Bei Waldkindergärten spielen die Kinder draußen und erkunden die Natur – das ganze Jahr über. Foto: @ Cagkan - stock.adobe.com/Cagkan Sayin

Die Stadtverwaltung Calw möchte bei Alzenberg einen Waldkindergarten einrichten, der durch einen Trägerverein betrieben wird. Bei einem Infoabend kommende Woche soll Näheres besprochen werden. Wir geben vorab Einblick in den Stand des Projektes.

Bislang gibt es nur einen im Calwer Stadtgebiet. Vielleicht sind es in absehbarer zwei. Die Rede ist von Waldkindergärten. Der bislang einzige befindet sich zwischen Stammheim und Holzbronn gelegen, nahe des Hofs Lindach. Der zweite könnte nahe Alzenberg sein Zuhause finden.

 

Am kommenden Mittwoch, 24. Januar, bietet die Stadtverwaltung nun ab 18 Uhr einen Infoabend zum Thema in der Ortsverwaltung Altburg an. Eingeladen sind interessierte Eltern, insbesondere jene, die sich auch gerne engagieren würden.

Persönliche, von den Eltern getragene Betreuungssituation

Denn „bei dieser besonderen Betreuungsform gestalten die Eltern oft selbst mit und nehmen die Umsetzung in die eigenen Hände“, heißt es in der Einladung.

Zudem zeichnet diese Betreuungsform aus, dass die Kinder „den ganzen Tag im Freien sein und die Natur mit allen Sinnen intensiv erleben“.

„Das besondere am Waldkindergarten ist oft auch die persönliche und von den Eltern getragene Betreuungssituation“, erklärt Oberbürgermeister Florian Kling dazu auf Anfrage unserer Redaktion. „Es würde uns sehr freuen, wie damals in Stammheim einen Verein bei diesem Projekt zu begleiten.“

Projekt steckt noch in den Kinderschuhen

Damit Interessierte einen Eindruck davon bekommen, wie das funktioniert, wird beim Infoabend auch Uwe Becker dabei sein, der Vorsitzende des Trägervereins des Waldkindergartens bei Stammheim, um von seinen Erfahrungen zu berichten.

Sollte es keinen Verein geben, müsste sich die Stadt „überlegen, ob auch ein Waldkindergarten unter städtischer Trägerschaft vorstellbar ist“, erklärt Kling. Das hänge von den Ressourcen der Stadt ab und müsste auch in die Personalplanung einfließen. „Es ist grundsätzlich aber vorstellbar“, meint der Oberbürgermeister.

Generell stecke das Projekt aber ohnehin noch in den Kinderschuhen. Die Infoveranstaltung kommende Woche soll nun den Auftakt der eigentlichen Planungen darstellen – insbesondere, „weil das Konzept (die Idee) idealerweise mit den Beteiligten und Eltern umgesetzt werden soll“, führt Kling aus.

Nur wenige Infrastruktur nötig

Daher sei momentan auch der Standort noch nicht final festgelegt, es gebe lediglich Überlegungen. Aktuell würden zwei Stellen am Höhenring sowie einer östlich von Alzenberg in Betracht kommen.

Zwar gebe es auch einige andere Standorte in Altburg und Umgebung, vorerst stehe aber Alzenberg ganz oben auf der Liste. „Das liegt sowohl an der Anfahrtsituation für westliche Stadtteile aber auch, weil dort bereits ein Wald mit guter Erholungs- und Freizeitfunktion vorliegt, die ideal wäre“, erklärt der Oberbürgermeister.

An Infrastruktur brauche es indes nicht allzu viel, um einen Waldkindergarten einzurichten: „Platz im Freien, Platz im Wald, Wetterschutz/Schutzhütte/Wagen und Toiletten“, zählt Kling auf.

Plan reift bereits seit einiger Zeit

Wie viele Kinder dann dort betreut werden könnten, hänge wiederum vom Konzept ab, das es noch zu erarbeiten gelte, sowie vom Platz und dem zu schaffenden Wetterschutz. Kling vermutet aber, dass es eine Kindergartengruppe werden könnte.

Der Plan, einen weiteren Waldkindergarten zu schaffen, reift bei der Stadt bereits seit einiger Zeit. Schon im Sommer 2022 hatte der Oberbürgermeister bekanntgegeben, dass der zuständige Förster nach möglichen Standorten Ausschau halte, zunächst im Bereich zwischen Hirsau und Altburg.

Infoveranstaltung

Die Stadtverwaltung
lädt alle Eltern, die sich für einen Waldkindergarten interessieren, zur Infoveranstaltung am Mittwoch, 24. Januar, ab 18 Uhr in der Ortsverwaltung Altburg ein – insbesondere solche, die daran interessiert sind, Verantwortung zu übernehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, zur besseren Planung wird jedoch um kurze Mitteilung bis Montag, 22. Januar, unter Telefon 07051/5 90 91 oder E-Mail vschroeder@calw.de gebeten. Bei der Veranstaltung will die Verwaltung über den derzeitigen Planungsstand informieren, unter anderem über die notwendige Infrastruktur sowie rechtliche, organisatorische und pädagogische Fragen.