Am Eingang der Ulrichskirche in Langenbrand beginnt der Glücksweg. Er wird noch dieses Jahr umgesetzt. Foto: Thomas Fritsch

Lange galt Pilgern als altmodisch. Das änderte sich mit Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“. Ein Pilgerweg im Kleinen soll in Langenbrand entstehen. Was ist geplant?

Schon lange hat das Evangelische Bildungswerk nördlicher Schwarzwald einen Glücksweg geplant. Er soll jetzt Realität in Langenbrand werden. Damit nimmt das Bildungswerk das Label der Gemeinde Schömberg auf, die sich als Glücksgemeinde bezeichnet.

 

Länge Nach den Worten von Tobias Götz soll der Glücksweg Einsteigern ein spielerisches Wandererlebnis ermöglichen. Götz ist Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks nördlicher Schwarzwald. Die Streckenlänge ist auf sieben Kilometer begrenzt.

In der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt von Schömberg bezeichnete Götz diese Länge als Kompromiss. Ursprünglich waren acht Kilometer geplant. Doch der Forst wollte nicht, dass im Wald etwas installiert wird.

Konzept Vorgesehen sind neun Stationen außerhalb des Waldes mit je einer Stele. Jede Stele enthält einen Begriff, der neugierig auf einen Gedanken machen soll. Die Stelen werden an einem Rohrpfosten befestigt.

Flyer im Hosentaschenformat

Eingefräst ist ein Wort zum Thema des jeweiligen Impulses. Zu erreichen sind die Impulse über einen QR-Code in Text und Audio. Der Code ist an der Stele angebracht. Außerdem stellt das Bildungswerk einen Flyer im Hosentaschenformat zur Verfügung. Zudem gibt es vier Spielstationen.

Ziel Das Ziel ist es, den eigenen Körper, die Natur und die Geschichte mit ihren besonderen Orten und Kirchen kennenzulernen, macht Götz deutlich. Geplant sind geführte Touren mit Pilgerbegleitern. So enthält der Weg Impulse zu den biblischen Seligpreisungen, die auch Glückspreisungen genannt werden können. Mit dem Glücksweg will das Bildungswerk Vereine und sonstige Institutionen auf lokaler Ebene zusammenbringen. Er ist gerade für Familien gedacht und soll den Tourismus fördern. Der Wander- und Radweg ist barrierefrei und an Busverbindungen angebunden. Dadurch soll die Lebensqualität erhöht werden.

Stationen Karlheinz Walz stellte im Ausschuss die einzelnen Stationen vor. Walz war einst Kirchengemeinderat und engagiert sich jetzt für die Realisierung des Glückswegs. Dieser startet an der Ulrichskirche in Langenbrand. Die erste Station ist neben der Eingangstür des Gotteshauses. An der Kirche stehen eine Himmelsliege und ein Picknicktisch.

Spielstationen für Besucher

Station zwei ist neben dem evangelischen Gemeindehaus in Langenbrand. Außerdem können Besucher dort Mensch ärgere dich nicht spielen. Station drei mit der dritten Stele ist die Himmelsliege beim Bolzplatz. Dort können Besucher Domino spielen. Die Sitzbank am Beginn des Höhenweges ist Station vier, die Himmelsliege am Hochbehälter Station fünf.

Freistehend als Kompaktplatte mit Auffangbox können Besucher dort das Spiel „Vier gewinnt“ spielen. Außerdem wird ein Bilderrahmen aufgestellt. Station sechs ist an der Sitzbank im Felsenmeer, Station sieben kurz vor dem Campingplatz und Station acht an der Sitzbank beim Feuerwehrgerätehaus. Die neunte und letzte Station ist der Osteingang der Ulrichskirche. Dort gibt es mit Jenga die vierte und letzte Spielmöglichkeit mit rund 60 Blöcken aus Hartholz.

Kosten Der Glücksweg kostet fast 12 800 Euro. Über das Förderprogramm Leader werden etwa 8100 Euro gedeckt. Den Rest übernimmt das Bildungswerk.

Verkehrssicherung Die Stationen drei, sechs und acht stehen auf Grundstücken der Gemeinde Schömberg. Dort übernimmt die Kommune die Verkehrssicherung. Bei den Stationen vier, fünf und sieben auf Privatgrundstücken kümmert sich das Bildungswerk um die Verkehrssicherung. Die privaten Grundstücksbesitzer willigten in den Bau der Stationen ein.

Diskussion Von den Vertretern aller Fraktionen gab es im Ausschuss nur lobende Worte für das Vorhaben. „Wir stehen hinter dem Projekt“, sagte Michael Nothacker (UWV). Er wollte aber wissen, wie es mit der Unterhaltung des Weges aussehe. Walz antwortete, dass vorgesehen sei, den Weg in regelmäßigen Abständen zu begehen.

Viel Lob von Gemeinderäten

Dafür seien fünf bis sechs Personen vorgesehen. Zudem sei die Förderung durch Leader an die Bedingung geknüpft, den Weg zwölf Jahre aufrecht zu erhalten. Friedbert Stahl (CDU) sprach von einer super Sache: „Das hat Hand und Fuß.“ Ulrike Wankmüller (MUZ) ergänzte: „Wir freuen uns auf den Glücksweg.“ So etwas habe auch eine spirituelle Note.

Helmut Schray (UWV) ergänzte, dass sich bei der Nutzung von Mülleimern Synergien mit dem Panoramaweg anbieten würden, der fast den gleichen Verlauf wie der Glücksweg habe.

Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig das Konzept des Glücksweges abzusegnen.

Zeitplan Bereits Anfang August sollen die Arbeiten in Auftrag gegeben werden, so Walz. Der Glücksweg müsse bis spätestens 31. Oktober umgesetzt und abgeschlossen sein, teilte Mara Müssle, Pressesprecherin des Landratsamtes Calw, auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Der Verwendungsnachweis sei dann bis spätestens 21. November bei Leader einzureichen, sodass das Projekt noch in diesem Jahr ausbezahlt werden könne.

Walz bezeichnete den Zeitplan in der Ausschusssitzung als straff.