Über Zuspruch kann sich die McDonald’s Filiale in Zimmern nicht beklagen – doch der Besuch von CDU-Politiker Philipp Amthor sorgte jetzt für echten Ausnahmezustand.
Austausch mit vor allem jungen Bürgern zu späterer Stunde bei kostenlosen Burgern und Hähnchennuggets: Zum Wahlkampfauftakt von CDU – Landtagskandidat Stefan Teufel kam der junge CDU – Staatssekretär Philipp Amthor nach Zimmern in die McDonalds Filiale – und lockte eine große Schar von Zuhörern an.
Von Markus Lanz zu Stefan Teufel
Vor zwei Wochen im Studio bei Markus Lanz, am Montagabend zusammen mit Teufel in Zimmern: Der 33-jährige Shootingstar der CDU aus Mecklenburg -Vorpommern ist vielerorts ein gerngesehener Gast. Eloquent wie gewohnt und nie um eine Antwort verlegen präsentierte sich Amthor bei diesem Wahlkampftermin.
Das junge Gesicht der CDU zieht – so der Eindruck an diesem Abend bei McDonalds – junge Leute an wie ein Magnet. Zahlreiche Mitglieder der Jungen Union waren vertreten. Auch Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss zählte zu den Gästen.
Zeit für Selfies
Geduldig und immer mit einem Lächeln auf den Lippen erfüllte Amthor nach der Veranstaltung die vielen Selfie-Wünsche. „Der Amthor kommt – und der Teufel ist los“, freute sich der bestens gelaunte Zimmerner CDU-Politiker über die riesige Resonanz.
Team des „Spiegel“ vor Ort
Sogar ein Team des „Spiegel“ konnte Teufel zu dieser Veranstaltung begrüßen. Konservative Einstellung und gute Laune passten zusammen, „mit beidem zusammen geht es noch besser“, meinte der für Digitalisierung und Staatsmodernisierung zuständige Staatssekretär in der lockeren Runde.
Zwei Tage lang sei er auf einer Tour durch Baden-Württemberg. Er wolle mithelfen, dass das Land noch besser regiert werde, nämlich mit einem Ministerpräsidenten Manuel Hagel an der Spitze, verriet der Staatssekretär zu Beginn seiner 20-minütigen kämpferischen Wahlkampfrede. Bei der Digitalisierung habe Deutschland großen Nachholbedarf. Man könne in der sozialen Marktwirtschaft schon mal am Wettbewerb scheitern, „scheitern sollte man aber nicht an Formularen“, sagte der Politiker.
Die Bürger hätten eine klare Erwartungshaltung in puncto Digitalisierung. Amthor versprach vollmundig: „Wir wollen Deutschland entknoten“. Die CDU habe in 16 Jahren aber auch nicht alles richtig gemacht, räumte er ein. Nach seiner Rede animierte er („Seid nicht schüchtern, ich bin es auch nicht“) die Besucher, Fragen an ihn zu stellen.
Die Begünstigungsregelungen zur Aktiv-Rente hätte er persönlich auch auf die Solo-Selbständigen ausgeweitet, antwortete der Staatsekretär („Die Diskussion ist aber noch nicht abgeschlossen“) auf eine Frage aus dem Publikum. Ein anderer prangerte die Verschuldung und die „Gängelung“ durch die SPD an. Letzterem widersprach der 33-Jährige vehement.
Alternativen zu Google und Facebook
Ein Gast fragte sich, warum es in Deutschland und Europa bisher nicht möglich sei, Alternativen zu den amerikanischen Produkten wie Google und Facebook zu entwickeln. Dies wolle man ändern, kündigte der Digitalexperte an. „Wir müssen die digitale Souveränität stärken, wir wollen Macher werden“. Er versprach, entsprechende Firmen unterstützen wollen. Konkretere Vorschläge wurden nicht genannt.
Allgemein brach Amthor („Ich sehe die Chancen“) eine Lanze für die sozialen Medien – und zwar „in einem guten demokratischen Raum“. Ein Zuhörer forderte eine „Brandmauer“ gegen den Linksextremismus. „Wir haben einen 360 Grad Blick zum Extremismus“, erwiderte der Staatssekretär. Weder Links- noch Rechtsextremismus hätten in „unserem Rechtsstaat einen Platz“. Amthor warnte davor, Extremismus gegeneinander aufzurechnen. Mit Blick auf die AFD verlangte er eine „klare Kante“. Diese Partei radikalisiere sich immer weiter, stellte er fest.