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Pforzheim Toleranz gegenüber anderen Nationalitäten notwendig

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Enzkreis. 175 Kinder und Jugendliche leben in Pflegefamilien im Enzkreis – aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das können eine Drogen- oder Alkoholsucht der Eltern, eine psychische Erkrankung, eine finanzielle Notlage oder die Häufung mehrerer Probleme sein.

Die jungen Menschen können nicht mehr in ihrer eigenen Familie bleiben und benötigen die Unterstützung einer Pflegefamilie – vorübergehend oder auf Dauer.

"Um das Mädchen oder den Jungen in eine passende Familie vermitteln zu können, brauchen wir dringend Menschen, die bereit sind, ein fremdes Kind oder einen Jugendlichen in Vollzeitpflege aufzunehmen", beschreibt Susanne Wendlberger vom Jugendamt die Aufgabe. Für Menschen, die sich überlegen, ein Pflegekind aufzunehmen, bietet die Sozialarbeiterin einen Bewerberkurs an, der am Dienstag, 1. Oktober, um 18.30 Uhr mit einer Einführung beginnt. Danach folgen zwei Freitage (von 14 bis 20 Uhr) und zwei Samstage (ganztags von 9.30 bis 17 Uhr).

"Ein Pflegekind lebt für einige Monate, vielleicht auch Jahre, wie alle anderen Familienmitglieder in der Pflegefamilie. In der Regel hat es aber weiterhin Kontakt zu seinen Eltern", sagt Wendlberger. Die Häufigkeit und die Gestaltung der Besuche werde vom Sozialen Dienst des Jugendamtes gemeinsam mit Eltern und Pflegeeltern vereinbart.

Grundsätzlich können verheiratete und unverheiratete Paare, aber auch Alleinstehende Pflegepersonen werden; ob eigene Kinder vorhanden sind, ist nicht entscheidend. In jedem Fall sollen die Bewerber finanziell sichergestellt sein – unabhängig vom Pflegegeld, heißt es in einer Pressemitteilung des Enzkreises. Die Wohnung soll groß genug sein, sodass mit der Aufnahme eines Pflegekindes keine beengte Situation entsteht. Toleranz gegenüber anderen Nationalitäten, Religionen und Lebensformen gehört zum Selbstverständnis einer geeigneten Pflegefamilie.

Freude am Zusammenleben mit Kindern nötig

Wichtig ist dem Team der Pflegekinderhilfe, dass die Pflegefamilie zur Zusammenarbeit mit den Eltern, dem Pflegekind und dem Jugendamt bereit ist: "Dazu gehört die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen wie Bewerberkurs, Referentenabenden und Supervision." Vor allem aber sollte eine Pflegefamilie Freude am Zusammenleben mit Kindern haben.

Weitere Informationen gibt es bei Susanne Wendlberger im Landratsamt, Telefon 07231/3 08 95 71, E-Mail Su sanne.Wendlberger@enz kreis.de. Ein 18 Minuten dauernder Film mit Interviews von Pflegefamilien aus dem Enzkreis steht auf www.youtube.com, Suchwort "Pflegeeltern werden".

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