Der Regionalverband Nordschwarzwald schätzt das Untere Aischfeld als geeigneten Standort für Freiflächen-Photovoltaikanlagen ein. (Symbolfoto) Foto: Torstensimon/Pixabay

17 Grundeigentümer haben bereits grünes Licht gegeben: Eine 5,5 Hektar große Fläche im Unteren Aischfeld soll mit Freiflächen-Photovoltaikanlagen überbaut werden. Der Gemeinderat rechnet sich dadurch für die Kommune Vorteile aus.

Beraten wurde in der jüngsten Sitzung des Alpirsbacher Gemeinderats über den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Sondergebiet Photovoltaikanlage Unteres Aischfeld“. Wie Bürgermeister Michael Pfaff ausführte, hatte sich der Gemeinderat bereits in einer nichtöffentlichen Sitzung am 26. April damit befasst.

 

Ergänzend hatte der Bürgermeister bereits in der Bürgerfragestunde auf Nachfrage von Hans-Peter Wiedmaier gesagt, dass die Absicht, einen Kriterienkatalog für die Ausweisung von Flächen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen zu erstellen, gestrichen wurde. Deshalb müsse durch Bebauungspläne entschieden werden.

Zur Sitzung war nun Projektierer Jürgen Bortloff eingeladen worden, der sein Projekt dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit vorstellte. Bortloff zeigte zunächst grafisch die Flächen auf, welche mit Photovoltaikelementen bestückt würden. Die Anlage diene neben dem Klimaschutz auch der Versorgungssicherheit der Bürger mit Strom, betonte er. Weiter führte er aus, dass der zuständige Regionalverband Nordschwarzwald die vorgesehene Fläche als geeignet einschätzt.

Starres System wesentlich effektiver

Überbaut wird eine Fläche von 5,5 Hektar mit einer Leistung von etwa 16 Megawatt. „Die 17 Grundeigentümer“, so Bortloff, „haben bereits grünes Licht gegeben.“ Im Vergleich zur bestehenden Anlage mit zweiachsiger Nachführung sei das starre System wesentlich effektiver.

Uwe Hebe, Ortsvorsteher von Römlinsdorf, sagte, der Ortschaftsrat habe bereits mehrheitlich diesem Repowering zugestimmt.

Die Fragerunde wurde von Joachim Hermann (ZfA) eröffnet. Er stellte Fragen zum Standort „Schillerlinde“, der Vergütung für die Kommune, der Landwirtschaftsfläche, der Bürgerbeteiligung sowie zu einem möglichen Entwässerungskanal für das Gebiet „Höhe 1“.

Vergütung für die Kommune wird noch ausgehandelt

Bortloff erklärte, dass er keine Planung für eine Windkraftanlage „Schillerlinde“ verfolge. Eine Vergütung für die Kommune werde es geben, was jedoch noch vertraglich ausgehandelt werden müsse. Die Hochwertigkeit der Landwirtschaftsfläche sei für ihn schwer zu beurteilen und hänge vom Landwirtschaftsamt ab, so Bortloff. Allerdings liege das Gebiet in einem Wasserschutzgebiet und sei deshalb auch für die Landwirtschaft nur eingeschränkt nutzbar.

Eine Bürgerbeteiligung – es gibt schon 17 Beteiligte – könne er sich vorstellen. Bei der bestehenden Anlage seien 38 und beim Windrad 80 Personen beteiligt. Allerdings rechne er mit 24 Monaten bis zum Baubeginn, da zunächst der Teilflächennutzungsplan, das Bebauungsplanverfahren und schließlich die Baugenehmigung abgeschlossen sein müssten. Vorstellbar sei für ihn, dass ein Streifen von fünf bis zehn Metern für einen möglichen Entwässerungskanal für die „Höhe 1“ freigehalten werde.

Konzept im Bereich des Wein- und Obstbaus

Anita Frank (Frauenliste) wollte wissen, wie diese Anlage aufgebaut wird. Laut ihrer Aussage gibt es Hochanlagen, bei denen die Fläche darunter auch landwirtschaftlich genutzt werden kann.

Für Bortloff ist dieses Konzept am besagten Standort keine Option. Dieses Konzept werde hauptsächlich im Bereich des Wein- oder Obstbaus angewandt.

Bürgermeister Pfaff stellte den Beschlussvorschlag mit der Ergänzung, eine Vergütung auszuhandeln, zur Abstimmung. Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme wurde dem Vorschlag mehrheitlich zugestimmt.