Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) fordert Horber Statements, um das Planungsdesaster auf dem Hohenberg vielleicht abwenden zu können. Das sagen ahg, Bäcker Saur und Horb Aktiv.
Die von Bundesverkehrsministerium durchgedrückte Planung für die Umfahrung Hohenberg sorgen nicht nur in der Politik für Entsetzen. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) plädiert dafür, die Horber Stimme zu hören. Hier sind sie – von zwei Geschäftsleuten, die direkt an der betroffenen Straße liegen. Und von Horb Aktiv – dem Handel- und Gewerbeverein.
Hans-Peter Saur, Senior der gleichnamigen Bäckerei auf dem Hohenberg: „Diese Planung ist doch völlig absurd. Sie schneidet die Bewohner des Hohenberg komplett vom Gewerbegebiet ab. Wer zu unserem Erlebniscafé will, muss im Zweifelsfall über den Marktkauf-Parkplatz fahren.“ Die Produktion der Saurs für die 16 Filialen liegt auf der anderen Seite der betroffenen Straße.
Welches Chaos kann die Baustelle auslösen?
Der Bäckermeister: „Hat eigentlich schon einmal jemand darüber nachgedacht, ob diese Baustelle für die Mitbenutzungstrasse überhaupt funktionieren wird? Wie sollen die Fahrzeuge hinter der Hochbrücke nach Freudenstadt weiterkommen, wenn der Trog gebaggert wird? Macht man dann doch eine Umfahrung am Hahner oder leitet man die Fahrzeuge vorher von der Hochbrücke ab und führt sie über Rexingen Richtung Freudenstadt?“
Saur befürchtet auch dramatische Folgen für den Handel auf dem Hohenberg: „Wenn wir drei oder vier Jahre so vom Verkehr abgeschnitten sind, ist die Frage: Wie lange bleiben die Geschäfte noch erhalten? Da werden definitiv Kunden wegbleiben. Die Frage ist, wie lange sich die Zentralen der Filialisten sich so etwas anschauen, ehe sie den Stecker ziehen. Das hätte fatale Folgen für den Einkaufsstandort Horb.“
Rexingens Ortsvorsteher Mario Kamphoff hatte schon bei der Vorstellung der neuesten Pläne durch das RP Karlsruhe gewarnt: „Rexingen darf nicht schon wieder Umleitungs-Opfer werden.“
Das sagt das Autohaus ahg – es liegt direkt am zukünftigen Trog
Bernd Gall ist Filialleiter Vertrieb und Leiter Region Mitte im Autohaus ahg. Er sagt: „Für uns als ahg ist die Planung absolut inakzeptabel.“
Der Leiter des Autohauses direkt an der betroffenen Straße (u.a. BMW, Mini, Peugeot, Range Rover): „Es erschließt sich mir nicht, wie man auf das Konzept kommen kann, die Einfahrt zur Bildechinger Steige von der B 28 aus zu schließen. Solch eine Planung geht aus meiner Sicht an der Realität vorbei und macht keinen Sinn. Das Verkehrsaufkommen durch deutlich stärker bewohnte Bereiche des Hohenbergs würde massiv ansteigen. Man denke an alle Betriebe in diesem Bereich, aber auch auf dem Areal der ehemaligen Kaserne, wo zudem die derzeitige Wohnbebauung zu einer Zunahme des Verkehrs führen dürfte.“
Auch Gall warnt vor der Baustelle
Sowohl die Zufahrt zu unserer Alphartis Unternehmenszentrale in der Geschwister-Scholl-Straße wie auch zu unseren ahg Betrieben in der Weberstraße wäre erheblich erschwert. Eine Baustelle direkt vor unserer „Haustür“ über mehrere Jahre hinweg wäre für uns extrem geschäftsschädigend. Die seitliche Stützmauer der Troglösung direkt an unser Autohaus angrenzend würde jegliche Sichtbarkeit unseres Fahrzeugangebotes verhindern.“
Horb Aktiv hatte Sperrung gefordert – das sagt City-Manager Kreidler jetzt
Der Horber Handel- und Gewerbeverein Horb Aktiv hatte einen Verkehrsplaner beauftragt. Der schlug im Gemeinderat Horb vor, die Bildechinger Steige für Autofahrer zu sperren. Allerdings nicht an der Umfahrung Hohenberg.
City-Manager Thomas Kreidler: „Der Ansatz von Andreas Weber von der Planungsgruppe SSW aus Ludwigsburg ist hier ein völlig anderer. Bei seinem Vorschlag geht es um Verkehrslenkung und die Entlastung der Altstadt.
Es ist bekannt, dass ein Großteil der Fahrzeuge, welche über die Bildechinger Steige am Unteren Markt ankommen, dann durch die Gutermannstraße und Innenstadt weiterfahren. Viele der Verkehrsteilnehmer leben auch nicht auf dem Hohenberg sondern kommen von auswärts und nutzen die Straße mehr als Schleichweg. Führt man diese Verkehre nach der Fertigstellung der Hochbrücke über die Stuttgarter Straße, wäre die Altstadt im Bereich Unterer Markt und Marktplatz deutlich entlastet und die Zufahrt über die Gutermannstraße und Altheimer Straße in die Altstadt immer problemlos möglich.“
Bei der Umfahrung Hohenberg positioniert sich auch der City-Manager ganz klar gegen den „Behördenirrsinn“, wie es Horbs OB Rosenberger bezeichnet hatte.
Kreidler: „Eine Sperrung der Bildechinger Steige ab der Einmündung bei Aral wäre in erster Linie für den Hohenberg fatal. Einen Großteil des Verkehrs über die Verbindung Steigle abzuwickeln, wird nicht funktionieren. Eine Teilschließung der Bildechinger Steige wäre – beginnend beim letzten Wohnhaus in Richtung Hohenberg bis zur ersten Einmündung in die Kreuzerstraße, nur gut 200 Meter lang. Auch wäre im Gegensatz zum Vorschlag des Bundes die Bildechinger Steige für den ÖPNV, Fahrradverkehr und natürlich auch alle Rettungskräfte befahrbar.“