Mit Bäumen, Sträuchern und Fördermitteln wird ein Betrieb in Schramberg-Tennenbronn zum Agroforst-Modellhof des Naturparks.
Im November 2023 übernahmen Matthias Hang und seine Lebensgefährtin Evelyn John den Vorderen Mooshof im Schwarzenbach im Rahmen einer Nachfolgeregelung von Josef Günter und Erika Günter. Seither haben sie sich mit Milchviehhaltung und eigener Käserei unter dem Namen „Qulibri“ gut etabliert.
Nun nehmen sie ein weiteres zukunftsorientiertes Projekt in Angriff: Der Mooshof wird Agroforst-Modellbetrieb im Rahmen eines Pilotprojekts des Naturpark Schwarzwald.
Bäume als Windschutz
Bei der Agroforstwirtschaft werden Bäume und Sträucher gezielt in landwirtschaftliche Flächen integriert, um diese besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. „Bäume und Sträucher wirken als Windschutz, reduzieren die Verdunstung, verhindern Bodenerosion bei Starkregen, spenden den Weidetieren Schatten und liefern Futterlaub“, erläutert Hang im Gespräch mit unserer Redaktion.
Als er vom Projektaufruf des Naturparks erfuhr, zögerte Hang nicht lange. Für die Umsetzung erhielt der Mooshof ein Förderbudget von 7000 Euro vom Naturpark sowie einen weiteren Zuschuss von der Stiftung SilvoCultura. Damit konnten 120 Bäume und 380 Sträucher finanziert werden – ebenso Pfähle zur Befestigung und kleinere Schutzzäune gegen Weide- und Wildtiere. Die Kosten für Beratung und Planung wurden zu 70 Prozent vom Land und zu 30 Prozent vom Naturpark getragen.
Laubbaumarten
Um herauszufinden, welche Pflanzen sich langfristig für die Höhenlage im Schwarzwald eignen, bestellte Hang sieben verschiedene Laubbaumarten, darunter Eiche, Linde und Wildkirsche. Hinzu kommen neun heimische Obstbaumsorten wie Sauerkirsche, Mirabelle und Birne. „Die Früchte wollen wir ernten, verkaufen oder zu Most verarbeiten“, so Hang. Ergänzt wird die Pflanzung durch sechs Straucharten, darunter Haselnuss und Holunder.
Moderne Streuobstwiese
Gepflanzt wird in Reihen, sodass die Flächen weiterhin für Gülleausbringung und Heuernte befahrbar bleiben. „Im Grunde entsteht eine moderne Form der Streuobstwiese mit Obst- und Laubbäumen“, fasst Hang zusammen. Er weist zudem darauf hin, dass der Schwarzwald früher nicht ausschließlich von Nadelbäumen geprägt war, sondern auch einen hohen Anteil an Laubbäumen wie der Buche hatte.
Helfer gesucht
Wenn es die Witterung zulässt, werden Bäume und Sträucher am Samstag, 14. März, gepflanzt. Einige Helfer haben sich bereits angekündigt, weitere ehrenamtliche Unterstützer sind willkommen (Anmeldung per E-Mail an post@qulibri.de). Mit einem kleinen Bagger werden Pflanzlöcher ausgehoben, die Gehölze gesetzt, geschützt und mit Hackschnitzeln gemulcht. Für ein kleines Vesper ist gesorgt. Neben dem Vorderen Mooshof beteiligen sich auch landwirtschaftliche Betriebe in Schwanau, Neubulach, Schömberg und Loßburg als Agroforst-Modellbetriebe an dem Projekt des Naturparks.