Meike und Thomas Selenkowitsch mit ihrem Praxisteam. Foto: Sabine Hegele

Die „Arcus“-Praxis für Physiotherapie in Hechingen arbeitet seit 20 Jahren am und mit dem Patienten. Im Gespräch berichtet Praxisgründer Thomas Selenkowitsch über die Entwicklung.

Die Zeiten, da die Patientin/der Patient zur (passiven) Therapie nur „auf die Bank gelegt“ wurde, sind lange vorbei. In der Physiotherapie von heute richtet sich das Augenmerk darauf, die Patientenschaft aus dem Krankenstand schnell zurück in die Aktivität zu bringen – mit gezielten Übungen, mit zielführendem Training.

 

Der staatlich anerkannte Physiotherapeut Thomas Selenkowitsch weiß, wovon er spricht – er hat jahrzehntelange Berufserfahrung, seit 20 Jahren mit eigener Praxis. „Arcus“ heißt seine Praxis für Physiotherapie. Im Februar 2006 hat er sie in der Hechinger Fred-West-Straße 1 gegründet; seit Juni 2012 betreut er seine Patientinnen und Patienten am Standort Linsenäcker 16.

Ausbildung in Waldenburg​

Den Jahren der Selbstständigkeit vorausging die Ausbildung zum Physiotherapeuten in Waldenburg. Danach arbeitete der gebürtige Hechinger elf Jahre in Rottenburg an der Winghofer Klinik. Es folgte eine kurze Zeit als „freier Physio“, ehe sich der 58-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Meike, ebenfalls Physiotherapeutin, in der Fred-West-Straße ansiedelte.

Heute, 20 Jahre später, beschäftigt „Arcus“ im Linsenäcker sieben weitere Physiotherapeuten. Neun Behandlungsräume beherbergt die Praxis, dazu eine große Trainingstherapiefläche. Auf der kann man an zahlreichen Sportgeräten an seiner Gesundung und Fitness arbeiten: auf dem Laufband, an der Kletterwand, auf dem Stepper, dem Rudergerät, dem Langlaufgerät…

Therapeutisches Angebot ist groß

Überhaupt ist das therapeutische Angebot von Thomas Selenkowitsch und seinem Team, dem er Fachkompetenz, Kollegialität und Freude an der Arbeit attestiert, ein großes. Es reicht von der Krankengymnastik und der manuellen Therapie über die Sportphysiotherapie, die Kryotherapie, die Elektrotherapie und die Matrix-Rhythmus-Therapie bis hin zu Medical oder Kinesio Taping.

Wie sich seine Arbeit im Laufe der Jahre verändert hat? Früher, sagt Thomas Selenkowitsch, sei die Zahl junger Menschen, die eine physiotherapeutische Betreuung brauchten, kleiner gewesen als heute. Damals hätten diese eher Sportverletzungen zum Patienten gemacht. Heute würden bei ihm, altersunabhängig, in den meisten Fällen Menschen mit Bewegungsproblemen vorstellig. Beziehungsweise: Aus mangelnder Bewegung resultieren Degenerationen wie Bandscheibenvorfälle, Abnutzungserscheinungen oder Arthrose, die in der Regel nur mit therapeutischer Unterstützung in den Griff zu bekommen sind.

Fachkräftemangel auch in dieser Branche

Mangel an Patienten herrscht also nicht. Ganz im Gegenteil. Aus diesem Grund würde der 58-Jährige gern ein oder zwei weitere Physiotherapeuten einstellen. Das Problem, wie in so vielen anderen Branchen auch: der Fachkräftemangel. Geraume Zeit schon bemüht er sich um personelle Verstärkung – bisher Fehlanzeige.

Sorge bereitet Thomas Selenkowitsch außerdem der immer größer werdende bürokratische Aufwand: „Ich arbeite für mein Leben gern am und mit dem Patienten. Aber die Bürokratie – da bekommst du ’nen Vogel.“ Zwölf-Stunden-Tage sind da keine Ausnahme, sagt der Vater dreier Kinder.

Grund zur Freude aber hat er auch: Mit den kooperierenden Arztpraxen, insbesondere mit den Hechingern, pflegt er einen engen und vertrauensvollen Austausch; die Zusammenarbeit sei von „gegenseitiger Wertschätzung“ geprägt.

Dafür ist er ebenso dankbar wie er stolz auf sein Praxisteam ist: „Ohne dieses außergewöhnliche Team wäre unser Weg nicht möglich gewesen.“