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Pforzheim "Mit Vollgas in die Vergangenheit"

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Frank Stephan (Finanzreferent Enzkreiskliniken, von links), Dominik Nusser (Regionaldirektor), Professor Jörg Martin (Geschäftsführer) und Landrat Bastian Rosenau blicken wegen der Bilanzen der Enzkreiskliniken nicht unbedingt mit vollem Optimismus in die Zukunft. Foto: Jähne Foto: Schwarzwälder Bote

Professor Jörg Martin bestätigte, man befände sich mit "Vollgas zurück in die Vergangenheit" und selbst Landrat Bastian Rosenau konnte sich einen neidischen Blick nach Karlsruhe und nach Ludwigsburg, wo die Kliniken noch schwarze Zahlen schreiben, nicht verkneifen.

Pforzheim. Personelle wie finanzielle Engpässe bestimmten das Jahr 2018. Wurde bis vor Kurzem noch eine wirtschaftliche Hochkonjunktur prognostiziert, so war bei der Bilanzverkündung nicht mehr viel davon zu spüren. Teilweise sehr ernüchternde Fakten kamen bei der Präsentation des Jahresabschlusses für 2018 auf den Tisch, wobei Enzkreiskliniken-Geschäftsführer Martin den Anfang machte: Derzeit kämen auf ein Pflegepersonal zwischen zehn und 20 Patienten.

Gesundheitsminister Jens Spahn (SPD), dem so mancher Seitenhieb galt, empfahl, die Betten zu reduzieren und auf Angestellte zu verzichten. Ein Schritt, zu dem sich Martin noch längst nicht hinreißen möchte – schon alleine deshalb nicht, um den Patienten die weiten Wege nach Karlsruhe, Stuttgart oder Ludwigsburg zu ersparen.

Pool an dauerhaft verfügbaren Kräften

Dabei würde vielerorts und händeringend nach neuen Leuten gesucht: Egal, ob nun Krankenschwestern, Hebammen oder im OP-Bereich. So wäre es nicht nur angedacht, einen überregionalen Mindestpool an dauerhaft wie ständig verfügbaren Einsatzkräften zu schaffen, sondern auch verbesserte Karrierechancen durch erhöhte Bildungsgrade (Bachelor, Master, Promovierung) zu ermöglichen und eine bessere Bezahlung zu gewährleisten.

Dominik Nusser, Regionaldirektor der Enzkreiskliniken, beanstandete vor allem die Baustellensituation der B 10 in Mühlacker in Richtung Illingen/Vaihingen/Stuttgart im vergangenen Jahr, die eine mehrmonatige Vollsperrung nach sich zog. "Das dortige Krankenhaus war zeitweilig nur noch über die Innenstadt erreichbar", klagt Nusser, um im selben Atemzug eine finanzielle Einbuße von rund 840 000 Euro zu nennen. Durch zahlreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mussten die Enzkreiskliniken sogar noch tiefer in die eigene Tasche greifen: Rund 4,6 Millionen Euro wurden für wichtige Erneuerungen im Bereich des Brandschutzes, der technischen Ausstattung und der Trinkwasserversorgung investiert. Nicht nur Landrat Rosenau hoffte da ganz offen auf bessere Zeiten. Mit dem Ausbau der Klinik in Neuenbürg zum kompakten chirurgischen Gelenkzentrum soll ein erster Schritt in die richtige Richtung getan werden.

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