Energiewende: Freiflächenanlage entsteht an Streuobstwiese / Wildpflanzen können sich ansiedeln
Der Dauchinger Gemeinderat machte den Weg frei für eine große Photovoltaik-Freiflächenanlage auf Dauchinger Gemarkung.
Dauchingen. Einstimmig wurde ein Projekt der Green City AG aus München befürwortet. Green City ist zwar als Aktiengesellschaft organisiert, es handelt sich dabei aber um die Tochter des bereits 1990 gegründeten gemeinnützigen Umweltschutzvereins Green City München.
Die Förderung der Energiewende und nicht die Erzielung von Gewinnen stehe im Vordergrund, betonte Green City-Vertreterin Helga Meitinger. Sie stellte das Projekt vor, das sich im Gewann Zechenbrunnen und Storen befindet. Dabei handelt es sich um das Gelände in der Verlängerung des Mühlweges zwischen Sportplatz und der Kreisstraße nach Dauchingen. Die Streuobstwiese am Eingang des Neckartals grenzt an das Plangebiet nordöstlich an.
Mit den Eigentümern der Fläche ist bereits Einigung über eine langfristige Pacht erzielt. Vorgesehen ist eine vollständig umzäunte, aufgeständerte Freiflächenanlage mit einer Leistung von 4,25 bis fünf Megawatt. Die genaue Leistung kann erst mit Abschluss des Bebauungsplanverfahrens exakt beziffert werden, die Angabe beruht auf Erfahrungswerten.
Meitinger stellte heraus, dass Freiflächenanlagen neben der Stromerzeugung auch ökologischen Nutzen bringen würden, weil sich der Boden in 25 oder 30 Jahren extensiver Nutzung ohne Düngung und chemischen Pflanzenschutz gut regeneriere.
Zudem würden Erfahrungen an älteren Standorten zeigen, dass eine erhöhte Biodiversität zu erwarten sei, da sich Wildpflanzen und Insekten ungestört ansiedeln können. Die Anlage werde so gebaut, dass der Einsatz von Schafen unterhalb der Module möglich ist. Sollte sich kein Schäfer finden, würde zweimal jährlich gemäht und das Schnittgut abgefahren. Auf keinen Fall werde gemulcht, verneinte Meitinger eine entsprechende Frage von Mathias Schleicher.
Besonders hob die Vertreterin von Green City die regionale Wertschöpfung hervor. So sollen beim Bau regionale Handwerker zum Zuge kommen, für die Gemeinde falle nicht nur die Gewerbesteuer, sondern auch eine jährliche Zahlung von 0,2 Cent pro installierter Kilowattstunde ab. Bei 4,25 Megawatt sind dies 8500 Euro, was sich bei 25-jähriger Laufzeit auf 212 500 Euro summiert. Einzig bei den Modulen müsse man auf Ware aus China zurückgreifen, weil ansonsten keine Wirtschaftlichkeit dargestellt werden kann, so Meitinger.
Das Vorhaben fand die durchgängige Zustimmung des Gremiums, auch weil der Standort als optimal angesehen wird, da er weit von der Wohnbebauung und kaum einsehbar liegt, jedenfalls seien keine störenden Reflexionen hin zu bewohntem Gebiet zu erwarten.
Bürgermeister Torben Dorn befürwortete die Anlage ebenfalls und empfahl die Annahme der Beschlussvorlage, die unter anderem den Abschluss eines städtebaulichen Vertrags vorsieht. Darin wird festgehalten werden, dass Green City den gesamten Genehmigungsprozess mit Änderung des Flächennutzungsplans, Aufstellung eines Bebauungsplans und Einholung notwendiger Gutachten managt und bezahlt.
Da dies erfahrungsgemäß mindestens zwölf Monate in Anspruch nimmt und der Bau der Anlage ebenfalls mindestens drei Monate dauert, ist die Inbetriebnahme der Anlage frühestens 2023 zu erwarten. Dann, so Meitinger, werde es auch ein Angebot für eine Bürgerbeteiligung geben.