Im Autobahndreieck Bad Dürrheim gibt es bereits viele Freiflächenphotovoltaikanlagen, jetzt geht es um weitere Flächen. Foto: Marc Eich/tx-photo

Mögliche Potenziale zur Freiflächenphotovoltaik waren im Stadtentwicklungsausschuss ein Thema.

In der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses stellt der Leiter des Umweltbüros im Gemeindeverwaltungsverband (GVV), Gerhard Bronner, mit einer Präsentation die Planung von Potenzialflächen für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen vor. Er lobte die Verwaltung für deren hohes Bewusstsein für Umweltaspekte.

 

In seinem Vortrag wies Bronner einleitend darauf hin, dass keine Eile geboten sei und die Ratsmitglieder die Chance nutzen sollten, die Flächenauswahl für PV-Anlagen zu steuern. Er erinnerte als Voraussetzung für den Bau von Freiflächen-PV-Anlagen bezüglich Bodengüte die vorherige Absprache mit dem Landwirtschaftsamt, eine passende Eingliederung ins Landschaftsbild, einen Mindestabstand von 500 Meter zur Wohnsiedlung und 200 Meter zum Gehöft.

Zudem darf sich die Anlage in keinem Überschwemmungsgebiet befinden. Nebenbei erwähnte er, dass vor allem zusammenhängende Flächen mit einer Größe von mindestens fünf Hektar für Betreiber von Interesse sind. Auf privilegierten Flächen haben Investoren ohnehin freie Hand.

„Fakt ist, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung eine originäre Aufgabe der Landwirtschaft ist“, ergänzte Bronner mit Blick auf Freiflächen-PV zwischen kaum und gut nutzbarem Land zu unterscheiden.

PV-Flächen effizienter als Biogasanlagen

Demgegenüber stellte er die 30-fach höhere Energieeffizienz einer PV-Anlage gegenüber Biogas-Mais, welcher sich allerdings sonnenunabhängig ganzjährig regeln lässt. Die Landesvorgabe zwei Prozent der Fläche für die Erzeugung von regenerativen Energien bereit zu stellen, kann Bad Dürrheim einhalten. Die Vorgabe bedeutet dies für die Stadt, deren Gebiet sich für die Gewinnung von Energie aus Wind eher weniger eignet, auf einer Fläche von 69 Hektar die Gewinnung von Strom aus PV-Anlagen zu ermöglichen. Aktuell werden 28 Hektar hierfür genutzt, wovon sich die Hälfte auf Dachflächen befindet.

Bronner appellierte alle Möglichkeiten zur Gewinnung von regenerativem Strom zu nutzen, dass sich der Bedarf in den kommenden Jahren erhöhen wird.

Ausweisung nicht gleich Zustimmung

„Die Planskizzen begeistern noch nicht aber wir sind einen Schritt weiter“, bemerkte Bürgermeister Jonathan Berggötz, dass sich mit geeigneten Flächen auseinanderzusetzen nicht gleichbedeutend mit der Zustimmung zu einer PV-Anlage ist. Er appellierte, das Thema schnell via Empfehlungsbeschluss in den Gemeinderat zu bringen, um möglichen Investoren zu signalisieren, welche vor allem privilegierten Flächen ihnen zur Installation von Freiflächen-PV zur Verfügung stehen.

Verhalten war die Begeisterung bei den Ortsvorstehern. „In Unterbaldingen haben wir 20 Hektar von den Bürgern nicht einsehbare Fläche ausschließlich oberhalb der Autobahn zwischen Räthisgraben und Grenze nach Geisingen freigegeben“, informierte stellvertretender Ortsvorsteher Julian Götz.

„Im Ortschaftsrat waren wir uns einig keine neuen PV-Flächen auszuweisen“, bemerkte Tatjana Tröster aus Biesingen eventuelle Anträge jeweils individuell zu beraten. Helmut Bertsche aus Hochemmmingen erinnerte an die bereits vor 1, 5 Jahren kontrovers geführte Diskussion.

„Wir haben uns in unserem Abstimmungsverhalten ähnlich wie Unterbaldingen entschieden und nur jene Flächen ausgewiesen die privilegiert sind und damit nicht abgelehnt werden können“, bemerkte Pascal Wölfle aus Oberbaldingen. Ähnlich äußerte sich Astrid Schweizer-Engesser aus Öfingen.

Albert Scherer aus Sunthausen informierte, dass aktuell kein konkreter Antrag vorliegt. „Ich bin persönlich kein Freund der Freiflächen-PV in der unberührten Natur, aber wir müssen uns darüber klar sein, dass wir auch Freiflächen PV brauchen, um die Klimaziele zu erreichen. Von daher finde ich es schade, dass es entlang der Autobahnen oder in deren Nähe eine Ablehnung von Ortschaftsrat und Landwirten gibt, denn hier stört es meiner Meinung nach nicht“, erklärt Karen Roeckl (LBU).  Zudem wollte sie wissen, ob es Möglichkeiten gäbe zu erfahren, wie viel man mit solch einer Freiflächen-PV-Anlage verdienen könne. Sei regte zudem an, nochmals nachzufragen, es eventuell  entlang der B27  Möglichkeiten zur Freiflächen-PV gäbe, die im Moment durch die Einteilung nicht gegeben sind.