Das Deutsche Phonomuseum beleuchtet die Geschichte eines ungewöhnlichen Geräts, das Verbindungen nach St. Georgen hat und in den 1930er-Jahren zunächst dem Militär diente.
Das ungewöhnliche Audiogerät mit der Bezeichnung „Tefifon“ beziehungsweise später „Teficord“ rückt derzeit das Deutsche Phonomuseum etwas in den Vordergrund.
Ein Infoblatt erläutert Details, zudem beantworteten Holger Christmann, Klaus Kaiser und Helmut Mellert vom Arbeitskreis Deutsches Phonomuseum bei einem Pressegespräch Fragen.
Erfunden wurde das Tefifon vom deutschen Unternehmer Karl Daniel in den 1930er-Jahren, die Staatsführung hatte wohl ihre Finger im Spiel. Denn eingesetzt wurde das Gerät zunächst vor allem für militärische Zwecke, wie eines der Ausstellungsstücke verdeutlicht.
Geräte für den Hausgebrauch entstanden erst ab 1950, erläuterte Kaiser. Zwar war die Tefi-Apparatebau GmbH & Co. KG in Porz am Rhein beheimatet, die Verbindung zu St. Georgen stellt aber der Tonarm her, der aus der Produktion von Dual stammte.
Oberflächlich betrachtet wirken die Geräte wie Vorläufer des Kassettenlaufwerks, sind die Toninformationen doch auf einem flexiblen Endlosband gespeichert. Im Falle des Geräts fürs Militär auf einem, das wie ein 35-Millimeter-Film aussieht, der in analogen Projektoren zum Einsatz kam. Ein ganz entscheidender Unterschied zur Audiokassette ist aber, das beim Tefifon Informationen nicht magnetisch gespeichert, sondern ähnlich wie bei einer Schallplatte ins Band geritzt werden.
Die Spieldauer betrug anfangs nur 25 Minuten, war so aber Schellackplatten mit nur vier Minuten überlegen. Später waren gar Aufnahmen mit bis zu vier Stunden möglich, so dass ganze Opern wiedergegeben werden oder Geräte den Abend über in Gaststätten für Unterhaltung sorgen konnten.
In kleine Koffer eingebaut
Eine weitere Besonderheit war, dass dank der parallel auf dem Band gespeicherten Tonspuren das Umschalten von einer zur anderen möglich war, wozu es eine kabelgebundene Fernbedienung gab.
Die immer kleineren Geräte wurden schließlich sogar in kleine Koffer oder Transistorradios eingebaut, ein Kombigeräte aus Plattenspieler und Tefifon ist ebenfalls im Museum zu bewundern. Aufgrund des flexiblen Bandes, das Aufnahme und Wiedergabe deutlich aufwändiger machte als bei einer LP, hegt Mellert aber starke Zweifel an der Qualität der ab 1961 gebauten Stereogeräte.
Letztlich konnte sich die Technologie jedoch nicht gegen die immer günstiger werdende Schallplatte durchsetzen, auch da man einer Single nichts entgegenzusetzen hatte. So wurde die Firma 1965 liquidiert, das Versandhaus Neckermann übernahm Restbestände, Namensrechte und Kundendienst.