So könnte man sich im Lahrer Stadtbauamt die künftige Breitmattenschule vorstellen. Es handelt sich dabei aber noch nicht um eine fertige Planung. (Visualisierung) Foto: Stadtverwaltung Lahr

Dank der Förderzusage des Landes hält die Stadt Lahr den Bau der Breitmattenschule nun für machbar. Man habe „Grund zur Freude“, sagte OB Markus Ibert dazu am Montagabend im Gemeinderat.

Die Vorlage für den Gemeinderat war schon recht konkret. Demnach sind in Kuhbach auf der Wiese neben dem Wohnmobilstellplatz zwei Baukörper geplant: ein dreigeschossiges, längliches Schulgebäude, daneben die Schulsporthalle. In der Mitte des Ensembles in L-Form soll ein Spielplatz entstehen, während hinter der Halle ein Platz für Streetsoccer vorgesehen ist.

 

Die Visualisierung der künftigen Schule zeigt einen kompakten Baukörper in Modulbauweise, dem schlanke Säulen ein filigranes Aussehen geben. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine fertige Planung, wie die Stadt betont. Vielmehr gehe es darum, einen ersten Eindruck zu vermitteln, wie das Gebäude aussehen könnte.

Vor wenigen Monaten war es undenkbar erschienen, dass zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt irgendwelche Pläne für die künftige Breitmattenschule vorgelegt werden. Denn Ende Mai hatte die Stadt, wie berichtet, Alarm geschlagen: Lahr werde den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen nicht erfüllen können, da man nicht das Geld habe, um bestehende Schulen umzubauen sowie die Breitmattenschule neu zu errichten.

Hintergrund ist, dass ab dem Schuljahr 2026/27 jeder Erstklässler einen Anspruch auf ganztägige Förderung hat. In den Folgejahren wird der Anspruch um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Doch dieser Rechtsanspruch lässt sich für die Kommunen nicht so einfach umsetzen, denn dazu braucht es an den Schulen zusätzliche Räume zum Spielen, für die Hausaufgaben und das Mittagessen. Das alles kostet Geld, über das Lahr nicht verfügt.

Ende September kam dann aber die erlösende Nachricht aus Stuttgart: Das Land stockt die Förderung für den Ganztagsausbau auf – damit kann Lahr seine Pläne in dem Bereich wohl doch umsetzen.

Die Hebel-Schule und die Schule Mietersheim sollen einen Anbau erhalten

„Die Welt sieht ein Stückweit anders aus“, sagte Ibert dazu in der Ratssitzung. „Wir sind optimistisch, dass wir es hinkriegen“, obwohl der Förderbescheid noch nicht eingetroffen sei, meinte auch Senja Dewes, die Amtsleiterin für Soziales, Schulen und Sport. Wenn man mehr wisse, werde man mit den Eltern und den Schulleitungen über das pädagogische Konzept für die Ganztagsschule sprechen, kündigte sie an. Ansonsten fasste Dewes sich kurz und verwies stattdessen auf die ausführliche Präsentation im Online-Ratsinformationssystem der Stadt.

Auch Barbara Bundschuh, die Schulamtsdirektorin des Staatlichen Schulamts Offenburg, äußerte sich zuversichtlich. Der Ganztagsbetrieb werde für die Eltern kostenfrei sein.

Die Breitmattenschule im Lahrer Osten wird gebraucht, da die Reichenbacher Schul-Außenstelle in Kuhbach und die Geroldseckerschule nicht für eine ganztägige Betreuung erweitert werden können. Im Westen der Stadt soll indes die Johann-Peter-Hebel-Schule fit für den Ganztagsbetrieb gemacht werden. Geplant ist hier ein zweigeschossiger Neubau südlich der bestehenden Schule. Er sei nötig, da im bestehenden Gebäude keine zusätzlichen Plätze geschaffen werden können, informiert die Stadt. Ziel ist, hier 77 zusätzliche Betreuungsplätze zu erhalten.

Ähnliche Pläne gibt es für die Grundschule Mietersheim – dort sollen mit einem Neubau 30 zusätzliche Ganztagesplätze geschaffen werden. Das zweigeschossige Gebäude soll auf dem Parkplatz oberhalb des bestehenden Schulgebäudes errichtet werden. Sowohl bei der Hebel- als auch bei der Mietersheimer Schule sind Neubauten in Modulbauweise geplant, die unabhängig von den Bestandsgebäuden sind. Deshalb soll der Schulbetrieb während der Bauphase dort weiterlaufen können.

Eine Beschlussfassung des Gemeinderats zu dem Thema war am Montag nicht vorgesehen – denn es seien noch viele Details zu klären, so Dewes. Es ging vielmehr darum, den Ratskollegen einen Überblick zu verschaffen, auch über die Finanzierung. Eine Aufnahme der einzelnen Vorhaben in die städtische Finanzplanung ist im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2025 indes noch nötig und steht unter dem Vorbehalt der vollständigen Bewilligung der beantragten Zuschüsse, wie die Stadt informiert.

Mit diesen Kosten plant die Stadt

Neubau der Breitmattenschule:
Kosten 13,87 Millionen Euro, Zuschüsse 7,26 Millionen Euro

Erweiterung der Johann-Peter-Hebel-Schule:
Kosten 7,39 Millionen Euro, Zuschüsse 4,84 Millionen Euro

Erweiterung der Grundschule Mietersheim:
Kosten 2,16 Millionen Euro, Zuschüsse 1,38 Millionen Euro

Erweiterung der Eichrodtschule:
Kosten 4,31 Millionen Euro, Zuschüsse 744 500 Euro

Die Stadt rechnet somit mit Investitionskosten von 27,7 Millionen Euro, wobei von Bund und Land Zuschüsse von 14,2 Millionen Euro fließen sollen. Bereits im städtischen Haushalt veranschlagt sind Investitionskosten von 11,5 Millionen Euro und 1,8 Millionen Euro Zuschüsse. Der zusätzliche Finanzbedarf beträgt somit 3,8 Millionen Euro.