Mehr als 20 Jahre wurde auf dem Eisberg eine Bürgersolaranlage betrieben. Nun löst sich die Gesellschaft auf und feiert das als Erfolg. Warum?
Solarenergie ist heute ein großes Thema, damals aber, 2004, als sich in Nagold Bürger zu einer Solargesellschaft für eine Anlage auf dem Eisberg zusammentaten, da herrschte richtiggehender Pioniergeist in der Branche.
Sie kamen aus Nagold, Haiterbach und Calw. Ihr Ziel: Gemeinsam wollten sie auf dem Eisberg eine große Bürgersolaranlage betreiben. 21 Gesellschafter fanden sich schließlich und gründeten 2004 die „Bürgersolaranlage Eisberg Nagold“ – eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).
„Es war eine der ersten Bürgersolargesellschaften in Nagold“, erinnert sich der ehemalige Nagolder Stadtförster Klaus Kälber. Auf dem westlichen Dach der Abfallwirtschaft auf dem Eisberg hatte man eine Fläche angemietet, um auf ihr Sonnenstrom zu produzieren. Jetzt hat sich die GbR aufgelöst.
Bis Ende 2025 wurden rund 642.000 kWh Sonnenstrom produziert
„Nach über 20-jähriger Betriebszeit, der mit 36 Kilowatt-Peak betriebenen Photovoltaikanlage wurde die Gesellschaft zum 31.12.2025 aufgelöst und liquidiert“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der GbR. Aufgerufen zu der Gründung hatten damals der Arbeitskreis B des Bürgerforums Nagold und der damalige Umweltbeauftragte der Stadt Nagold, Peter Widmann-Rau, sowie der Verein Nagold Solar.
Die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz begann im Frühjahr 2005. Die Bilanz 20 Jahre später: Bis Ende 2025 wurden insgesamt rund 642.000 kWh Sonnenstrom produziert und in das öffentliche Netz eingespeist.
Damals die größte Anlage in Nagold
Die damals in Nagold größte Photovoltaikanlage kostete nach Angaben der GbR rund 190.000 Euro. „Sie wurde mit einem Drittel Eigenkapital in Form von Geschäftsanteilen finanziert. Der Rest erfolgte über Kredite, welche nach zehn Jahren getilgt werden konnten“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.
Und: „Aufgrund des Einspeisegesetzes konnte die Gesellschaft eine angemessene Rendite erzielen.“ So garantierte das EEG auf 20 Jahre feste Vergütungen.
Nach 20 Jahren ist die Anlage nun aus der Förderung des EEG ausgelaufen. Dennoch produziert sie weiter Strom. Klaus Kälber erklärte dazu auf Nachfrage der Redaktion: „Die AWG hat jetzt die Anlage übernommen und deckt damit einen Teil ihres Eigenbedarfs.“