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Pforzheim/Kreis Calw Sparkasse schließt 14 ihrer Filialen

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Die Sparkassenfiliale am Unteren Ledereck in Calw ist eine von drei Geschäftsstellen im Kreis Calw, die geschlossen werden. Foto: Kugel

Pforzheim/Kreis Calw - Niedrigzinsniveau, Preis- und Kostendruck und ein verändertes Kundenverhalten machen den Banken schon seit geraumer Zeit zu schaffen. Und jetzt auch noch Corona: Die Sparkasse Pforzheim Calw reagiert mit einer Ausdünnung ihres Geschäftsstellennetzes. Im Kreis Calw sind davon drei Filialen betroffen.

Die Entscheidung zu diesem Schritt fiel am Donnerstagabend im Sitzungssaal des Pforzheimer Sparkassenhauses. Zum ersten Mal tagte der Verwaltungsrat als Aufsichtsgremium seit Beginn der Corona-Pandemie wieder in einer turnusmäßigen Präsenzsitzung. Wichtigster Beschluss: die Neuausrichtung in der Fläche. Von den 108 Geschäftsstellen, die die größte Sparkasse im Land im Nordschwarzwald unterhält, werden 14 geschlossen. Im Markt Pforzheim ist die Geschäftsstelle Sonnenhof betroffen, im Markt Enzkreis werden zehn Dependancen dicht gemacht und im Kreis Calw drei Geschäftsstellen: Hirsau, Neuhengstett und die 700 Meter von der Calwer Hauptstelle entfernte Filiale am Unteren Ledereck. "Wir stehen zu diesen Entscheidungen", erklärte Hans Neuweiler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Bargeldversorgung vor Ort bliebe aber gleichwohl gesichert. Will heißen: Die Bankautomaten bleiben, auch wenn die Geschäftsstellen dichtgemacht werden.

Aber auch nach diesem "harten Schnitt", so betonte Neuweiler, unterhalte die Sparkasse Pforzheim Calw im Bundesvergleich weiterhin das dichteste Geschäftsstellennetz mit 4537 Einwohnern pro Dependance, während die Sparkassen deutschlandweit auf 8404 und die Genossenschaftsbanken auf 8607 Einwohner pro Filiale kommen.

"Jedem Mitarbeiter wurde es freigestellt, wie er sich am besten wohlfühlt"

Personalreduzierungen, so betonte der stellvertretende Vorstandssprecher, gingen mit diesen Schließungen nicht einher: "Im Gegenteil." Für das Personal in den betroffenen Geschäftsstellen gebe es genügend andere Arbeitsplätze in dem Institut. "Wir haben erst wieder 60 Personen eingestellt – und hätten noch mehr Bedarf."

Die Corona-Krise meisterte die Bank ansonsten ohne größere Personalausfälle. Mit einem Krankenstand von 4,6 Prozent schneide man hervorragend ab. Und dabei überließ man es als systemrelevantes Unternehmen den Mitarbeitern selbst, wie sie sich in diesen Zeiten schützen wollten. Neuweiler: "Wir haben keine Maskenpflicht. Jedem Mitarbeiter wurde es freigestellt, wie er sich am besten wohlfühlt." Auch das Casino blieb geöffnet.

Trotz alledem kam es in dem Unternehmen mit seinen nahezu 2000 Mitarbeitern nur zu einem Corona-Fall. Eine Kollegin in der Nagolder Hauptstelle hatte sich infiziert. Das Gesundheitsamt hatte umgehend reagiert und ließ noch am Ostermontag alle Kollegen, die mit der Mitarbeiterin in Kontakt gekommen waren, testen. Ergebnis: keine weiteren Auffälligkeiten. Schon vier Tage später konnte die Hauptstelle wieder geöffnet werden.

Derzeit sind 127 Mitarbeiter im Home Office. Dabei kam der Bank zupass, dass man schon vor einem halben Jahr, als noch niemand etwas von Corona ahnte, eine Testphase in Mobilem Arbeiten eingeführt hatte – "mit sehr positiven Erfahrungen", so Neuweiler, "darauf konnten wir gleich aufsetzen".

56 von 108 Geschäftsstellen derzeit geschlossen

Auch was die Bargeldversorgung anbetrifft – ein Kriterium, über das die Bankenaufsicht Bafin mit Argusaugen wacht – "hatten wir nie ein Problem. Die Geldautomaten waren teilweise übervoll. Auch bei der Liquidität konnten wir glänzen."

Bislang sind noch 56 der 108 Geschäftsstellen zum Schutz der Mitarbeiter geschlossen. Besagte 14 Filialen bleiben es auch. Wann der Rest wieder aufmacht, hängt von Lockerungen ab, die von Regierungsseite entschieden werden. Neuweiler: "Wir waren nicht die ersten, die zumachen und werden auch nicht die ersten sein, die wieder aufmachen. Wir machen keine Schnellschüsse."

Bilanztechnisch hinterlässt der hartnäckige Virus aber kaum Spuren in den Büchern des Instituts. Man verzeichne auch in der Krise eine hohe Kreditnachfrage – 1940 an der Zahl. 643 beantragten eine Tilgungsaussetzung. An Soforthilfen über IHK und Handwerkskammer flossen mehr als 40 Millionen Euro.

Neuweilers positive Bilanz in Krisenzeiten: "Für unsere Sparkasse war das erste ein gutes und normales Quartal."

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