Der Lahrer Vedat Deniz (links) zwingt seinen Gegner Jonny Sanchez in die Knie. Auch in Hamburg blieb Deniz damit unbesiegt. Foto: privat

Der Profiboxer Vedat Deniz war spontan zur Mix-Fight-Gala nach Hamburg gereist. Mental war es ein Kaltstart und die Nervosität war groß.

Die Punktrichter in der Wandsbeker Sporthalle waren sich einig. Im Kampf des Lahrer Boxers Vedat Deniz mit dem Venezolaner Jonny Sanchez votierten am vergangenen Wochenende alle Prüfer für den Sieg des Gastes aus der Ortenau. In der zweiten Runde gelang Deniz ein Niederschlag, den der Venezolaner überstand und zurück in den Kampf fand. In Runde fünf erfolgte ein weiterer Niederschlag, nachdem Deniz sein Gegenüber zur Leber traf. Nach sechs Runden wurde der Lahrer zum Sieger erklärt und hatte weitere Punkte in der Rangliste verbucht. Auch der 17. Kampf in seiner Profilaufbahn war damit ein Sieg. Die Bilanz des 26-Jährigen bleibt makellos.

 

Was im Ring für manch einen Zuschauer allerdings souverän und einfach aussah, nahm Deniz selbst ganz anders wahr. „Ich war sehr passiv und mental nicht auf der Höhe, denn die Fahrt nach Hamburg war sehr spontan und mein Lampenfieber war groß“, gesteht der Lahrer Boxer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Er wollte am 25. Oktober gegen Sanchez kämpfen – und zwar in Leverkusen. „Doch der Promotor aus Leverkusen und der aus Hamburg haben sich wohl verkracht und dann war klar, dass der Kampf nicht mehr in Leverkusen steigen sollte. Ich habe einen Anruf bekommen und bin dann Freitag nach Hamburg und Samstag in den Ring“, erklärt der frisch gebackene Vater.

Mentale Vorbereitung war noch nicht abgeschlossen

Seine Vorbereitung auf das Duell war zu dem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. „Im Boxen gilt die letzte Woche vor einem Kampf als die wichtigste für die Mentalität. In dieser machst du dich vom Kopf her bereit – und das war ich in Hamburg aufgrund der spontanen Verlegung noch nicht“, so Deniz.

Der Lahrer freut sich zwar über den Sieg. „Aber auf den Videos, die mein Bruder vor Ort gemacht hat, sehe ich deutlich meine Fehler, an denen ich nun arbeiten will. Ich hätte deutlich mehr zeigen können“, so der Boxer selbstkritisch.

Neben der spontanen Anreise war auch die Größe der Bühne für Deniz im Kampf eine Hemmschwelle. „In der Halle waren bis zu 2000 Menschen und erstmals war ein Duell von mir auf DAZN zu sehen. Das ist für uns Sportler eine riesige Plattform. Dort schauen dann ja auch noch einmal Tausende zu. Im Ring hatte ich viel Druck und Anspannung und ja auch einen guter Gegner. Jonny Sanchez hat schon für Venezuela bei Olympia gekämpft“, erklärt der Lahrer, der im Weltergewicht gelistet ist.

Nächstes Duell im Ring ist für Januar geplant

Wann für Deniz nun der nächste Kampf ansteht, weiß er selbst noch nicht genau. „Es passiert gerade sehr viel. Zahlreiche Menschen rufen mich an und wollen mich für einen Kampf buchen. Vielleicht bin ich also schon im November wieder im Ring. Geplant habe ich mein nächstes Duell aber erst für Januar“, gibt der Lahrer Einblick in seinen Kalender.

Bis dahin steht nun erst einmal ein Urlaub an – und das Arbeiten an den Schwächen. Denn Vedat Deniz will nach der bislang größten sportlichen Bühne auf die nächste, die dann noch größer sein soll. „Da muss ich dann aber gelassener agieren“, hält er fest.

Zur Person
Vedat Deniz ist ein 26-jähriger Profiboxer aus Lahr. Er gewann bislang alle 17 Profikämpfe. Im September wurde er zudem Vater einer kleinen Tochter. 2024 holte er sich über zwölf Runden gegen Mehmet Altunkaya den Titel der WBU. Auch den Junioren-WM-Gürtel nannte er schon sein Eigen.