Die Fasent der Frauengemeinschaft Oberschopfheim war ein voller Erfolg: Es kamen so viele Besucherinnen, dass einige sogar wieder heimgeschickt werden mussten.
Außer Rand und Band präsentierten sich die Frauen zur Frauenfasent mit der Katholischen Frauengemeinschaft Oberschopfheim. Hätte es einen Kartenvorverkauf gegeben, wären die Karten sicher binnen weniger Stunden verkauft gewesen. So mussten sich die Frauen einfach nur sehr früh auf den Weg machen, um sich den Platz im Pfarrsaal zu sichern. Nicht alle Besucherinnen, die meisten in Pink gekleidet, fanden einen Platz. Einige Gruppen sind enttäuscht wieder von dannen gezogen.
Frauenfasnacht ist sehr wohl im Kommen, stellt auch Hildegard Gnädig, die frühere Vorsitzende der Frauengemeinschaft fest. „Es ist verrückt und wunderschön, wie viele Frauen gekommen sind. Aber es tut uns unglaublich Leid, dass wir Frauen heimschicken müssen“, bemerkte Petra Kopf vom Vorstandsteam. Mit ihrem Team und vielen anderen Frauen aus dem Ort hat sie ein fulminantes und humorvolles Programm zusammengestellt. Frauenfasent ist für die Frauen, die gekommen sind: „Die schönste Fastnacht überhaupt.“ In diesem Jahr sind auch sehr viele junge Frauen unter 30 Jahren gekommen. „Lauter schöne Schätzelsche“, stellte Ulrike Merz alias „Horst Schlämmer“ fest. Von hinten kam sie in Trenchcoat, Schnauzbart und Ledertäschchen Komplimente verteilend in den Saal.
Mehrgenerationenplatz aufs Korn genommen
Die Frauen haben das Thema „Pretty in Pink“ einfallsreich und mit sehr viel Liebe umgesetzt. Durch das Programm führten Lisa Ackermann und Katharina Beck.
Ackermann versuchte ihre Freundin Katharina, die an einer „Fasentdepression“ litt, mitzunehmen. Erst mit einem Besuch bei „Frau Doktor Matzdorf“, die tatsächlich mit ihrem Praxisteam zu den Ehrengästen zählte, ging es der werdenden Mutter im Haushaltsfrust wieder besser. Manchmal hilft einfach nur eine rosarote Brille. Über den Köpfen hingen Büstenhalter – so wie es früher in Oberschopfheim wohl Brauch war, als es noch keine Fasnachtsbändchen über den Straßen gegeben hat. „Pretty in Pink“ blieb an diesem Abend auch der Narrenruf für gute Laune.
Natürlich wurde auch das neue Praxisleben in der Dorfpraxis aufs Korn genommen. Im Kommunikationszentrum, dem Wartezimmer, begegneten sich mehrere Generationen. Es wurde laut gedacht über Patienten und deren Nöte und über den Mehrgenerationenplatz gelästert. Festgestellt wurde: „Den braucht kein Mensch. Mit mehr Sachverstand hätte sich viel Geld sparen lassen und in anderer Sache investieren.“ Dafür schenkte die Menge brausenden Beifall. Angedacht wurde den Platz als „Outdoorpraxis für Körper, Geist und Seele“ zu benennen. Natürlich gab es auch einen kleinen spitzen Wink Richtung der Frauengemeinschaft Oberweier. „Es wird nicht lange gehen, dann kommen die neugierigen Oberweirer über den Berg geschnorrt, um zu schauen.“ Natürlich setzten die Oberweier ein lautes Gejohle dagegen. Schließlich stand es schon auf der Tafel in der Arztpraxis auf der Bühne: „Lachen ist die beste Medizin.“ Davon schenkte die Frauengemeinschaft Oberschopfheim ganz schön viel aus.