Wird die Kernzeitbetreuung künftig im Obergeschoss der Grundschule Binsdorf untergebracht? Der Ortschaftsrat baut weiterhin auf einen gemeinsamen Standort mit Erlaheim. Foto: Volker Schweizer

Weil sich die Schülerzahlen fast verdoppeln, geht an der Grundschule in Binsdorf der Platz aus. Wichtig ist den Ortschaftsräten, dass die Kinder weiter vor Ort unterrichtet werden.

In Binsdorf wird’s eng: Die Außenstelle der Geislinger Grundschule platzt schon bald aus allen Nähten. Aktuell drücken 53 Kinder aus Binsdorf und Erlaheim gemeinsam die Schulbank, in sechs Jahren werden es wohl über 90 sein.

 

Detaillierte Zahlen und Handlungsoptionen wurden dem Gemeinderat schon vor der Sommerpause vorgestellt, am Montag waren die Ortschaftsräte in Binsdorf an der Reihe. Hauptamtsleiter Christian Volk hatte dazu viele Grafiken mitgebracht – und die untermauerten eindrucksvoll, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Option Eins ist der Favorit der Binsdorfer Ortschaftsräte

So steigt schon im Schuljahr 2026/27 die Zahl der Kinder auf 62 an, ein Jahr später werden es wohl an die 80 sein. Die Klassenteiler für die Kombiklassen werden überschritten, was neue Klassenzimmer erforderlich macht. 2028/29 gehen, so die Prognose, schon 83 Kinder in Binsdorf zur Schule, 2029/30 88 und 2030/31 genau 91.

Um der Platznot Herr zu werden, ist als erste Option, die auch die Binsdorfer favorisieren, angedacht, das Gebäude in der Hinteren Gasse 13 umzubauen. Ins Erdgeschoss soll ein weiteres Klassenzimmer kommen, ins Obergeschoss die Kernzeitbetreuung.

Durch die Entfernung einer Zwischenwand eines Klassenzimmers könnte zudem ein größerer Raum geschaffen werden. Zusätzlich kämen ab dem Schuljahr 2027/28 Container hinter die Schulturnhalle. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 324 000 Euro.

Bei Option Zwei gehen die Kinder in Geislingen künftig zur Schule

Die zweite Option sieht vor, dass die Erlaheimer Kinder künftig in Geislingen zur Schule gehen.

Damit es in Binsdorf trotzdem nicht zu eng wird, soll auch hier die Zwischenwand weichen und die Kernzeitbetreuung verlagert werden – allerdings nicht ins Dachgeschoss, das bliebe ungenutzt.

Die Aufwendungen werden auf 90 000 Euro geschätzt. Allerdings bräuchte man für das Schuljahr 2027/28 noch einen Container.

Die aktuellen Erkenntnisse fördern eine dritte Option zu Tage

Neu ist die dritte Option für 238 000 Euro. Denn mittlerweile steht fest, dass im Schuljahr 2027/28 der Klassenteiler ein weiteres Klassenzimmer erfordert, und auch dafür soll das Gebäude in der Hinteren Gasse herhalten.

Die Erlaheimer würden in Geislingen unterrichtet, die Planung sieht weiterhin den Abbruch der Zwischenwand und den Umzug der Kernzeitbetreuung ins Dachgeschoss vor.

Eltern warnen vor zu vollen Schulbussen nach Geislingen

Die betroffenen Eltern in Erlaheim sind in die Pläne schon eingeweiht. „Der Überlegung, ihre Kinder künftig in Geislingen zu unterrichten, verschließen sie sich nicht“, berichtete der Hauptamtsleiter aus der jüngsten Infoveranstaltung. Allerdings hätten sie vor zu vollen Bussen gewarnt.

Befürchtungen, in den Containern müsse man im Winter frieren und im Sommer schwitzen, nahm Christian Volk den Wind aus den Segeln. Da habe sich in der Zwischenzeit viel getan, „die sind sehr gut gedämmt“.

Auch in Erlaheim bestimmt das Thema Schule die Agenda

Ortschafts- und Gemeinderat Hans-Jürgen Weger machte sich stark dafür, dass die Kinder aus Binsdorf und Erlaheim auch weiterhin in Binsdorf unterrichtet werden: „Sie passen einfach gut zusammen, weil sie sich schon aus dem Kindergarten kennen.“

„Und wir festigen mit dieser Lösung auch den Schulstandort“, ergänzte Ortsvorsteher Andreas Bonaus. Deshalb sprachen sich die Ortschaftsräte eindeutig für die erste Variante aus. Sollten die Nachbarn die Kinder an den Hauptstandort nach Geislingen schicken wollen, will der Ortschaftsrat Variante drei umgesetzt haben.

„So wäre es möglich, in eigene Gebäude zu investieren und den Platzbedarf im Schuljahr 2027/28 zu decken“, resümierte Bonaus. Er versicherte, er werde in der Sache aber noch so schnell wie möglich mit seinem Amtskollegen Steffen Welte reden – denn schon am Donnerstag ist in Erlaheim die Schule das bestimmende Thema.