Ein erster Entwurf: Der ehemalige Minigolfplatz in Bad Teinach soll zum Generationen-Aktiv-Park werden. Foto: Geideck

Es ist ein Wunsch der Bürger: Aus dem ehemaligen Minigolfplatz in Bad Teinach wird ein Generationen-Aktiv-Park – mit Boule-Feldern, Bewegungsparcours und Kleinkindbereich. Günstig wird das allerdings nicht: Kosten in sechsstelliger Höhe stehen im Raum.

Bad Teinach-Zavelstein - Bad Teinach könnte bald um eine Attraktion reicher sein: Aus dem inzwischen geschlossenen Minigolfplatz soll ein Park mit Freizeitmöglichkeiten für alle Altersklassen werden. Die Werkgruppe Grün aus Beinberg stellte dem Gemeinderat von Bad Teinach-Zavelstein nun einen ersten Entwurf für diesen sogenannten Generationen-Aktiv-Park vor. Allerdings unterstrich Bürgermeister Markus Wendel (parteilos) vor dem Gremium, dass dies noch nicht der Weisheit letzter Schluss sei: "Wir wollen heute mal anfangen, darüber zu sprechen. Und zwar völlig ergebnisoffen."

Bürger äußern Wunsch

Dass der ehemalige Minigolfplatz in solch einen Park umgewandelt wird, ist ein Wunsch der Bürger, die dies im Rahmen des Projektes "Unser Dorf hat Zukunft" deutlich machten. Diesen Wunsch nun in die Tat umzusetzen, ist jedoch eine Herausforderung. Wendel: "Das Grundstück ist nicht ganz einfach – aufgrund der Topographie und der natürlichen Tatsache, dass es von der Sonne verschont wird."

Planer Volker Häußler von der Werkgruppe Grün nannte den ehemaligen Minigolfplatz "ein schönes Stück Bad Teinach". Mit dem Generationen-Aktiv-Park soll der Tourismus gestärkt werden, aber vor allem auch die Einwohner einen Nutzen haben. Das Areal habe "einen schönen Baumbestand", doch auch Häußler sprach die schwierige Topographie mit einem Höhenunterschied von fünf bis sechs Metern innerhalb des Geländes an. Mit schweren Baugerät könne man dort somit nicht hantieren, was dafür spreche, die bestehende Mauerstruktur zu erhalten.

Generationen verbinden

Ein Kernelement des Generationen-Aktiv-Parks sollen zwei Boule-Felder werden. Eines davon mit offiziellen Wettkampfmaßen von 15 mal vier Metern, dazu ein kleineres mit neun mal drei Metern. Dazu sollen drei Kletter- und Balancierparcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angelegt werden. Hinzu kommt ein barrierefrei zugänglicher Kleinkindspielbereich. Die Idee: Verschiedene Generationen sollen in dem Park zusammenkommen.

In den Plan integriert ist auch ein Imbiss im Eingangsbereich. Ein verpachteter Kiosk wird es aber wohl nicht werden, sondern nur ein Getränkeautomat. Der Grund: Ein WC soll der Generationen-Aktiv-Park laut Wendel aus Kostengründen nicht bekommen, weshalb auch ein gastronomischer Betrieb nicht realisierbar sei. Der Bürgermeister sagt aber auch: "Mal sehen, wie sich das entwickelt."

Bei den Gemeinderäten kam dieser erste Entwurf gut an. Silvia Seyfried lobte: "Schöne Ideen. Ich könnte mir aber auch eine Tischtennisplatte vorstellen." Gundolf Greule merkte an: "Mich beeindruckt, dass dieser Entwurf wenig spektakulär ist." Mit einfachen Mitteln würden kreative Lösungen gefunden. Er wünsche sich jedoch einen Brunnen für den Park. "Wasser kommt in Bad Teinach ja aus jedem Berg", erinnerte Greule. Eine weitere Idee hatte Maik Jackson mit einer Barfuß-Strecke: "Das wird immer gut angenommen."

Frage nach Finanzierbarkeit

Natürlich ist da auch noch das liebe Geld. Verena Großmann warf ein: "Ich finde gut, was da entstehen könnte. Was davon aber finanzierbar ist, ist das Nächste." Andrea Mast brachte die Idee ins Spiel, Firmen mit ins Boot zu nehmen, die dann in den einzelnen Bereichen als Sponsoren auftreten. Aus Sicht der Rätin gelte für den Bau des Generationen-Aktiv-Parks schließlich: "Das ist keine öffentliche Aufgabe." Hier widersprach Bürgermeister Wendel jedoch: "Das ist keine Pflichtaufgabe, das stimmt. Aber es steigert die Lebensqualität der Bevölkerung. Und das ist dann schon ein bisschen unsere Aufgabe."

Was der Generationen-Aktiv-Park kosten wird, steht noch nicht fest. Zumindest eine Prognose wagte Wendel aber und sprach von Baukosten in einem "nicht fünf-, sondern sechsstelligen Euro-Bereich". In der nächsten Planungsstufe werden nun die Anregungen aus dem Gemeinderat aufgenommen und dem Gremium anschließend präsentiert. "Dann auch mit einer vorsichtigen Kostenschätzung", formulierte der Bürgermeister. Ende Sommer 2022 wolle die Stadt einen Förderantrag für den Bau des Parks stellen. Wendel: "Wo das dann reinpasst, werden wir sehen." Ganz konkret wolle man den Bau des Parks schließlich in den Haushaltsplan von 2023 aufnehmen.