Vier Sportprojekte, fast fünf Millionen Euro Kosten: Bad Dürrheim setzt auf Bundesförderung – doch angesichts des Haushaltslochs wächst auch die Skepsis.
Als kleines Stück vom großen Glück möchte auch die Kurstadt von der „Sportmilliarde“ der Bundesregierung profitieren. Das wurde jüngst auch in der Gemeinderatssitzung klar.
Aber: Packt die Kommune mit einem derzeit großen Haushaltsloch für 2026, das es zu stopfen gilt, denn tatsächlich noch weitere Vorhaben? Und welche Sportstätten Bad Dürrheims haben denn eine Sanierung besonders nötig?
Das Förderprogramm ist bereit. Vier Anträge liegen in der Schublade der Stadtkämmerei – man wäre dankbar, hieß es in der Sitzung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Jonathan Berggötz, wenn man „das einfach so einreichen könne“.
Die ins Auge gefassten Projekte
Und das sind die vier Kandidaten, die für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ eingereicht werden sollen:
– die Sanierung der Salinensporthalle (2026/2027)
– die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz am Sportplatz Hochemmingen (2026/2027)
– die Sanierung der Oskar-Grießhaber-Halle (2027/2028)
– die Erneuerung des Kunstrasenplatzes Bad Dürrheim (2029/2030)
Ein klarer Fall: Die Umsetzung aller vier Maßnahmen soll nur dann erfolgen, wenn auch tatsächlich Förderzusagen des Bundes erteilt werden.
Der Zeitplan steht schon fest: Bis Mitte Januar müssen die Projektskizzen im so genannten Interessenbekundungsverfahren eingereicht sein, bis voraussichtlich Ende Februar soll der Bundestag dann schon beschließen.
Gute Gründe für jedes Projekt
Worum es im Einzelnen geht, legte die Stadtverwaltung kurz dar. So soll die Salinensporthalle – nach über 30 Jahren intensiver Nutzung baulich und technisch erheblich zerschlissen – im KfW70-Standard saniert werden, um langfristig die Betriebskosten zu reduzieren. Ein Kunstrasenplatz in Hochemmingen könnte dort die Nutzbarkeit erhöhen und Pflegekosten senken – die beiden Naturrasenplätze werden intensiv benutzt und sind witterungsbedingt teilweise nur eingeschränkt nutzbar – ein Dilemma, da dort gleich mehrere Spielgemeinschaften aktiv sind.
In der 70 Jahre alten Oskar-Grießhaber-Halle werden die baulichen Mängel immer größer, eine umfassende Sanierung steht an – auch hier gerne gleich im KfW70-Standard. Und der Kunstrasenplatz am Sportplatz Bad Dürrheim sei nach zwölf Jahren intensiver Nutzung abgenutzt.
Das wären die Kosten
Für alle vier Maßnahmen stehen eigentlich Gesamtkosten von rund 4,9 Millionen Euro unter dem Strich. Profitiert man, wie geplant, von der Sportmilliarde des Bundes, würden daraus dank 75-Prozent-Förderung rund 1,2 Millionen Euro Eigenanteil für Bad Dürrheim.
„Die Priorität liegt ganz klar auf der Salinensporthalle“, stellte Berggötz klar und hofft, seine Stadt könnte als so genannte „finanzschwache Kommune“ vielleicht ein besonders gutes Eisen im Feuer haben – „aber eigentlich gibt es in Baden-Württemberg ja gefühlt keine finanzschwachen Kommunen mehr“, sagte er mit mattem Lächeln und Blick auf das zu bewältigende Haushaltsdefizit in Bad Dürrheim einerseits, zahlreiche viel ärmere Kommunen bundesweit andererseits.
Die Christdemokratin Barbara Fink aber zeigte sich trotzdem besorgt: „Wenn wir den Zuschlag bekommen, müssen wir es aber auch machen“, gab sie zu bedenken. Das bedeute trotzdem noch einen erklecklichen Eigenanteil für Bad Dürrheim. Ein Horn, in das kurz zuvor auch die Freidemokratin Andrea Kanold im Zuge der Haushaltsberatungen geblasen hatte: „Wir sagen immer, wir bekommen Fördergelder, also machen wir’s“, dieses Gebaren aber habe Bad Dürrheim, „dahin gebracht, wo wir jetzt sind“.