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Pforzheim Frisch getöpfert: Geschirr für Zucchini-Suppe

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Töpfern inmitten von Zucchini: Amir arbeitet im Grünen an seiner Suppenschale.Foto: Lara Zettl Foto: Schwarzwälder Bote

Pforzheim. Sonne und Regen im Wechsel lässt sie prächtig gedeihen, die mehr als 200 Zucchini-Pflanzen im Fair Land der Hochschule Pforzheim am Waisenhausplatz.

Endlich ist es möglich, das Fair Land auch als Ort des Austausches zu nutzen. Familien sind eingeladen, gemeinsam einen Keramik-Workshop zu besuchen. Denn die Zucchini-Ernte hat begonnen und für eine Suppe benötigt man eine Schale. Diese entstehen in den Kursen. Die Designer Marleen Hecker und Quimey Servetti unterstützen die Kinder und Eltern dabei, Geschirr und Besteck zu töpfern.

Kleine und große Menschen finden sich immer montags und dienstags ein und töpfern gemeinsam. Die Idee dazu ist wieder eine Verbindung zu der englischen Künstlerorganisation Grizedale Arts, mit der das Pforzheimer Fair Land in Kooperation entstanden ist. Wie immer im Fair Land sollen aus einem einfachen Basismaterial anhand der drei Kriterien (wünschenswert/desirable, nützlich/useful und machbar/achivable) Gegenstände für den täglichen Gebrauch entwickelt werden. Das Fair Land fördert soziale Aktivierung, die Menschen zusammengebringt, um sich kennenzulernen und auszutauschen; dies stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

In Zusammenarbeit mit dem Integrationsmanagement (IGM) der Stadt Pforzheim haben Familien die Möglichkeit, kreativ zu sein. "Das unbeschwerte Zusammensein hilft ungemein", sagt Alexandra Neuner, Leiterin des IGM, die mit ihrer Kollegin Jennifer Klein vor Ort ist, und beim Kneten sowie Formen hilft. Der Keramikkurs ist die erste gemeinsame Unternehmung für ihre betreuten Familien nach dem Lockdown – und entsprechend begeistert sind Kinder und Eltern bei der Sache.

Amir ist begeistert

Der elfjährige Amir ritzt ein Muster in den weichen Ton. Seit viereinhalb Jahren ist er mit seiner Familie in Pforzheim. Der Lockdown hat ihm nicht gefallen: keine Freunde, keine Osterfeldschule – und kein Kunstkreis. "Den habe ich sehr vermisst", sagt er. Der Kunstkreis wird ebenfalls von der IGM organisiert und Amir war von Anfang an mit viel Freude dabei. Dass er das erste Mal mit Ton arbeitet, bemerkt man nicht, so geschickt bringt er das Material in Form und gestaltet sogar einen kleinen Topf mit Deckel. Sein Vater Jamshidi ist ebenfalls dabei, getöpfert hat er zuletzt als Kind.

Auch für die Designer Hecker und Servetti sind die Kurse eine Bereicherung. Beide sind Absolventen der Fakultät für Gestaltung, sie sind Teil des Pforzheimer Designteams "studio.drei". Hecker hat einen Lehrauftrag für Keramik und kann den Kindern das Material nahebringen. "Es ist unglaublich, was in den Kindern steckt und welche Familiengeschichten man hört. Gestern haben wir über den elfjährigen Hamudi aus Syrien gestaunt, der fünf Sprachen spricht." Ein ganzer Tisch voll mit Keramikgefäßen ist in den ersten Tagen schon entstanden. Gebrannt werden die Objekte in der Hochschule, danach in leuchtendem Zucchini-Grün glasiert. Vieles davon dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen. Die Suppenschalen bleiben im Fair Land, während der Activity Week vom 6. bis 12. Juli wird daraus Zucchini-Suppe gelöffelt.

An einem Keramikkurs können zwei Familien teilnehmen. Die Workshops finden immer montags und dienstags von 16 bis 18 Uhr statt. Es sind noch wenige Termine frei. Das Angebot ist kostenfrei.

Seit Ende des Lockdowns kommen viele Passanten am Fair Land am Waisenhausplatz vorbei. Darüber ist die Projektleiterin Stefanie Wetzke von der Hochschule glücklich. "Darum geht es uns: Leute zusammenbringen, gemeinsam kreativ sein und sich mit der Stadtgesellschaft austauschen." Da kommen zwei ältere Herren vorbei und berichten von ihrem früheren Garten in ihrer alten Heimat Irak, wo sie Zucchini, Auberginen und Kiwi schon im Frühjahr ernten konnten. Andere nehmen Zucchini mit und lassen dafür Rezepte für das Gemüse da. Das Fair Land ist trotz Corona zu einer Plattform für viele Menschen geworden.

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