So sollen sie aussehen, die Module der Anlage. Die Besucher sind angetan. Foto: Wagner

Photovoltaik: Infoveranstaltung am geplanten Standort

Epfendorf. Eine Photovoltaik-Anlage soll im Epfendorfer Ortsteil Harthausen entstehen. Sie beschäftigt seit einiger Zeit nicht nur den Gemeinderat, sondern auch die Bürger der Gemeinde.

Nachdem die Firma Next2Sun GmbH aus Freiburg das Projekt bereits bei der jüngsten Sitzung im Gemeinderat vorgestellt hatte, wurde es nun auch der Öffentlichkeit ermöglicht, sich vor Ort über das geplante Vorhaben zu informieren.

Geschäftsführer Heiko Hildebrandt und Christian Meyer von Next2Sun GmbH standen den Besuchern am Samstagnachmittag am geplanten Standort südlich von Harthausen Rede und Antwort.

Die Möglichkeit Fragen zu stellen, wurde von vielen Bürgern genutzt und neben Bürgermeister Marc Prielipp und Stellvertreter Uwe Mei waren auch Vertreter des Nabu gekommen. Die Besucher erfuhren, dass auf dem zehn Hektar großen Wiesengelände oberhalb des Schlichemtals eine Agri-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 3,5 MPp (Megawatt Peak) entstehen soll. Mit der dadurch erreichbaren Stromproduktion von 4000 MWh pro Jahr könnten 1200 Haushalte versorgt werden, erklärten die Ingenieure der Firma Next2Sun.

Die Notwendigkeitist unstrittig

Mit dem neuartigen Anlagenkonzept könne man durch die senkrechte Aufständerung in Ost-West-Richtung das Licht von beiden Seiten verwenden.

Zur Veranschaulichung war ein Solar-Modul auf der vorgesehenen Fläche aufgestellt worden. Die Besucher ließen keine Zweifel an der Notwendigkeit solcher Anlagen aufkommen, allerdings sahen viele den vorgesehenen Standort als unglücklich gewählt an. Er grenze direkt an das Naturschutzgebiet "Schlichem", zudem werde die Aussicht entlang des Schlichem-Wanderweges beeinträchtigt. Ein Standort, beispielsweise entlang der A 81 wäre nach Ansicht der Kritiker eine wesentlich bessere Alternative.

Uwe Mei brachte die Einbindung eines Energielehrpfades ins Spiel und auch einen Rastplatz mit integrierter Aussichtsplattform könne er sich hier gut vorstellen. Die drei Meter hohen Solarmodule würden, ohne betonieren zu müssen, aufgestellt und deren Ausrichtung ermögliche trotzdem eine gute Aussicht, erklärte Christian Meyer.

Auch die Befürchtung vieler Besucher, dass das Gelände nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden könne, wurde entkräftet. Die linearen Strukturen würden außerdem neue Lebensräume für Insekten, Falter und Kleinsäuger und damit Nahrung für die Vogelwelt schaffen. Zudem entstünden durch die Anlage keinerlei umweltschädliche Auswirkungen.

Mit den Planungsverfahren sei man allerdings derzeit ganz am Anfang, erklärte Meyer. Frühestens Anfang 2023 sei mit dem Baubeginn zu rechnen.