Im Lackendorfer Kindergarten sind eine Regelgruppe (25 Kinder) und eine Krippengruppe (zehn Kinder) untergebracht. Foto: Weisser

Landauf landab ist die angespannte Kindergartensituation ein Dauerthema. Auch in Dunningen zerbrechen sich Verwaltung und die politischen Gremien darüber die Köpfe.

Dunningen-Lackendorf - Mit der Kindergartenbedarfsplanung 2023/2024 hat sich am Montagabend vorab der Lackendorfer Ortschaftsrat beschäftigt. Im Gemeinderat steht dieses Thema in zwei Wochen auf der Tagesordnung. Die Ratsmitglieder billigten die geplanten Maßnahmen der Verwaltung.

In Seedorf können nicht mehr alle Kinder untergebracht werden

Bisher habe man sich in der Lage befunden, in der man den Eltern fast alle Wünsche erfüllen konnte, sagte Bürgermeister Peter Schumacher. Doch in Seedorf hätten nunmehr nicht alle Kinder im Ort untergebracht werden können.

Entspannung bei den benötigten Kindergartenplätzen brächten die insgesamt 40 Plätze in den beiden Waldkindergärten Dunningen und Seedorf, betonte der Schultes. Mit diesen zwei Gruppen ("Wir brauchen sie dringend") könnte dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt in der Gesamtgemeinde voraussichtlich entsprochen werden. Er sei zuversichtlich, dass die beiden Waldkindergartengruppen angenommen würden, auch wenn man anfangs vielleicht nur mit vier bis fünf Kindern starten werde. Das Konzept überzeuge ihn jedenfalls.

Bei den Kindern unter drei Jahren reiche der aktuelle sichtliche Bedarf ebenfalls aus. Doch auch im Krippenbereich herrsche Handlungsbedarf, machte Schumacher deutlich. In Anbetracht der errechneten hohen Investitionssumme für einen neuen Kindergarten in Seedorf (11,8 Millionen Euro) müsse man nach Alternativen suchen. Interessant sei die Überlegung, den bisherigen Bestand zu sanieren. Das betreffe vorrangig das alte Kindergartengebäude in Seedorf, stellte der Bürgermeister fest.

Blick auf den Bestand

Er blickte dabei Richtung Ortschaftsrat Volker Haag, der zuvor beim Wort "Bestand" sofort geschmunzelt hatte und unzweifelhaft erkennen ließ, dass er dabei auch an das Lackendorfer Schulgebäude dachte. Der Ortschaftsrat Lackendorf wisse schon, dass der Kindergarten in Seedorf Priorität habe, bekräftigte Ortvorsteher Hermann Hirt. Wichtig sei, "dass wir alle Räumlichkeiten nutzen, die wir haben".

Räume womöglich in Firmengebäuden?

Haag wies ausdrücklich darauf hin, dass man die Nutzung von Bestandsgebäuden nicht auf einen Ortsteil beschränken sollte. Ein außergewöhnlicher, nicht uninteressanter Vorschlag kam von Ratsmitglied Christian Stemplinger. Er regte an ("ohne zu wissen, ob es rechtlich möglich ist"), bei Firmen nachzufragen, ob sie eventuell bereit wären – einzeln oder im Verbund – Räumlichkeiten für einen Kindergarten zur Verfügung zu stellen.

Für das Personal müsste die Gemeinde sorgen. Nur für größere Firmen käme dies wohl in Betracht, vermutete Haag und fragte in die Runde: "Wie groß sind die Firmen in der Gemeinde Dunningen?" Laut Stemplinger wäre ein Kindergarten ein Aushängeschild für ein Unternehmen und ein Vorteil bei der Suche nach Arbeitskräften. Falls dann dort aber auswärtige Kinder untergebracht würden, brächte das die Gemeinde nicht weiter, schränkte der Schultes ein. Prüfen wolle er diese Anregung, ein Versuch sei es wert, versprach Schumacher.