Wo könnten in Nagold großflächige Solaranlagen entstehen? Der Regionalverband hält an drei Nagolder Standorten fest. Und der Gemeinderat an seinen Bedenken.
Teil zwei der Anhörungen ist eingeläutet. In diesen Tagen befassten sich Nagolds Gemeinderäte mit dem überarbeiteten Teilregionalplan Solarenergie des Regionalverbands.
Speziell zu den Gebieten, die sich auf Nagolder Gemarkung befinden, ist die Stadt Nagold zum zweiten Mal dazu aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben.
Die wird letztlich schnell formuliert sein. Denn der Gemeinderat folgte dem Anliegen der Stadtverwaltung: Und so hält Nagold alle bereits bei der ersten Anhörung geäußerten Bedenken aufrecht. Das liegt auch daran, dass sich an der Nagold betreffenden Plankulisse nicht wirklich viel verändert hat.
Drei Flächen sieht die Fortschreibung des Teilregionalplans zur Solarenergie in Nagold vor. Besonders umstritten sind die Flächen auf den Höhen von Mindersbach, in der Nähe des Sportplatzes. Die Fläche mit dem Titel „PC14“ wurde leicht verkleinert, umfasst aber immer noch satte 22,6 Hektar (statt 23,9) und ist damit die drittgrößte Fläche im gesamten Nordschwarzwald. Das Gebiet liegt südlich des Sportplatzes und erstreckt sich entlang der Rotfelder Straße und weiter in Richtung Osten.
Weitere Fläche mit 15,2 Hektar
Auch die zweite Fläche „PC15“ ist in der Nähe verortet – sie liegt östlich von „PC14“, grenzt aber nicht direkt daran an, und liegt zumindest in der Luftlinie auch nah an Pfrondorf und dem Wäldchen oberhalb der Stöckachhalde. „PC15“ umfasst weiterhin 15,2 Hektar. Gebiet Nummer drei ist „PC19“. Dabei handelt es sich um eine 7,2 Hektar auf Haiterbacher und Nagolder Gemarkung, auf der Höhe über Gündringen.
Sowohl im Technischen Ausschuss als auch im Nagolder Gemeinderat wurden die Regionalpläne intensiv beraten. Dennoch entschied man sich dazu, die bisherigen Stellungnahmen aufrecht zu halten. Zudem soll eine Einschätzung des Arbeitskreises FOKUM dem Regionalverband eingesandt werden.
Stadt spricht von Paradigmenwechsel
„Am Ende entscheidet der Regionalverband“, machte Nagolds OB Jürgen Großmann im Gemeinderat zur weiteren Vorgehensweise deutlich. Für die Stadtverwaltung bringe der überarbeitete Plan aber keine neuen Erkenntnisse. „Wir empfehlen weiterhin, die großflächige Photovoltaik in Mindersbach nicht zu machen. Und deshalb halten wir unseren alten Beschluss aufrecht.“
Also alles beim Alten? Nicht ganz: Im Gegensatz zum früheren Plan, hat sich für die zweite Runde eine durchaus bedeutsame Veränderung ergeben. Von einem „Paradigmenwechsel“ war aufseiten der Stadtverwaltung die Rede. So handelt es sich bei den Flächen nur noch um so genannte „Vorbehaltsgebiete“ und nicht mehr um „Vorranggebiete“.
Bei einem Vorranggebiet wäre eine andere Nutzung quasi ausgeschlossen gewesen. Stadtplanungsamtsleiter Ralf Fuhrländer erläuterte das so: „Da könnten wir eigentlich gar nichts machen.“ Bei Vorbehaltsgebieten sieht die Rechtslage anders aus. „Da haben wir es in der Hand“, so Fuhrländer, zum Beispiel mit einem Bebauungsplan, den letztlich der Gemeinderat beschließt.
Auch Nagolds OB bestätigte, sollte der Regionalverband den ablehnenden Stellungnahmen von Stadt und Ortschaftsrat nicht folgen, bestünde dennoch kein Zwang, die Solarflächen zu realisieren. „Sie haben das dann weiter in der Hand. Sie können das also entspannt angehen.“