Unfassbar – Wahnsinn: Kai Brünker (Mitte, mit Gesichtsmaske) hat soeben für Saarbrücken die 1:0-Führung gegen Eintracht Frankfurt erzielt und lässt sich feiern. Foto: Uwe Anspach/dpa

Der „Panzer“ trifft beim 2:0-Achtelfinal-Sieg gegen Eintracht Frankfurt und erklärt: „Das ist unglaublich, einfach geisteskrank.“ Er möchte beim Benefizspiel dabei sein.

Das Saarbrückener Ludwigsparkstadion am Mittwochabend um 19.55 Uhr: Soeben ist die nächste Pokalsensation des Drittligisten perfekt. Nicht glücklich, sondern souverän hat der 1. FC Saarbrücken mit 2:0 (0:0) Eintracht Frankfurt im Achtelfinale aus dem DFB-Pokal rausgeworfen. Der Villinger Kai Brünker traf zum 1:0 in der 64. Minute, war Vorlagengeber später beim 2:0. Er wird zum „Spieler des Abends“ ausgezeichnet.

 

Ein glücklicher Villinger

Der „Panzer“ steht nach dem Schlusspfiff noch relativ gefasst auf dem Platz. Dann strahlt er im Interview bei Sky: „Das ist unglaublich. Das ist schon geisteskrank. Es ist so surreal wie bei unserem Sieg gegen die Bayern. Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft. Wir sind gegen die Eintracht hinten gestanden wie ein Bollwerk.“

Eigentlich müssten zwei Treffer auf Kai Brünker am diesem denkwürdigen Abend gehen. Bereits in der 20. Minute hatte der 29-Jährige ein Tor zum vermeintlichen 1:0 erzielt. Brünkers Teamkollege Kasim Rabihic hatte einen Eckball vor das Frankfurter Tor geschlagen – mit viel Zug an den ersten Pfosten der Eintracht. Die Hessen hatten Brünker offensichtlich nicht auf der Rechnung, der frei aus fünf Metern Distanz einköpfen konnte.

Erst kein Tor – später das 1:0

Doch der Treffer wurde durch den VAR nach Videostudium wieder zurückgenommen. Der Saarbrücker Amine Naifi soll vorher im Strafraum Frankfurts Abwehrspieler Robin Koch am Trikot gezogen haben. „In der Dritten Liga ohne VAR wäre mein Tor in dieser Situation durchgegangen“, erklärte Kai Brünker später.

In der 64. Minute war es aber für den Villinger und seinen 1. FC Saarbrücken soweit: Nach einem Freistoß von Tim Schreiber legt Amine Naifi auf Brünker ab, der aus elf Metern den Ball in halblinker Position in die untere rechte Ecke neben Nationaltorhüter Kevin Trapp „einschweißt“. Die Saarländer lassen weiterhin nur wenig zu und schaffen durch Luca Kerber (78.) – nach Vorarbeit vom „Panzer“ – mit dem 2:0 die Vorentscheidung.

Um 19.55 Uhr erklingen im Ludwigsparkstadion in diesen denkwürdigen Minuten fröhliche Weihnachtslieder. Die Frankfurter sind bedient: „Wir haben den Sieg heute nicht verdient“, so Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche.

Wie Kai Brünker mit seinem Team feiert

Kai Brünker ist einfach nur glücklich: „Ich denke, ich gönne mir heute abend ein paar Bier. Wir haben einige Feierbiester in der Mannschaft. Das ist einfach eine geile Truppe.“

Der Schwarzwälder war in diesem Pokalwettbewerb bereits am 11.August in der ersten Hauptrunde für den 1. FCS der Matchwinner, als er zur 2:1-Entscheidung traf.

Am Samstag haben die Saarbrückener wieder Drittliga-Alltag beim SC Freiburg II. Danach hofft Kai Brünker auf eine spezielle Freigabe seines Trainers Rüdiger Ziehl.

Das Benefizspiel in Villingen

Der Grund: Der Villinger möchte beim Benefizspiel am Sonntag (14.30 Uhr) im Friedengrund beim 08-Allstars-Team gegen den A-Ligisten FC Schönwald auflaufen. Die Erlöse dieses Spiels wird dem vor acht Wochen schwer verletzten Schönwälder Spieler zukommen.

Auch wenn der 1. FC Saarbrücken eine Woche später in der Dritten Liga vor der Winterpause auch noch gegen Regensburg spielt, hofft Brünker auf Grünes Licht für den Sonntag in seiner Heimatstadt. Der Pokalheld hätte es nach diesem fantastischen Pokalabend absolut verdient.