Unter den Photovoltaikanlagen soll noch genug Platz für Damwild bleiben. (Symbolbild) Foto: © Björn Wylezich – stock.adobe.com

Die Firma Saier will auf der Erddeponie in Peterzell einen neuen Solarpark errichten. Nicht jeder im Ort findet das gut. Eine Mehrheit des Ortschaftsrats hat sich gegen das Projekt ausgesprochen. Nun wurde das Vorhaben im Gemeinderat diskutiert.

In der jüngsten Sitzung des Alpirsbacher Gemeinderats ging es auch um die Pläne für einen Solarpark auf der Erddeponie in Peterzell. Wegen Befangenheit setzten sich die Stadträte Joachim Hermann (ZfA) und Tom Saier (FWV) vom Ratstisch weg.

 

Einleitend sagte Stadtbaumeister Rudolf Müller, dass bereits im Ortschaftsrat in Peterzell über den Tagesordnungspunkt „Solarpark Erddeponie Peterzell“ gesprochen worden war. Dort hätten drei Ortschaftsräte dafür und vier dagegen gestimmt.

Weiter führte er aus, dass auf der Erddeponie in Peterzell bereits eine Solaranlage stehe. Die Firma Saier aus Peterzell beabsichtige, zur langfristigen Absicherung der Energieversorgung für das Unternehmen auf der Erddeponie eine weitere Photovoltaikanlage zu errichten.

In mehreren Bauabschnitten soll die Anlage auf eine Fläche von 17,45 Hektar erweitert werden. Der erzeugte Strom soll im Wesentlichen dem Betrieb zur Verfügung stehen. Ob überschüssiger Strom in Speicheranlagen gesammelt wird oder in das Netz eingespeist wird, soll noch auf technische Machbarkeit geprüft werden.

Noch Platz für Damwild

Die Module sollen in Ständerbauweise aufgestellt werden, so dass auf der Grünfläche Damwild gehalten werden kann, also eine Doppelnutzung ermöglicht wird. Auch könnte dort noch unbelasteter Erdaushub zur Aufschüttung eingebracht werden. Geplant ist darüber hinaus, die Anlage mit Heckenpflanzen zur Einfriedung zu bepflanzen.

Müller machte nochmals deutlich, dass die Abstimmung in der Sitzung noch nicht den Aufbau dieser Photovoltaikanlage beinhaltet. Es gehe nur darum, das städtebauliche Konzept für eine Realisierung einer Erweiterung der vorhandenen Anlage zu schaffen, ohne die Größe der Erweiterung festzulegen. Er stellte dazu grafisch die geplante Photovoltaikanlage und das Konzept auf einer Leinwand dar.

Müller stellte auch den Verfahrensablauf dar und damit die Möglichkeiten des Gremiums. Als nächstes stehen die Vorentwürfe des Bebauungsplans an, dann die erste und schließlich die zweite Offenlegung. Amtsverwalter Norbert Beck sagte ergänzend dazu, dass der Investor alle Planungskosten übernimmt.

UBL meldet Bedenken an

Rolf Knöpfle, Ortsvorsteher Peterzell von der UBL, sagte, dass diese Photovoltaikanlage das Ortsbild prägend verändere und er deshalb in dieser Größe nicht zustimmen könne. Dem schloss sich Sylvia Mayer (UBL) an und bezeichnete die Anlage als zu groß für die Nähe zum Ort.

Anne Eberhard (ZfA) sprach sich hingegen für die Umsetzung aus. Sie argumentierte, dass in Zukunft noch mehr regenerative Energie erzeugt werden müsse. Zudem könnte dort auch noch Erdaushub aus dem Stadtbereich angeliefert werden. Gerhard Walter (UBL) äußerte sich dahingehend, die Pläne vor der Abstimmung nochmals zu überarbeiten.

Amtsverwalter Norbert Beck fasste zusammen, dass den Peterzellern die vorgesehene Fläche zu groß sei, ein Antrag zur Flächenbegrenzung aber nicht gestellt werde. Es gebe im Laufe des Verfahrens noch viele Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen, erklärte Beck weiter. Ohne diesen Beschluss könne es aber nicht vorangehen.

Dem Beschlussvorschlag stimmten zwölf Stadträte zu. Drei sprachen sich dagegen aus.