Dass die Feuerwehrabteilungen Lautlingen und Laufen sich künftig ein Feuerwehrhaus auf Gemarkung Lautlingen teilen sollen, hat die Stadt schon länger geplant. Nun will sie aber auch die Abteilung Margrethausen dazulegen. Wehrleute wollen daher austreten.
Von neun Stadtteilen mit neun Kirchtürmen, die er 2007 vorgefunden habe, hatte Stadtbrandmeister Michael Adam in seiner Abschiedsrede Anfang März gesprochen.
Inzwischen ist der zweite neue Oberbürgermeister und ein neuer Stadtbrandmeister im Amt: Roland Tralmer und Thomas Daus haben freilich nicht mehr die finanziellen Spielräume wie ihre Vorgänger und müssen daher Synergieeffekte schaffen.
Die völlig veralteten und zu kleinen Feuerwehrhäuser in Lautlingen und Laufen durch ein neues, größeres und gemeinsames am Ortsende von Lautlingen Richtung Laufen zu ersetzen, war bisher der Plan. Am Montag, 7. April, geht es aber nicht nur in den Ortschaftsräten Laufen und Lautlingen, sondern auch in Margrethausen um das gemeinsame Gebäude, das auf städtischem Grundstück stehen soll.
Wie unsere Redaktion erfahren hat, soll der Unmut in den Abteilungen Margrethausen und Laufen groß sein: Im Kloster-Stadtteil sollen 26 von 31 aktiven Feuerwehrleuten bei einer Versammlung am vergangenen Wochenende erklärt haben, dass sie austreten würden, sollten sie künftig von Lautlingen aus ausrücken müssen. In Laufen wollen dem Vernehmen nach alle gehen. Bestätigt hat das bisher freilich niemand – die Kommandanten waren für unsere Redaktion nicht zu erreichen.
Die Vorteile eines gemeinsamen Magazins, die Oberbürgermeister Roland Tralmer am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz erläutert, sieht die Stadt freilich nicht nur bei den Kosten. Würden die drei Feuerwehrhäuser, die nicht den DIN-Normen entsprechen, die bauliche und technische Defizite haben und bei denen es im Einsatzfall Probleme beim Aus- und Einfahren gibt, in den jeweiligen Stadtteilen selbst ersetzt, lägen die Gesamtkosten bei 7,8 Millionen Euro – Eigenleistungen und Fördermittel nicht eingerechnet. Einen Übungshof hätte dann keines der Magazine. In Lautlingen hätte das Magazin 460 Quadratmeter Fläche und 20 Parkplätze, in Laufen 375 Quadratmeter und 14 Parkplätze und in Margrethausen 395 Quadratmeter und 20 Parkplätze.
Niedrigere Kosten und doch mehr Platz
Würden Lautlingen und Laufen in einem Gebäude vereint, lägen die Kosten bei 4,3 Millionen Euro ohne Eigenleistung und Fördermittel. 700 Quadratmeter groß wäre das Magazin – plus Übungshof und 34 Parkplätzen. Die Abteilung Margrethausen zusätzlich integriert, könnte für sechs Millionen Euro Gesamtkosten – Eigenleistung und Fördermittel nicht eingerechnet – ein 880 Quadratmeter großes Gebäude mit 54 Parkplätzen und Übungshof entstehen. Außerdem entstünden maximale Synergieeffekte, wie aus der Präsentation hervorgeht, die Tralmer und der neue Stadtbrandmeister Thomas Daus am Freitag vorlegten.
Die Nutzungskosten – auf den Lebenszyklus der Gebäude berechnet – sprechen ebenfalls Bände: Bei drei Neubauten lägen sie bei 41,6 Millionen Euro, beim Kombi-Magazin Laufen-Lautingen bei 22,9 Millionen Euro und bei der Lösung für drei Abteilungen bei 32 Millionen Euro.
Tagesverfügbarkeit ist nicht überall gegeben
Egal wie sich die Ortschaftsräte und danach der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. April, entscheiden – eines steht dabei fest: Die Abteilungen sollen nicht zusammengelegt werden, sondern selbstständig erhalten bleiben und ihre eigenen Abteilungskommandanten behalten. Dass die Abteilung Laufen aktuell auf Unterstützung aus Lautlingen angewiesen ist, ist der Tagesverfügbarkeit geschuldet.
Beispiel Sauldorf: Wie Zusammenlegung gelingt
In Sauldorf
südlich von Meßkirch hat die Feuerwehr für sechs Ortsteile zwei Feuerwehrhäuser: Aus Krumbach werden Bietingen und Boll, 1,3 und 2,5 Kilometer entfernt, mitversorgt, im 6,1 Kilometer entfernten Kernort Sauldorf steht das Feuerwehrhaus, das auch Bichtlingen – drei Kilometer entfernt – und Rast, 1,5 Kilometer weiter, versorgt.
Aktive
zählt die Gesamtwehr 112 Feuerwehrleute, davon 65 am Standort Sauldorf, verteilt auf die Abteilungen Sauldorf mit 21, Rast mit 18 und Wasser mit 25 Aktiven, und 47 am Standort Krumbach mit den Abteilungen Boll (21), Krumbach (13) und Bietingen (12).
Die Abteilungen
sind erhalten geblieben, die Fachbereiche aber neu geordnet worden. In die neuen, zentral und verkehrsgünstig gelegenen Gebäude nach technisch aktuellem Stand und mit Übungshof sind zudem die Bauhöfe und je ein Versammlungsraum integriert.