Vom Kaltenhof bis Leinstetten gibt es zahlreiche Kleinode, die Wanderer und Spaziergänger zu einem kleinen Halt einladen.
Der Kaltenhof ist ein Weiler, welcher zu Leinstetten gehört. Hier kann man einen tiefen Brunnen bestaunen, welcher in den Jahren 1996 bis 1998 von Bernhard Bronner, einem rührigen Mitbürger und Macher, zusammen mit zwei Helfern ausgegraben wurde.
In 20 Meter Tiefe stießen sie auf Wasser und auf eine Bodenplatte. Der Brunnen, damals Wasserversorgung für die „Kaltenhöfler“, wurde nach einem Brand zugeschüttet und geriet in Vergessenheit. Von Zimmermeister Gerhard Bronner wurde zur Vervollständigung der ausgegrabenen Brunnenanlage eine hölzerne Schöpfkonstruktion sowie das ziegelgedeckte Holzdach errichtet.
Wasserstube liefert kühles Nass
Geht man ein Stück weiter, findet man die idyllisch gelegene Wendelinuskapelle. Diese wurde 1714 erbaut und seither öfters renoviert. In ihr befinden sich ein barocker Altar und die Figur des heiligen Wendelin. Am 20. Oktober findet zum Fest des Heiligen eine Andacht statt.
Die nächste interessante „Haltestelle“ ist nach fünf Minuten Gehzeit erreicht. Etwas verborgen in der Nähe einer Liegebank ist linker Hand eine so genannte Wasserstube zu entdecken. Bernhard Bronner, damals als Wassermeister bei der Stadt Dornhan angestellt, hat auch dieses Denkmal erhalten und dort eine kleine Wegkapelle eingerichtet. Von der Wasserstube aus wurde das Wasser mittels Druckpumpe auf den Kaltenhof gepumpt, um die Bewohner mit Wasser vom „Griess“ zu versorgen.
Auch ein Pilger kommt
Fast gegenüber lädt die Mariengrotte zum Verweilen und Innehalten ein. Die Grotte wurde 1952 von jungen Männern der Kolpingfamilie an diesem Platz neu aufgebaut. Früher stand sie in der Nähe der alten Kirche von Leinstetten, musste wegen des Neubaus der Kirche jedoch umgesiedelt werden.
Leider hatte die Marienstatue, welche sich auch schon in der früheren Grotte befand, im Laufe der Zeit witterungsbedingt sehr gelitten und wurde dieses Jahr restauriert. Aus diesem Anlass trafen sich, passend am Muttertag, etliche Bewohner des Dorfes zu einer Andacht. Auch ein junger Pilger nutzte die Andacht zu einer Pause. Von großem Interesse war natürlich, „woher und wohin“. Bereitwillig gab er Auskunft über seinen vorgesehenen langen Weg.
Endpunkt Kirche
Nach einigen Gehminuten bergab gibt es eine Gelegenheit, sein Vesperbrot auszupacken und am urigen Steintisch zu verzehren. Kurz vor dem Ortseingang trifft man auf das „Apfelbrünnele“. Ein Spruch besagt, dass viel Wasser aus ihm eine reiche Apfelernte erwarten lässt, wenig Wasser hingegen keine oder nur ein paar Äpfel verspricht. Bei dem Weg durch den Ort begleiten den Wanderer noch etliche weitere Brunnen.
Einen schönen Abschluss der Pilgerstrecke bietet die Kirche St. Stephanus im Ort. Die spätgotische Kirche wurde 1558 errichtet und 1948 großzügig umgebaut und erweitert.
Der Chor der gotischen Kirche mit seinen Maßwerkfenstern bietet heute den Raum für ein Gnadenbild aus dem 13. Jahrhundert. Sehenswert ist der Flügelaltar mit einer aus der Romantik stammenden Madonna.
Jährliche Prozession
Dieses Gnadenbild mit Mariä und dem Jesuskind stammt aus Unterbrändi im Kreis Freudenstadt. Die dortige Wallfahrtskirche wurde 1777 geschlossen.
In diesem Jahr oder kurz danach wird damals die Übertragung des Bildes nach Leinstetten erfolgt sein. Dieses Ereignis wird heute noch mit einer jährlich stattfindenden Prozession beim „Translations-Fest“ gefeiert.
Viel Sehenswertes wäre auch in der Kirche und in Leinstetten selbst zu entdecken. Auskunft dazu gibt die Homepage von Leinstetten, die Bücher von Historiker Fritz Peter und Quellen im Buch „Sehen und Entdecken im Kreis Rottweil“ von Egon Riebele.