Wenn Francesco Vulpiani nicht in einem Wettbewerb Pizza backt, kocht er Pizza und Pasta in der Vulpiani Pastabar. Foto: Ulrich

Francesco Vulpiani aus Rottweil stellt sich einer Herausforderung außerhalb seiner Küche bei der Pizza Europa Liga 2026. Er erzählt von seinen Erfahrungen.

Francesco Vulpiani ist in Rottweil kein Unbekannter. Mit seiner stets breitem Grinsen, guter Laune und einem lockeren Spruch versorgt er in seiner gleichnamigen Pastabar in der Hochmaiengasse täglich Schüler in der Mittagspause sowie seine Gäste am Abend mit Pasta und Pizza.

 

Nun hat Vulpiani seine Koch- und Pizza-Backkünste auch außerhalb von Rottweil unter Beweis gestellt: Bei der Pizza Europa Liga 2026 in Stuttgart nahm er erstmals an einem Wettbewerb teil. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt er, dass dies seine erste Teilnahme an einer solchen Veranstaltung gewesen sei.

Die Erfahrung sei für ihn überwältigend gewesen, vor allem mit Blick darauf, dass er erst seit etwa einem Jahr Pizza mache. Beim Wettbewerb, bei dem Pizzaioli (Pizzabäcker) aus ganz Europa gegeneinander antreten, bereitete er eine Pizza zu, die er auch in seiner Pastabar anbietet: eine Neapolitanisch-Contemporanea-Pizza in der Variante Margherita.

Von einer Jury bewertet

Bewertet wurden die Teilnehmenden direkt vor Ort. Die Jury achtete dabei auf Kriterien wie Vorbereitung, Zutatenkombination, Technik, Geschmack, Backergebnis sowie die Sauberkeit des Arbeitsplatzes. Arbeitsflächen, Backöfen und grundlegende Arbeitsutensilien wurden vom Veranstalter gestellt. Teig und Zutaten mussten die Teilnehmenden jedoch selbst mitbringen. Vulpiani berichtet, den Teig habe er in der Küche seiner Pastabar in Rottweil vorbereitet.

Für die Zubereitung blieb dann nur wenig Zeit: Lediglich zehn Minuten hatten die Teilnehmenden, um ihre Pizza fertigzustellen. Zur Vorbereitung habe er deshalb viel geübt. Der Druck sei groß gewesen.

Stolz präsentiert Francesco Vulpiani seine Medaille nach dem Wettbewerb. Foto: Vulpiani

Was seine Pizza von denen der anderen Kandidaten unterscheide, erklärt er so: „Jedes Verfahren hat seinen eigenen Geschmack und jedes schmeckt unterschiedlich. Für mich ist mein Rezept perfekt, aber andere sehen das anders.“

Mit einem Sieg habe er nicht gerechnet. Der Grund für seine Teilnahme sei vielmehr gewesen, etwas zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Umso größer sei seine Freude über den völlig unerwarteten vierten Platz.

Ein großes Dankeschön aber müsse er seiner Frau aussprechen, betont Vulpiani. Ohne sie hätte er das nicht geschafft und vermutlich auch nicht gemacht. Er habe oft gedacht: „Ich schaff das nicht.“ Seine Frau habe ihn jedoch immer unterstützt und ihm gut zugeredet.

Teilnehmer aus ganz Europa

Ein Highlight des Wettbewerbs sei für ihn außerdem gewesen, die vielen unterschiedlichen Menschen kennenzulernen und Einblicke in deren Arbeit zu bekommen. Vor Ort sei er nicht nur italienischen Pizzabäckern begegnet, sondern Teilnehmern aus ganz Europa, die ihre Arbeit sehr gut gemacht hätten – jeder auf seine eigene Art und Weise. Lachend fügt er hinzu: „Und natürlich gab es ganz viel Emotionen vor Ort, auch bei ihm.“ Zudem habe er festgestellt: „Jeder hat sein eigenes Geheimnis mit viel Liebe, die den Geschmack und den Job ausmachen.“

Ob man Francesco Vulpiani bei einem weiteren Wettbewerb wiedersehen wird, sei derzeit noch offen. Er liebe Rottweil und wolle sich nun wieder stärker auf seine Arbeit vor Ort konzentrieren. Dennoch schließt er nicht aus, im kommenden Jahr erneut teilzunehmen.