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Pforzheim/Karlsruhe Kindesmissbrauch nach mehr als 20 Jahren geklärt

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Ein Fall von Kindesmissbrauch konnte nach mehr als 20 Jahren geklärt werden. (Symbolfoto) Foto: Bubbers BB/ Shutterstock

Pforzheim/Karlsruhe - Jahrelang war ein mutmaßlicher Sexualstraftäter auf freiem Fuß. Keine Spur führte zu ihm, bis er vor gut einem halben Jahr in Karlsruhe endlich festgenommen werden konnte. Nun zeigt der 55-jährige Deutsche sich geständig und muss für seine Taten die Verantwortung übernehmen. Das Besondere: Eine davon reicht bis ins Jahr 1997 zurück.

Damals soll er als 33-Jähriger in Pforzheim ein neunjähriges Mädchen mit einem Messer bedroht und sich in einem Keller an ihm vergangen haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die gesicherten Spermaspuren konnten jahrelang niemandem zugeordnet werden – bis 2018. Am 21. April vergangenen Jahres wurde der Tatverdächtige laut Darstellung der Polizei in einem Karlsruher Einkaufszentrum festgenommen beim Versuch, einem siebenjährigen Mädchen mit einer Kamera zwischen die Beine zu filmen. Sicherheitsleute hielten ihn fest, bis die Polizei eintraf.

"Anschließend durchsuchten Beamte die Wohnung sowie ein Fahrzeug des Verdächtigen und fanden mehrere mit Sperma aufgezogene Plastikspritzen", sagt Polizeisprecher Frank Otruba. Dieser Fund machte das schreckliche Ausmaß der Taten deutlich. Die DNA passte mit den 1997 sichergestellten Spuren überein. Und nicht nur das. Der 55-Jährige räumte ein, neben der – nach heutigem Rechtsverständnis – Vergewaltigung im Jahr 1997 dazu im Großraum Karlsruhe in 10 bis 20 Fällen Sperma mit Spritzen auf Mädchen und Frauen weitergegeben zu haben.

Nur zwei solcher Fälle waren der Polizei bis zu diesem Geständnis bekannt: Ende 2014 hat eine Frau eine Straße in Karlsruhe überquert und ist laut Polizeimitteilung dabei von einem Mann verfolgt worden. Später hat die Frau Spermaspuren an einem Hosenbein entdeckt. Am 14. April 2018 hat ein 13 Jahre altes Mädchen vor einem Schnellimbissrestaurant ebenfalls in Karlsruhe eine ähnliche Tat erlebt. Die Polizei gehe davon aus, dass viele weitere Opfer die Spuren nicht als Sperma ausmachten oder der Mann seine Opfer nicht immer getroffen habe und deswegen keine weiteren Anzeigen eingingen, sagt Otruba unserer Zeitung.

Auflösung nach so langer Zeit absolut selten

Da aus Sicht der Staatsanwaltschaft keine Flucht-, Verdunklungs- oder Wiederholungsgefahr bestand, blieb der geständige Mann seit seiner Verhaftung auf freiem Fuß. Allerdings verhielt er sich laut Polizei in dieser Zeit ruhig. Ein Gerichtsverfahren blüht dem 55-Jährigen dennoch mit ziemlicher Sicherheit. "Aufgrund einer Gesetzesänderung ist die Tat von 1997 nicht verjährt, weil die Verjährungsfrist bei solchen Straftaten erst mit dem 30. Geburtstag des Opfers beginnt", erklärt Regina Schmid von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Zweigstelle Pforzheim unserer Zeitung.

Der Fall von 1997 wurde laut Otruba damals nach den üblichen Polizeiermittlungen der Staatsanwaltschaft weitergegeben, musste aber aufgrund des dürftigen Ergebnisstandes vorläufig auf Eis gelegt werden. So ruhte der Fall rund 21 Jahre, und es schien fast so, als ob der Peiniger der vielen Frauen und Mädchen ungestraft davonkomme.

Es geschieht zwar öfter, dass die Polizei vor allem Gewohnheitstäter wie Ladendiebe oder Räuber nach einigen Jahren mithilfe eines ­DNA-Abgleichs doch noch aus dem Verkehr zieht. Dass nach rund zwei Jahrzehnten ein Fall dieser Schwere doch noch aufgeklärt wird, sei dagegen absolut selten, "und auch ich habe so etwas noch nie erlebt", sagt Otruba.

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