Im Juni 2024 kam es erneut zu Überflutungen in der Ortsmitte von Mühringen. (Archivfoto) Foto: Florian Ganswind

Schlaflose Nächte, große Schäden und viel Frust: Seit vielen Jahrzehnten kämpfen die Menschen in Horb-Mühringen immer wieder gegen Hochwasser. Doch nun will die Stadt den Bürgern den Plan zum Hochwasserschutz vorstellen.

Es ist noch nicht so lange her, dass die Ortsmitte von Mühringen wieder einmal überflutet wurde. Erneut lagen die Nerven der Anwohner blank. „Wie lange müssen wir noch auf den versprochenen Hochwasserschutz warten“, äußerte ein verärgerter Bürger.

 

Kommt jetzt endlich der Durchbruch? Die Stadt Horb lädt alle interessierten Bürger des Stadtteils Mühringen zur Bürgerinformation zum Thema Hochwasserschutz ein.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 31. Oktober, um 18 Uhr in der Turnhalle Mühringen, Spielstraße 6, statt. Im Rahmen der Veranstaltung wird die aktuelle Planungsvariante für den Hochwasserschutz Mühringen vorgestellt, die in den vergangenen Jahren aus einer Reihe von zu untersuchenden Varianten entwickelt wurde.

Wer wird alles dabei sein?

Vertreter der Stadt Horb, des beauftragten Ingenieurbüros Heberle, des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie des Landratsamts Freudenstadt werden vor Ort sein, um den Stand der Planungen zu erläutern, Fragen zu beantworten und das weitere Vorgehen zu erörtern. Alle Interessierten sind eingeladen, sich zu informieren und aktiv in den Dialog einzubringen.

In den vergangenen Jahren wurde Mühringen mehrfach von schweren Hochwasserereignissen heimgesucht, die erhebliche Schäden an Gebäuden und Sachwerten verursachten. „Besonders drei 100-jährige Hochwasser unterstreichen die Dringlichkeit wirksamer Schutzmaßnahmen“, schreibt die Stadt Horb in einer Pressemitteilung.

Das Land ist für den Hochwasserschutz zuständig

Die Eyach ist ein Gewässer erster Ordnung, weshalb für den Hochwasserschutz das Land Baden-Württemberg zuständig ist, vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe.

Da die zuständigen Referate des Regierungspräsidiums Karlsruhe vorrangig mit Hochwasserschutzmaßnahmen entlang des Rheins befasst sind, habe das Regierungspräsidium nach eigenen Angaben eine parallele Planung für die Eyach nicht vornehmen können, schreibt die Stadt Horb.

Planungen gestalten sich laut Stadt anspruchsvoll

Daher hat die Stadt Horb dem Land angeboten, die Planungen für den Hochwasserschutz in Mühringen ersatzweise zu übernehmen. Im November 2018 wurde eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Land Baden-Württemberg geschlossen, die eine Kostenteilung von 30 Prozent Stadt und 70 Prozent Land vorsieht.

Ein Jahrhunderthochwasser musste Mühringen 2013 verkraften. Foto: Florian Ganswind

Das Ingenieurbüro Heberle, das mit den Planungen beauftragt wurde, hat seither nach Angaben der Stadt Horb verschiedene Varianten entwickelt. Aufgrund der engen Bebauung und der Nähe zur Bahntrasse der Hohenzollerischen Landesbahn gestalteten sich die bisherigen Planungen jedoch technisch anspruchsvoll.

Stadt hat den Mühlkanal erworben

„Ein wichtiger Fortschritt“ konnte laut Stadtverwaltung zwischenzeitlich durch den Erwerb des Mühlkanals durch die Stadt Horb erreicht werden, so dass dieser nun in den Hochwasserschutz integriert werden kann.

Zudem wurde die alte Wehranlage in diesem Jahr abgebaut, was beim vergangenen Starkregen bereits zu einem deutlich verbesserten Wasserabfluss und somit einem erhöhten Schutz der angrenzenden Grundstücke sowie der Ortsmitte geführt habe.