Eigeninitiative wird großgeschrieben: Jugendliche gestalten ihre Räume und bringen neue Ideen wie Padel-Feld oder Strecke im Natursportpark ein. Die Gemeinde hört zu.
Den Jugendclub im früheren Vereinsheim des FC Königsfeld besichtigte der Jugendbeirat. Bürgermeister Fritz Link erläuterte Haushaltsposten, die Jüngere betreffen.
Laut dem Jugendbeauftragten Johannes Menton sind 18-Jährige und aufwärts Zielgruppe des Jugendclubs und dazu aufgerufen, die Organisation von Festen oder Vermietungen weitgehend selbstständig durchzuführen. Die Räume können nach Absprache mit dem Club für private Feiern genutzt werden, so Link.
Sie krempeln die Ärmel hoch
Menton zeigte auch einen zweiten Raum, den Jugendliche gestalteten. Bei Erneuerungen legten sie immer wieder Hand an, für die Musikanlage legten sie Geld zusammen. Man freue sich über Eigeninitiative, die aber mit Menton abgesprochen werden sollte, so Link. Vorschläge zur Angebotsgestaltung seien immer willkommen. Alles stehe und falle mit denen, die sich einbringen.
Menton berichtete vom Jugendkeller im Rathaus für 14- bis 18-Jährige, der meist Donnerstag und Freitag öffnet, Dart, Tischkicker und andere Spielmöglichkeiten bietet. Beide Einrichtungen kosten die Gemeinde im nächsten Jahr 59 000 Euro.
Beim Haushalt zeigte Link auf, dass die Gemeinde für Grundschulen jährlich insgesamt 600 000 Euro aufwendet, für Kindergarten gar 1,8 Millionen Euro, wobei schon Zuschüsse von einer Million abgezogen sind.
Freibadticket könnte teurer werden
Die Jugendarbeit von Vereinen fördere man mit Kopfpauschale, die für Jugendliche doppelt so hoch sei wie für Ältere. Jedes Jahr kritisch diskutiert werde das Freibad, dessen Betrieb 2026 fast eine Viertelmillion Euro kostet. Die Gemeinde stehe aber dazu. Man überlege, den Eintrittspreis zu erhöhen, der aber sozial verträglich sein müsse.
Bei 44 000 Euro liegt das Budget der Sporthalle im Kernort, 41 000 Euro kostet der Unterhalt von Natursportpark, Minigolf und Downhill-Parcours. Zu letzterem gab es den Antrag Jugendlicher auf Erweiterung. Allerdings gibt es laut Menton vom Forst die Maßgabe kurzer Verweildauer, was gegen Sitzbänke spricht, und Mülleimer würden Tiere anziehen. Eine Rampe sei ganz schwierig, weil man kein Fremdholz einbringen dürfe. Schon eher machbar wäre eine weitere Strecke. Genehmigungen durch den Forst seien aber schwierig, Anwohner vom Parkverkehr nicht begeistert, so Link. Eine Arbeitsgruppe soll Möglichkeiten erörtern. Laut Stefan Giesel ist die Strecke auch bei Auswärtigen sehr beliebt, ebenso wie der Discgolf-Parcours.
Padel-Feld auf der Wunschliste
Jugendbeirätin Lilli Leithold brachte die Idee ein, beim Tennisplatz statt des Beachtennis- ein Padel-Feld anzulegen. Diese Sportart ist nach Meinung von Giesel „auf jeden Fall spannender als Beachtennis“. Die Gemeinde sei immer offen, habe aber erst vor fünf Jahren die Tennisanlage samt Beach-Tennisfeld errichtet. Wenn der Verein bereit sei und Sponsoren finde, werde man nicht Nein sagen.
Zuletzt lud Giesel zum Besuch der gut mit Büchern und CDs bestückten Gemeindebibliothek ein. Zudem warb er für einen Besuch von Gemeinderatssitzungen, um dort direkt Wünsche vorzubringen.