Die Geehrten der Feuerwehr-Abteilung Friesenheim (von links): Thorsten Tscheschlog, Klaus Bühler, Werner Bähr, Heiko Seckinger, Timo Tscheschlog, Tobias Schmitt, Fabian Steppacher, Martin Althauser und Wolfgang Jägle. Foto: Bohnert-Seidel

Die Feuerwehr-Abteilung Friesenheim hat so viele Aktive wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Deutlich wurde bei der Hauptversammlung, dass die Mitglieder zwar für neue Strukturen sind, sich aber mehr Unterstützung von der Gemeinde wünschen.

Friesenheim - Die Freiwillige Feuerwehr-Abteilung Friesenheim ist so stark wie schon lange nicht mehr in ihrer 130-jährigen Geschichte. "Vielleicht um 1895 waren es einmal 100 Mitglieder, aber dann nicht mehr", erklärt Abteilungskommandant Fabian Steppacher gegenüber unserer Redaktion. In drei Corona-Jahren hat es 16 Neuzugänge gegeben. Beachtlich sei diese Zahl ohnehin, da sie absolut dem bundesweiten Trend von Rückgängen bei der Feuerwehr entgegenwirkt, lobte Kommandant Thomas Manach bei der Hauptversammlung. Zeiten schwerer Einschnitte lägen hinter der Feuerwehr. Durch Corona gab es tiefe Einschnitte für alles, was die Kameradschaft ausmache. Dennoch sei gerade die Friesenheimer Feuerwehr gestärkt aus der Coronakrise hervorgegangen.

Großer Befürworter der neuen Alarm-Ausrücke-Ordnung ist Abteilungskommandant Fabian Steppacher. "Dass sie umgesetzt wurde, war richtig und höchste Zeit", so Steppacher. Die dadurch neu geschaffene Tageinheit sei ein Erfolg. "Hierdurch ist auch zu kritischen Zeiten, wenn alle berufstätig sind, die Alarmbereitschaft sichergestellt", so Steppacher und bemerkte weiter: "In dieser Einheit, die aus allen tagesverfügbaren Mitgliedern der gesamten Feuerwehr Friesenheim besteht, sieht man wie Zusammenarbeit aussehen kann. Egal aus welcher Abteilung man kommt." Die zusätzlich eingeführten B-Dienste, als Bereitschaftsdienst seien für die Feuerwehr ein Gewinn bei der Abwicklung von Einsätzen.

Leider habe der Gemeinderat in der vergangenen Haushaltsberatung ein passendes Fahrzeug für diesen Bereitschaftsdienst abgelehnt. Diese Form der Bereitschaft sei jedoch ein Standard bei Feuerwehren von einer Größe wie Friesenheim. Bei der neuen Alarm-Ausrücke-Ordnung spiele auch die Akzeptanz und Bereitschaft für etwas Neues eine große Rolle. "Leider gab oder gibt es diese nicht bei jedem in der Feuerwehr", stellte Steppacher fest. Dies sei glücklicherweise nur ein geringer Teil. Schließlich sei es Aufgabe im Alarmfall, dem Geschädigten unverzüglich Hilfe zu leisten. Persönliche Befindlichkeiten sollten hinten angestellt werden, merkte Steppacher an. Seine Abteilung hat er zu 100 Prozent hinter sich.

Feuerwehrhaus ist zu klein

54 Aktive bedeute auch, dass das Feuerwehrhaus zu klein ist. Eigentlich hatte der Friesenheimer Gemeinderat bereits für das Haushaltsjahr 2021 Gelder für die Planung eines Anbaus in den Haushalt gestellt. Bis heute sei es nicht zur Umsetzung gekommen, monierte die Wehr. Zu den fehlenden Lagerplätzen für Einsatzmaterial kämen noch die beengten Platzprobleme im Umkleideraum hinzu. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Eindringlich richtete Steppacher einmal mehr einen Appell an Bürgermeister Erik Weide und den Gemeinderat. Aus Schuttern komme ebenfalls ein Platzproblem. "Wir reden bei beiden Einheiten von zwei Millionen Euro", erklärte Bürgermeister Weide. Zwangsläufig müsse über einen neuen Feuerwehrbedarfsplan gesprochen werden. Überlegt werden müsse, ob nach wie vor fünf Abteilungen passen. Locker dürften so in den nächsten Jahren zwei Millionen Euro Ausgaben anstehen. Zur Alarm-Ausrücke-Ordnung betonte auch Bürgermeister Weide: "Ich bin überzeugt, dass es in die richtige Richtung geht. Es waren schwere Zeiten für mich als Bürgermeister, aber auch für die Ortsvorsteher." Weide warb um Offenheit für Veränderungen. "Nur das bringt uns wirklich vorwärts." Dass sich vor allem die Friesenheimer Abteilung sehr offen zeigt, betonte auch der Kommandant: "Aus Friesenheim kommen für alle neuen Themen ausschließlich positive Rückmeldungen, Rückhalt und Unterstützung. Genau das bringt die Feuerwehr weiter."

Ehrung

Für 40 Jahre Zugehörigkeit wurde Wolfgang Jägle geehrt.

Seit 30 Jahre aktiv dabei sind Klaus Bühler, Armin Witt und Martin Althauser. Für 20 Jahre Mitgliederschaft wurden Werner Bähr, Christian Huber, Fabian Steppacher, Thorsten Tscheschlog und Christian Erb gewürdigt. Seit 15 Jahre aktiv dabei ist Timo Tscheschlog. Weitere Ehrungen erhielten Tobias Schmitt (zehn Jahre Jugendarbeit) und Heiko Seckinger (20 Jahre Jugendarbeit, 25 Jahre Zugehörigkeit). In die Altersabteilung willkommen geheißen wurde Hans-Jörg Erb.