Zug der Hohenzollerischen Landesbahn zwischen Zimmern und Bisingen, unterwegs Richtung Sigmaringen. Foto: Kauffmann

Die Pläne des Zweckverbands Regionalstadtbahn Neckar-Alb sind schon recht konkret. Sie sehen weitere Stationen für die Kirchspielgemeinde vor und ziehen die Reaktivierung des ehemaligen Zollerbahnhofs in Betracht. Einen Zeitplan gibt es aber nicht.

Die Regionalstadtbahn beschreibt die schöne, neue Bahn-Welt, von der auch das Kirchspiel profitieren soll. Geplant ist dabei unter anderem, die Zollernalb-Bahn zwischen Tübingen und Albstadt-Ebingen zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren. Allerdings: Konkrete Termine stehen nicht fest. Bei den Entscheidungsprozessen konnten auch die Bürger ihre Ideen mit einer digitalen „Beteiligungskarte“ einbringen. In dieser Karte beschreibt auch der Zweckverband Regionalstadtbahn Neckar-Alb wie der Ausbau konkret aussehen könnte. Ein Überblick:

 

Bahnhof Zimmern/Wessingen „Für die Ortsteile Wessingen und Zimmern der Gemeinde soll zur Verbesserung der Zugänglichkeit zum öffentlichen Schienenverkehr eine neue Station entstehen“, heißt es. Die neue Bahnsteiganlage werde barrierefrei an das Fußwegenetz angeschlossen. Laut Karte ist der neue Bahnhof nach der Bahnbrücke Richtung Zimmern zwischen Dorfstraße und Tübinger Straße angedacht.

Bahnof Bisingen Für den Bisinger Bahnhof sind zwei „Kombinationsbahnsteige“ vorgesehen. Dazu werden die bestehenden Bahnsteiganlagen umgebaut und verlängert. Diese Form der Bahnsteige soll den barrierefreien Einstieg in Züge verschiedener Höhen ermöglichen. Ziel ist, dass in Bisingen sowohl Züge des Regionalverkehrs halten, ebenso wie Regionalstadtbahnen und Stadtbahnen (Linie S1 Tübingen-Albstadt-Onstmettingen). Die Lage der Bahnsteige bleibt weitgehend gleich.

Ein Bürger meint zum Bisinger Bahnhof: „Die bescheuerte Treppe muss durch eine barrierefreie Unterführung ersetzt werden.“ Tatsächlich ist die Treppe in alles andere als einem guten Zustand. Dass eine Lösung dafür her muss, ist auch bei einer Gemeinderatssitzung deutlich geworden. Die Verwaltung will die Treppe in einem ersten Schritt ertüchtigen. Eine wirklich gute Lösung könnte aus praktischerweise erzielt werden, wenn die Bahnanlagen im Zuge der Regionalstadtbahn-Pläne ohnehin zur Baustelle werden.

Bahnhof Steinhofen Der neue Bahnhof soll Steinhofen samt Schulzentrum besser an die öffentlichen Verkehrsmittel anschließen. Theoretisch könnten Schüler am Bahnhof Zimmern/Wessingen einsteigen und mit Zwischenhalt in Bisingen die Realschule erreichen. Auch für die Steinhofener könnte Bahnfahren damit künftig attraktiver werden, doch sie müssen erstmal den Berg hinauf.

Ein Anwohner merkte an, dass die bestehende Strecke, etwa auf Höhe der Steinwiesenstraße, zu nahe an den Wohnhäusern entlang führe. Er befürchtet, dass dort die Erde samt Schienen in Richtung Wohnbebauung ins Rutschen kommen könnten.

Reaktivierter Zollerbahnhof In direkter Nachbarschaft zu Bisingen sind weitere neue Bahnhöfe „Hechingen Süd“ in der Nähe der Domäne und auf Höhe Hechingen-Stetten angedacht. Der Bahnhof Engstlatt soll erneuert werden.

Möglicherweise wird die Reaktivierung des Zollerbahnhofs bei Wessingen in Betracht gezogen, falls die Station Hechingen-Süd mit Blick auf die komplizierte Topographie nicht machbar wäre.

So geht’s weiter Die Hinweise der Bürger werden vom Planungsteam des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb ausgewertet. Die Rückmeldung wird direkt auf der Online-Karte gegeben. Insbesondere für den Bereich Bisingen sind nicht überbordend viele Meldungen eingegangen.

Das Projekt

Unklarer Ablauf
 Auch wenn die Ideen des Zweckverbands Regionalstadtbahn Neckar-Alb recht konkret sind: Einen konkreten Zeitplan gibt es nach wie vor nicht, insbesondere für den Abschnitt zwischen Tübingen und Albstadt-Ebingen. Die Entwicklung der Strecke dürfte sich lange Zeit hinziehen. Mit schnellen Ergebnissen ist nicht zu rechnen. Der Zweckverband Regionalstadtbahn drückt es so aus: „Aber die Regional-Stadtbahn kommt Schritt für Schritt.“

2,1 Milliarden Euro
 Insgesamt werden für die Baumaßnahmen der Regional-Stadtbahn insgesamt Baukosten in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro und zusätzlich rund 400 Millionen Euro Planungskosten veranschlagt. Dies sind die Zahlen von 2021. Das Projekt Regionalstadtbahn Neckar-Alb betrifft neben dem Zollernalbkreis weitere Strecken in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen.