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Pforzheim Württembergisch mitten in Baden

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Eine leere und ungenutzte Fläche bilden im Bahnhof Pforzheim die früheren Gleise 101 und 102. Rechts wartet ein Zug der Kulturbahn auf Gleis 103. Foto: Schwarzwälder-Bote

Pforzheim. Überraschendes findet man im 16. Band von Meyers Konversationslexikon über die Eisenbahnverbindung von Pforzheim nach Wildbad. Das Lexikon stammt aus dem Jahr 1890.Damals fuhr die Württembergische Staatsbahn nach Wildbad, heute verkehren die Fahrzeuge der badischen Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) auf dieser Strecke. Erstaunlich dabei, noch immer gibt es in Pforzheim die Erinnerung an die Bahnsteige 101 und 102, die damals sozusagen eine württembergische Enklave im badischen Pforzheim waren, da nur von diesen Bahnsteigen die Abfahrt und Ankunft ins oder aus dem Enz- und dem Nagoldtal erlaubt war.

Die württembergischen Lokomotiven der Enztalbahn durften damals außerdem nicht in Pforzheim übernachten. Deshalb gab es beim Wildbader Bahnhof einen großen Schuppen für mehrere Lokomotiven. Wildbad gehörte im württembergischen Schwarzwaldkreis zum Oberamt Neuenbürg, das erst 1936 aufgelöst worden ist. Interessant ist darüber hinaus, dass in der Badestadt neben einer evangelischen und katholischen Kirche auch eine Synagoge sowie eine anglikanische Kirche vorhanden waren. Letztere ist heute die "Englische Kirche". Wo die Wildbader Synagoge stand, ist dagegen nicht bekannt.

Bei der Aufzählung der Schulen wird die bestehende Volksschule vorausgesetzt und deshalb nicht erwähnt, dafür wird auf eine "Idiotenanstalt" hingewiesen, auch wenn diese heute nicht mehr auffindbar ist. Das im alten Lexikon erwähnte große Badehaus im römischen Stil ist das heutige Palais Thermal, das allerdings 1890 noch nicht im marokkanischen (maurischen) Stil gestaltet war, also nicht die heute sichtbare alte Innenausstattung im Erdgeschoss hatte. Auch trug es damals noch nicht den späteren Namen Eberhardsbad.

Das Katharinenstift, erbaut 1868 bis 1870, wurde 1968 abgebrochen, um Platz für den Neubau des inzwischen geschlossenen neuen Eberhardsbades zu machen, das als Kurmittelhaus nicht mehr benötigt wird.

Da damals eine Kur in Wildbad noch komplett selbst bezahlt werden musste, wurden bei Bedürftigkeit "arme Landeskinder" auf Kosten des Königreichs zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit nach Wildbad in das Katharinenstift geschickt. Der Katharinenbrunnen, ein Fensterbogen, die Inschrift im Hofbereich des Palais Thermal sowie der Schluss-Stein im Eingangsbereich der neuen Sana-Klinik erinnern an dieses Gebäude. Nach-Nachfolger ist die heutige Sana-Klinik, die allerdings einen anderen medizinischen Auftrag hat. Seltsamerweise wird die 1878 erbaute alte Trinkhalle nicht erwähnt, obwohl sie für die damalige Zeit ein besonderes und beachtliches Bauwerk war.

Noch nicht vorhanden war das König-Karls-Bad, das 1892 fertiggestellt wurde. Dagegen gab es die König-Karl-Straße sowie die Hauptstraße, die heutige Wilhelmstraße.

 
 

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