Der Pit-Pat-Club Bad Dürrheim ist umgezogen. Welche Möglichkeiten sich daraus für den Verein ergeben? Wir haben vor Ort nachgefragt.
Pit-Pat – eine ungewöhnliche Mischung aus Minigolf und Billard – ist vielen längst kein Begriff mehr. Das will Simon Schunggart ändern. Der Vorsitzende des Pit-Pat-Clubs in Bad Dürrheim erklärt, was den Reiz des Sports ausmacht und warum der neue Standort auf dem Natur-Campingplatz am Sunthauser See neue Chancen bietet.
Mit Billard-Queues wird auf Tischen, oftmals Betontischen, ein Ball über Hindernisse oder an Hindernissen vorbei in ein Loch gestoßen. Eine Pit-Pat-Anlage besteht immer aus 18 Tischen. An diesen ist angezeichnet, welcher Ball – rot, blau, grün oder gelb – gespielt werden muss.
Diese Hartplastikbälle unterscheiden sich dabei in Härtegraden und Sprunghöhen, wie Schunggart erklärt. Durchschnittlich schaffe man mit etwas Übung alle 18 Tische mit 30 Stößen. Aber es gelte, je weniger, desto besser, erzählt der 23-Jährige.
Schunggart, der schon als Kind häufig Minigolf gespielt hat, ist im Alter von zwölf Jahren über ein Saisoneröffnungsspiel zum Pit-Pat-Club gekommen. Und dort habe er schon relativ schnell mit den Erwachsenen mithalten können, erzählt der Villinger.
Schnelle Erfolgserlebnisse im Pit-Pat
Der Steuerfachangestellte verrät: Man müsse in diesem Sport einfach dranbleiben, dann erlebe man recht schnell Erfolgserlebnisse. Und das lässt sich auch an seiner eigenen Erfolgsgeschichte nachvollziehen.
Denn inzwischen ist der 23-Jährige nicht nur der Vorsitzende des Pit-Pat-Vereins, sondern auch mehrfacher Jugendmeister, zweifacher deutscher Meister im Mannschaftswettbewerb, und im Mai dieses Jahres wurde er zum deutschen Meister im Einzelwettbewerb.
Wenn es wirklich gut laufe, schaffe er einen Pit-Pat-Durchgang mit 22 Stößen – an normalen Tagen seien es eher 26 bis 27, erklärt der deutsche Meister.
Die Kunst des Pit-Pat
Die Kunst im Spiel und vor allem im Turnier sei es allerdings 15 Runden am Stück gut zu spielen, verrät er. Denn Pit-Pat sei in erster Linie ein Geduldsspiel. Man müsse Konzentration mitbringen und „sich nicht über seine Fehler ärgern“, empfiehlt Schunggart.
Das Problem des Pit-Pat ist allerdings ein anderes: Die Freizeitsportart wird von Jahr zu Jahr unbekannter. Bundesweit gebe es zwar noch einige Pit-Pat-Anlagen, erzählt Schunggart. Vereine gebe es aber nur noch in Baden-Württemberg, und das auch nur noch vier Stück – in Mössingen, Ilvesheim, Hardt und in Bad Dürrheim.
Auch Hallen-Anlagen werden immer weniger, berichtet der Villinger. Das verbanne den Sport nach draußen und mache ihn zudem Saison abhängig – von April bis Oktober. „Im Winter herrscht Leerlauf“, erklärt er.
Standortprobleme des Pit-Pat-Clubs
Der Pit-Pat-Club Bad Dürrheim hatte darüber hinaus mit ganz eigenen Standortproblemen zu kämpfen. Mit der Auflösung des Familienfreizeitparks in Villingen-Schwenningen verlor der Verein nicht nur seinen Standort in VS, sondern auch sein Equipment samt Tischen. Diese wurde ohne das Wissen der Vereinsmitglieder veräußert.
2007 zog der Club mit neu erworbenen Pit-Pat-Tischen in den Kurpark nach Bad Dürrheim. Vor einiger Zeit wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass die Pit-Pat-Anlage rote Zahlen schreibe und somit auch dort nicht länger stehen könne.
Schnell stand allerdings ein alternativer Standort fest – der Natur-Campingplatz am Sunthauser See, erzählt Schunggart. Eineinhalb Jahre musste der Verein allerdings warten, bis die Anlage schließlich umgezogen war.
Pit-Pat-Anlage mit Blick auf den See
In dieser Zeit mussten die Mitglieder des Clubs bei den Vereinen oder Anlagen in der Umgebung trainieren. Der deutsche Meister hingegen habe dazu allerdings kaum Gelegenheit gefunden, wie er erzählt. Stattdessen habe er sich fast ausschließlich direkt vor den Meisterschaften an den dortigen Anlagen auf die Turniere vorbereitet.
Seit August befinden sich die Pit-Pat-Tische des Clubs nun auf dem Gelände des Campingplatzes mit direktem Blick auf den See. „Das hat sonst keiner“, meint Schunggart schmunzelnd.
Der Verein hofft, sich am neuen Standort wieder dauerhaft etablieren zu können und neue Mitglieder zu gewinnen. „Wir nehmen jeden – von zwölf bis 80 Jahre“, sagt er lachend.
Pit-Pat-Club Bad Dürrheim
Der Mitgliedsbeitrag
beträgt für Kinder zehn Euro, Erwachsene