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Pforzheim Hohn und Spott heute noch Alltag

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Mit einem Infostand war der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter in Pforzheim vor Ort. Foto: Jähne Foto: Schwarzwälder Bote

Die Wunschzettel von Menschen mit Benachteiligung können sehr sehr lang sein: Der eine wünscht sich blindengerechte Wahllokale am 26. Mai, der andere bezahlten, wenn nicht gar kostenfreien Wohnraum für gesundheitlich nicht Erwerbsfähige.

Pforzheim. Dabei sind am Montagnachmittag auch Schicksale vertreten, die wirklich bewegen und zu Herzen gehen: Eine sehbehinderte Frau erhält keine Rente, weil sie drei Jahre lang nicht arbeiten konnte. Einem Rollstuhlfahrer wurde auf sehr offene und dreiste Weise die Beförderung per Omnibus verweigert. "Beleidigungen, Anfeindungen, Hohn und Spott gegen über Menschen mit Benachteiligung sind leider selbst heutzutage noch Gang und Gebe", sagt Tobias Domogalla aus Illingen, der am Montagnachmittag den BSK (Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter) vertrat. Von 15 bis 19 Uhr veranstalteten Mohammed Zakzak, Inklusionsbeauftragter der Stadt Pforzheim, sowie Anne-Marie Rouvière-Petruzzi einen Infostand in der Fußgängerzone der besagten Stadt, um über die Situation von behinderten Menschen aufzuklären.

Auch ältere Menschen gehören zum Kreis der Betroffenen

Dass noch viel getan werden muss, steht außer Frage. Dennoch will Rouvière-Petruzzi das Wort "Kampf" nicht benutzen, um es lieber durch "Netzwerken" und "Solidarität" zu ersetzen. Weil bereits am Sonntag, 5. Mai, der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung stattgefunden hatte, sollte diese Interessenbewegung auch auf die Pforzheimer Straße getragen werden.

Dabei sind Benachteiligte Menschen wie Du und ich, und auch das wird am dem vierstündigen Infostand überdeutlich: Man unterhält sich genauso über die Themen, welche die Stadt bewegt, flachst und witzelt, und auch über die Ergebnisse der Kommunalwahl vom 26. Mai wird spekuliert. Dass es dabei nicht nur um die fast schon "klassischen Behinderten" wie etwa Rollstuhlfahrer, Mongoloide oder Blinde geht, wird im Gespräch schnell klar: "Jeder wird mal alt", gab Domogalla verstehen, wobei auch ältere Menschen zum erweiterten Kreise zählen.

Wenn die geistigen und körperlichen Funktionen nachlassen und man auf fremde Hilfe angewiesen ist oder auch bei jungen Menschen, bei denen das Leben per Unfall von Jetzt auf Nachher aus den Fugen gerät, dann gehört man schneller dazu als man denkt. "Wir wollen die Menschen verstärkt für das Thema sensibilisieren", so Zakzak, der ebenfalls zu den Betroffenen gehört. In einer immer noch oberflächlichen wie materiellen Gesellschaft erscheinen vier Stunden da fast zu wenig.

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