle wie Helmut Schmidt und Herbert Wehner noch Rückgrat gezeigt. Die Augen vor den Problemen nicht verschlossen, sondern offen angesprochen, was die Gesellschaft bewegt. „Heute sägen wir unseren Kanzlerkandidaten ab und steigen mit der CDU ins Koalitionsbett, weil es gerade in den Machterhalt passt“, sagt der Schutzmann.

Er ist Vater von zwei Töchtern, seit 20 Jahren als Polizist auf der Straße. „Da weißt du, wo der Hase läuft: auf dem Schulhof, hinter den Haustüren. Meine Erfahrung ist: Wir haben ein Problem mit Straftätern, die einen Migrationshintergrund haben. Nur will das keiner hören.“ Doch, schon. Auf PI finden Karl-Heinz, Susann und Wolfgang Tausende, die sich für ihre Meinung interessieren. Vor allem dann, wenn es um den Islam, Schwule und Lesben, den Euro oder den Umgang mit Neonazis geht.

Als am vergangenen Donnerstag in Mühlacker ein Vermieter bei einem Streit einer im achten Monat schwangeren Mieterin in den Bauch trat, kochte die Wut im Internet über. Die Täter waren – wider besseres Wissen – schnell ausgemacht: Türken sollen es für einige PI-Kommentatoren gewesen sein. Die in diesem Zusammenhang auch von „Südländern“ sprechen. „Ich glaube, es müssen mal wieder ein paar Molis geschmissen werden, und zwar auf alles, was dergleichen ist“, fordert einer anonym auf.

Nach zwei Stunden erst ergänzt ein User die Diskussion um einen Artikel aus einer Pforzheimer Lokalzeitung. Dort hatte es geheißen, bei dem Täter habe es sich um „Deutsche mit Migrationshintergrund“ gehandelt. Für etliche PI-Leser identisch mit Moslems: „Wir werden uns auf allen Ebenen wehren müssen“, empfiehlt einer als Konzept für den „verheimlichten Krieg“. Sollte jemand die Adresse „der Tiere kennen“, solle er sie einfach auf der Internetplattform veröffentlichen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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