Elf Figuren in der Pfarrkirche St. Patricius in Heiligenzimmern werden restauriert – unter anderem die des Kirchenpatrons, deren Originalfassung in weiten Teilen erhalten blieb.
Es war die Zeit der großen Purifizierungen: In den Jahren 1963 bis 1965 wurde die Pfarrkirche St. Patricius in Rosenfeld-Heiligenzimmern massiv umgestaltet – aus heutiger Sicht ein schwerwiegender Eingriff in das künstlerische Erbe des Sakralbaus, teilt die Initiative Kirchenschatz Pfarrkirche St. Patricius Heiligenzimmern schriftlich mit.
Davon betroffen war unter anderem auch die Statue des Kirchenpatrons, die 1906 von dem bekannten Horber Bildhauer Anton Leins geschaffen worden war – eine der bedeutendsten neugotischen Arbeiten der Region.
Gedämpfte Töne haben die Strahlkraft des Kirchenpatrons überdeckt
Eine klare Entscheidung hierzu haben das Erzbischöfliche Bauamt Konstanz, das Landesamt für Denkmalpflege und die Kirchengemeinde Heiligenzimmern getroffen: Die historische Fassung der Skulptur wird rekonstruiert.
Zugleich ist sie das Pilotprojekt eines umfangreichen Vorhabens, das sich der gesamten Figurensammlung der Pfarrkirche widmet. Insgesamt elf Skulpturen werden umfassend konserviert und restauriert.
Diejenigen, die ihre Originalfassung noch besitzen, werden durch konservierende Maßnahmen gepflegt. Und jene vier, die in den 1960er-Jahren überfasst wurden, erhalten nun die Chance, ihre ursprüngliche Symbolkraft wiederzugewinnen.
Einst mit feinen Farblasuren, Schmuckborten in Silber und Gold sowie subtil ausgeführtem Inkarnat versehen, wurde die Skulptur des Heiligen Patricius in den 1960er Jahren angeschliffen und mit gedämpften Tönen vollständig übermalt. Übrig blieb eine Figur, deren Ausdruckskraft im wahrsten Sinne überstrichen worden war.
Gute Nachricht: Die Originalfassung blieb weitgehend gut erhalten
Um zu verstehen, wie viel verloren gegangen ist, wurde die Figur in ein Restaurierungsatelier transportiert und bis ins kleinste Detail untersucht. Schicht für Schicht legte der Göppinger Restaurator Hermann Petersohn in kleinen, briefmarkengroßen Fenstern die Fassungsgeschichte der Figur frei.
Dabei zeigte sich: Die Originalfassung ist in vielen Bereichen erstaunlich gut erhalten geblieben, wenn auch an zahlreichen Stellen reduziert und beschädigt. Besonders die ursprünglich aufwendigen Vergoldungen und Ornamentbänder wurden in den 1960er Jahren vollständig zum Verschwinden gebracht. Auch das einst warm gefasste Inkarnat wurde übertüncht.
Tief in der Geschichte Heiligenzimmerns verankert
Möglich wurde dieses Vorhaben vor allem durch das Engagement der Gemeinde: Durch eine hohe Spendenbereitschaft und die Bezuschussung durch das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg konnte die Finanzierung der Rekonstruktion des Kirchenpatrons vollständig gestemmt werden.
Siebzehn Bürger tragen ganz unmittelbar dazu bei, dass Heiligenzimmern ein wertvolles Stück seiner Identität zurückbekommt. Denn der Heilige Patricius ist hier mehr als eine Holzfigur. Er wurde schon in der Vorgängerkirche verehrt, ist im Ortswappen präsent und tief in der Geschichte des Ortes verankert.