Die Summe, die die Stadt Calw für das Krankenhausareal zahlen soll, wurde unlängst öffentlich. Bezahlt hat die Stadt aber noch nichts. Sie wartet noch auf die Förderzusage des Landes.
Der Umzug der Calwer Klinik auf den Gesundheitscampus steht kurz bevor. Das alte Krankenhaus steht also bald leer.
Die Stadt hat für dieses Areal eigene Pläne. Oberbürgermeister Florian Kling machte im Oktober öffentlich, dass Calw dieses Gelände kaufen werde. Und zwar vom Landkreis, dem das alte Krankenhaus noch gehört. Kling nannte damals auf Nachfrage keine Kaufsumme. Der Vertrag sei noch nicht unterschrieben, bis dahin sei Stillschweigen vereinbart worden.
Ohne Förderung kann sich die Stadt das Areal nicht leisten
Nun nannte Landrat Helmut Riegger in der jüngsten Kreistagssitzung doch die Summe, auf die sich Kreis und Stadt geeinigt habe: 9 050 000 Euro.
OB Kling bestätigt das auf Nachfrage. Der Preis beruhe auf einem Gutachten. Allerdings sei der Vertrag immer noch nicht unterschrieben. Denn die Stadt warte noch darauf, dass das vom Gemeinderat beschlossene Sanierungsgebiet durch das Land gefördert werde. Ohne diese Gelder aus der Städtebauförderung könne sich die Stadt den Kauf nicht leisten, erklärt Kling. Und auch die Folgekosten nicht, so der OB weiter. Allein die Abrisskosten taxierte er auf bis zu sieben Millionen Euro. Dazu komme noch die Straßenneuordnung in dem Gebiet, die ebenfalls Geld koste.
Ideenwettbewerb für eine kommende Wohnbebauung
Auf dem alten Krankenhausareal soll Wohnbebauung entstehen. Hier will die Stadt Architekten zu einem Ideenwettbewerb auffordern. Ein paar der alten Gebäude bleiben stehen, auch aus Denkmalschutzgründen. Dazu gehören der alte Kindergarten sowie das Ärztehaus. Auch das Parkhaus muss möglicherweise bleiben. Laut Bauamtsleiter Andreas Quentin müsse die Stadt prüfen, wie wichtig der Bau für die Hangstabilität ist. Das Schwesternwohnheim wird aber wohl abgerissen, ebenso das alte Krankenhaus.
Wie die Wohnbebauung auf dem vier Hektar großen Areal im Detail gestaltet wird, ist noch unklar. Die Stadt steht am Anfang eines Planungsprozesses.
Die städtebauliche Konzeption soll im Ideenwettbewerb entstehen. Der Gemeinderat muss einen Bebauungsplan aufstellen. Und die Stadt muss das Grundstück ja auch erst noch kaufen.
Oliver Höfle (GfC) bereitete im Bauausschuss das Vorhaben trotz der möglichen Förderung von 60 Prozent Sorgen. Denn den Rest müsse die Stadt finanzieren. Und die habe kein Geld. Kämmerer Klaus Reichert entgegnete, dass die Stadt mit dem Projekt kein Verlust machen werde.
Sorge um die Finanzierbarkeit
OB sieht eine große Chance für die Stadt
Das sieht auch OB Kling so. Man werde letztlich bei einer „schwarzen Null“ landen, prognostiziert er. Und Kling wurde im Oktober nicht müde, zu betonen, welch große Chance die Entwicklung des Areals für die Stadt sei. Das Gebiet sei Innenstadt nah, der ZOB fußläufig erreichbar. „Wir schaffen Wohnraum, stärken die Innenstadt und verwandeln eine Brache in einen neuen Lebensraum“, so Kling. Außerdem verhindere man, dass das alte Krankenhaus zu einem Lost Place werde. Doch bei aller Euphorie trat der OB auf die Bremse: „Die Entwicklung dieses besonderen Areals wird uns über Jahre fordern“.