Die ersten Schritte sind gemach: Wenn alles klappt, könnte der Mötzinger Festplatz künftig bebaut werden – allerdings nur für einen speziellen Zweck.
Konkret geht es beim vorgesehenen Bebauungsplan auf der Fläche des bisherigen Festplatzes um den Mötzinger Obst- und Gartenbauverein (OGV) und den Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Oberes Gäu (DRK). „Wir müssen hier zunächst die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen“, erklärte Bürgermeister Benjamin Finis mit Blick auf die angedachten Bauvorhaben der beiden Institutionen.
Dem DRK reicht der Platzschon heute nicht mehr
So hatte sich der OGV bereits vor mehreren Jahren mit dem Wunsch an die Gemeinde gewandt, ein eigenes Vereinsgebäude errichten zu dürfen. Dieses soll zur Lagerung der vereinseigenen Gerätschaften sowie zur Durchführung von Schulungen und sonstigen Vereinsaktivitäten genutzt werden.
Der zunächst ins Auge gefasste Standort im Bereich der alten Kläranlage erwies sich jedoch als ungeeignet. Bei der Suche nach alternative Flächen auf dem Gemeindegebiet geriet ein Areal im oberen Bereich des Festplatzes zwischen Kreisstraße und Sportplatz in den Fokus, wo eine Realisierung denkbar ist.
DRK hat schon jetzt zu wenig Platz
Wie Bürgermeister Finis mitteilte, gebe es noch „einen weiteren Interessenten, der einen Neubau realisieren möchte“. So sei das DRK ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Standort, nachdem die derzeit genutzten Flächen in der Vollmaringer Straße schon heute nicht mehr ausreichen und Einsatzfahrzeuge ausgelagert werden mussten. Aus Sicht des DRK stelle sich insbesondere der untere Bereich des Festplatzes als geeigneter Standort dar.
Für die Realisierung eines Neubaus ist das DRK jedoch auf die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Gemeinden im Oberen Gäu angewiesen. Entsprechende Abstimmungsgespräche zwischen den beteiligten Gäugemeinden laufen bereits, so der Rathauschef, werden aber sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Notwendigkeit eines Festplatzes hinterfragt
Im Zuge der Standortfragen von OGV und DRK hat die Verwaltung die künftige Notwendigkeit und Nutzung des Festplatzes insgesamt hinterfragt. Dabei habe man festgestellt, dass für die Durchführung von Festen und Veranstaltungen geeignete Alternativflächen zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund erscheine es sinnvoll, so Benjamin Finis, den Festplatz für Vereinszwecke weiterzuentwickeln, anstatt ihn exklusiv für einige wenige Veranstaltungen vorzuhalten, die im Schnitt nur alle zwei Jahre stattfinden.
Konkretem Bedarfzeitnah Reichnung tragen
Mit Blick auf die bereits vorhandenen Vereinsstrukturen in direkter Nachbarschaft biete sich der Standort für eine Bündelung der Vereinsinfrastruktur an, ist man im Rathaus überzeugt. Allerdings sollen die bestehenden Vereinsliegenschaften im Außenbereich ganz bewusst nicht Teil des Bebauungsplanes werden.
Unabhängig vom zeitlichen Horizont des DRK-Vorhabens schlug die Verwaltung dem Gemeinderat in dieser Woche vor, die planungsrechtliche Bebaubarkeit des Festplatzes voranzutreiben. Denn so könne dem konkreten Bedarf des Obst- und Gartenbauvereins zeitnah Rechnung getragen und zugleich dessen wichtige Arbeit für den Erhalt und die Pflege der heimischen Obstwiesen gewürdigt werden.
Dieses Ansinnen wurde im Gemeinderat einstimmig beschieden. „Ich bin froh, dass wir jetzt endlich so weit sind und da in Vorleistung gehen“, betonte MLi-Rat Egon Stoll, während Regina Brenner (SPD) deutlich machte, „es ist jetzt Zeit, dass der OGV weiß, woran er ist“.