Im Duell zweier personell gebeutelter Teams behält die SG Empfingen die Oberhand. SVS-Keeper Marcel Bender verhindert mit tollen Paraden eine höhere Niederlage.
Gerade einmal 46 Sekunden waren auf dem Seedorfer Kunstrasenplatz nach dem Seitenwechsel gespielt, da traf Philipp Kress zum 1:0 für die SG Empfingen – der agile Sonay Erdem hatte die Szene schön vorbereitet.
Es war ein längst überfälliger Treffer. Dass es zur Pause nämlich 0:0 stand, lag zu großen Teilen an SVS-Schlussmann Marcel Bender. Nach etwas mehr als zehn Minuten entwickelte sich ein Empfinger Sturmlauf, die Gastgeber wurden komplett in die eigene Hälfte und immer wieder an den eigenen Strafraum gedrückt.
Viele Abschlüsse
Bender zeichnete sich bei Abschlüssen von Moritz Zug (14 und 16.) sowie Philipp Kress (20.) aus, zudem zielte Paul Wössner nur haarscharf vorbei (18.) und Daniel Schima köpfte nach einem Eckball an die Latte (21.). So mancher Fan der SGE hätte sich in diesen Momenten wohl den verletzen Torjäger Pascal Schoch auf dem Platz gewünscht. Auch in der Folge ging es eigentlich nur in eine Richtung, bei einer XL-Chance rettete wieder Bender gegen Zug aus nächster Nähe (34.).
„Unser Angriffsspiel war war wirklich gut und wir waren mit unserer Spielanlage sehr zufrieden. Der Ball wollte da aber noch nicht ins Netz“, resümierte SGE-Coach Alexander Eberhart. Umso glücklicher war er also auch über den frühen „Dosenöffner“ nach dem Seitenwechsel.
Zu billige Gegentreffer
Emanuele Ingrao, Cheftrainer der Seedorfer, hingegen haderte: „Das war sehr ärgerlich. Wir konnten mit dem 0:0 zur Pause zufrieden sein. Beide Gegentore waren im Endeffekt zu einfach.“ Bevor Kress seinen Doppelpack schnürte, traf der umtriebige Empfinger Angreifer zunächst aber noch den Pfosten (48.). Bender zeichnete sich kurz später gegen Sonay Erdem erneut aus (53.).
Wieder Erdem auf Kress
Die Kombination des ersten Treffers sollte dann aber noch einmal zum Erfolg führen. Auf Flanke von Erdem köpfte Kress völlig blankstehend das hochverdiente 2:0. Eberhart erkannte: „Nach dem 1:0 war es für mich klar, dass wir dieses Spiel gewinnen. Wir haben Seedorf tiefstehend erwartet, hätten sie aber aggressiver und im Umschaltspiel besser erwartet. Ich dachte, dass da mehr Gegenwehr kommt.“
Die Hausherren zeigten dann in den letzten 20 Minuten mehr Offensivdrang, wirkten bis dato im Spiel mit dem Ball aber sehr mutlos. Eine gute Gelegenheit hatte Yannik Scheck, seinen Abschluss klärte aber Daniel Schima entscheidend (75.). Drei Minuten später hatte Timmy Haag dann nach einem Eckball eine große Doppelchance auf den Anschlusstreffer, ließ diese aber ungenutzt,
Nun kommt der SSC Tübingen
Ingrao monierte: „Wir tun uns nach vorne einfach schwer, das zieht sich durch die ganze Saison. Wenn wir dann mal Chancen haben, sind wir nicht konsequent genug und es fehlt auch das Selbstbewusstsein. Wir hatten uns viel vorgenommen, haben in der 1. Halbzeit aber nicht den Mut mal ins Dribbling zu gehen oder in die Tiefe zu sprinten.“ Klar ist: Im Nachholspiel gegen den SSC Tübingen am Mittwoch muss auf jeden Fall eine Leistungssteigerung her.