Begegnungsverkehr zwischen Radfahrern und Fußgängern birgt Gefahrenpotenziale. Foto: /Angela Baum

Im März 2023 geht die Planung für den Radschnellweg Rottenburg-Tübingen ins fünfte Jahr – zwei Jahre dauerte die Entwicklungsplanung, ein Jahr die Genehmigungsplanung.

„Wir versuchen, das Ganze zu beschleunigen“, erklärte Claudia Eggert vom Referat 44 des Regierungspräsidiums Tübingen kürzlich im Gemeinderat Rottenburg. Man sei sich im Regierungspräsidium bewusst, dass insbesondere die Landwirte viel hinnehmen müssen, sagte die Planerin auf Einwände von Landwirten.

So etwa von Volkmar Raidt (FaiR) aus Kiebingen, welches stark von den Planungen betroffen ist. Der Flächenverbrauch sei sehr hoch, „und damit verlieren die Landwirte wieder Flächen.“ Klar, man brauche einen Radweg, „aber ich lasse das mit mir nicht machen“, betonte Raidt. Man könne nicht über Bedenken, etwa des Ortschaftsrates, einfach hinwegplanen.

Bereits versiegelte Flächen verwenden

Kiebingens Ortsvorsteher Thomas Stopper gab zu bedenken, dass auch vorhandene Wege oder Straßen verwendet werden könnten – genauso wie Ortsdurchfahrten. „Man sollte bereits versiegelte Flächen verwenden“, so Stopper.

Evi Geiger (CDU) fragte: „Wann reden Sie mit Kiebingen?“ Evi Geiger erklärte, dass gerade in der Arthur-Junghansstraße und der Zufahrt zum Gewerbegebiet die Anforderungen an einen sicheren Radschnellweg nicht gegeben seien.

Jörg Bischof (Grüne) betonte, dass man sich nun darauf verlasse, dass eine Beteiligung stattfindet. Noch sei kein Zug abgefahren. Der Radschnellweg sei sehr wichtig, auch und gerade für Menschen, „die mit dem Rad große Strecken zurücklegen.“ Alle im Gemeinderat hätten sich zum Radschnellweg bekannt. Als gut bewertete Bischof die Variante, einen Begleitweg entlang der B 28 zu nutzen. Konfliktpotenzial sei zwar da, werde aber entschärft.

Sabine Kracht (Grüne) meinte zur Gegenüberstellung der Planungsvarianten 1 und 2b, dass es wichtig sei, „das Neckartal besser zu schützen.“ Man habe ein Herz für die Kiebinger, „aber auch für die Kiebitze.“

Claudia Eggert und Sina Hauber stellten die Planungen vor – es war notwendig geworden, da täglich über 2000 Radfahrten zwischen Tübingen und Rottenburg stattfinden. Daher sei der neue Radschnellweg auch der Tatsache geschuldet, dass die Achse Rottenburg/Tübingen wichtig für den Alltagsradverkehr sei. Geboten wird eine sichere Befahrbarkeit, nicht zuletzt auch die Knotenpunkte seien dann komfortabel befahrbar. Die Breite soll zwischen drei und vier Metern betragen, so sei laut Eggert „störungsfreies Nebeneinanderfahren“ gewährleistet. Steigungen betragen maximal sechs Prozent, und die Belagsqualität wird hoch sein.