Durch die Zusammenlegung der bisher verteilten Labore sind im Herbst 2024 in Basel neue, hochmoderne Büro- und Laborarbeitsplätze entstanden. Foto: Michael Werndorff

Roche konnte laut Verwaltungsratspräsident Severin Schwan auch 2025 trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten starke Ergebnisse erzielen.

Der Konzern setze auf eine langfristige Strategie, die darauf abziele, Krankheiten vorzubeugen, zu stoppen oder zu heilen, sagte Schwan an der Generalversammlung am Dienstag darlegte.

 

Hierfür kombiniere Roche die Expertise aus beiden Geschäftsbereichen mit Investitionen in Forschung und Entwicklung, sowohl intern als auch über Partnerschaften. Schwan betonte, dass die Kombination aus Diagnostik- und Pharmaexpertise Roche einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verschaffe und es dem Unternehmen ermögliche, wissenschaftliche Fortschritte direkt in innovative Therapien für Millionen von Patienten weltweit umzusetzen.

„In Forschung und Entwicklung investieren wir insbesondere an unseren wichtigen globalen Standorten wie San Francisco und Shanghai, aber natürlich auch hier in Basel, wo wir im vergangenen Oktober den Grundstein für den Bau 12 gelegt haben: ein weiteres hochmodernes und flexibles Forschungs- und Entwicklungsgebäude, in das wir eine halbe Milliarde Franken stecken“, so Schwan. Diese Investition sei ein ganz klares Bekenntnis zu Basel.

In den vergangenen zehn Jahren habe Roche sieben Milliarden Franken in der Schweiz investiert. „Wir glauben an den Forschungsstandort Schweiz und sein Potenzial.“ Gleichzeitig betont der VRP, dass die USA und China – die beiden wichtigsten Märkte für Roche – industriepolitisch harte Anreize setzten. „Marktzugang wird zunehmend an lokale Investitionen gekoppelt. Protektionismus hat unweigerlich zur Folge, dass der Kuchen für Investitionen für den Rest der Welt immer kleiner - und der internationale Wettbewerb immer größer - wird.“

Für den Standort

Vor diesem Hintergrund betont Schwan die Bedeutung von Spitzenforschung und Top-Talenten für den Standort Schweiz und warnte vor zu restriktiven Rahmenbedingungen, etwa durch Beschränkungen bei der Rekrutierung hochqualifizierter Fachkräfte oder Kürzungen in Bildung und Basisforschung. Gleichzeitig mahnte er an, dass politische Stabilität allein nicht ausreiche: Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit seien entscheidend, um im globalen Wettbewerb der Life-Sciences-Industrie zu bestehen. Die vom Bundesrat eingerichtete Arbeitsgruppe soll nach Schwan dazu beitragen, Digitalisierung, Bürokratieabbau und Modernisierung der Preisfestsetzung im Gesundheitswesen voranzutreiben, um den Zugang zu innovativen Medikamenten zu beschleunigen.

Deutliche Fortschritte

Roche hat laut Chef Thomas Schinecker im vergangenen Jahr sowohl wissenschaftlich als auch geschäftlich deutliche Fortschritte erzielt. Der Pharmakonzern sei damit strategisch gut positioniert, sagte der Konzern-Lenker. Im Zentrum der aktuellen Forschungsfortschritte steht der Wirkstoff Giredestrant zur Behandlung von hormonrezeptor-positivem Brustkrebs im Frühstadium, der in einer zulassungsrelevanten Studie das Risiko eines Rückfalls oder Todes um rund 30 Prozent senken konnte.

„2025 war ein Rekordjahr für den Konzern“, sagt Schinecker. So überführte Roche zehn neue Moleküle in die späte klinische Entwicklungsphase - mehr als je zuvor – darunter Projekte gegen Alzheimer, Parkinson, Übergewicht, Krebs sowie ein neuartiges Antibiotikum gegen resistente Keime.

Zwölf relevante Studien

Insgesamt lieferten zwölf zulassungsrelevante Studien positive Ergebnisse. Dazu zählen neben Giredestrant auch der Wirkstoff Fenebrutinib zur Behandlung der Multiplen Sklerose, der das Potenzial zur ersten hochwirksamen oralen Therapie sowohl für schubförmige als auch primär progrediente Verlaufsformen haben könnte. Auch Gazyva bei systemischem Lupus, das zudem in Studien bei schweren Nierenerkrankungen positive Resultate zeigte, zählt der Konzernlenker zu den Erfolgen.