Ein Windrad überragt die Baumwipfel an einem Waldstandort. Ob das auch jemals auf der Büchenbronner Höhe der Fall sein wird, bleibt in der Schwebe. Foto: sb

Windkraftunternehmen Juwi auf beobachtende Rolle beschränkt. Bürgerbeteiligung geht nach Entscheid weiter.

Engelsbrand/Pforzheim - Zuletzt prägte ein Vertragsentwurf, der auf Unterschriften wartet, die Windkraftdiskussionen um die Büchenbronner Höhe. Engelsbrand hatte eine Vereinbarung auf Eis gelegt, die Stadt Pforzheim und der Staatsforst hatten weiter verhandelt.

Zwischen den Kommunen und zwischen Windkraftbefürwortern und Gegnern sorgte diese Ausgangslage für Misstrauen. Was aber ist mit dem möglichen Vertragspartner, dem Energieunternehmen Juwi? Warum warten die Rheinland-Pfälzer dringend auf einen ertrag, und was würde nach einer Unterschrift passieren?

Juwi-Regionaldirektorin Sabine Pierau und Pressereferentin Ricarda Schuller ist anzumerken, dass die Hängepartie an ihnen zehrt. Die Projektentwickler sehen sich in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite werfen ihnen Kritiker mangelnde Detailinformation vor. Auf der anderen Seite warten sie gerade deshalb auf eine vertragliche Absicherung, um die gründliche Untersuchung in Angriff zu nehmen, die für solche Informationen notwendig ist.

"Wir tragen das Risiko alleine", begründen Sabine Pierau und Ricarda Schuller, warum sie mit den nächsten aufwendigen und deshalb auch teuren Schritten warten wollen, bis nicht mehr jederzeit ein Konkurrent für die Windkraftflächen zwischen Engelsbrand und Pforzheim auf den Plan treten kann.

Was der nächste Schritt wäre, sollte es zu einer Unterschrift zunächst mit Pforzheim und dem Staatsforst kommen? "Wir würden dann auf Engelsbrand zugehen", so Sabine Pierau, "denn wir wollen das Projekt mit der Gemeinde machen."

Engelsbrand wartet freilich noch immer auf das Thüringer Landgericht in Meiningen, wo ein Juwi-Geschäftspartner für verschiedene Delikte wegen Korruption verurteilt wurde. Ob auch ein Verfahren gegen ein Juwi-Vorstandsmitglied, das in den Blick der Ermittler geraten war, eröffnet wird, ist laut Gereicht weiter offen. Das Unternehmen Juwi, das die Vorwürfe stets zurückgewiesen hat, nimmt so lange keine Stellung. Noch eine Hängepartie, die weitere nach sich zieht.

In Engelsbrand geht die Bürgerbeteiligung auch nach dem Bürgerentscheid weiter. Schon bei den Vorbereitungen zum runden Tisch mit Kritikern der Bürgerinitiative "Abstand zur Windkraft" klangen Detailfragen an, auf die es aber wohl erst Antworten gibt, wenn Standorte festgelegt sind. Denn auch das sagen Sabine Pierau und Ricarda Schuller: Details zu Schall, Schattenwurf, Auswirkungen für Pflanzen und Tierwelt könne man nur für exakte Punkte untersuchen und nicht für die Höhe als Ganzes.

Schließlich beginne erst dann das Genehmigungsverfahren mit den von Kritikern eingeforderten Untersuchungen. Ein Verfahren mit klaren Regeln: "Wenn die Schallwerte überschritten werden, können wir nicht bauen", sagt Pierau, "wenn der Rotmilan gefährdet würde, auch nicht." Und zu hohe Auflagen können bei der Wirtschaftlichkeit einen Strich durch die Rechnung machen.

Der andere Faktor dafür ist die tatsächliche Windstärke auf der Höhe. Die Messungen dauern an. Rohdaten zu veröffentlichen, sei dabei nicht möglich. Das Bild sei nicht nur unvollständig – die unausgewerteten Resultate könnten Missverständnissen Tür und Tor öffnen. Davon abgesehen sind Wind-Daten ein hoher wirtschaftlicher Wert. Das zeigt das Beispiel Straubenhardt, wo solche Daten nach der Pleite der Firma Wirsol zur Insolvenzmasse zählen. Was die Juwi-Planer trifft, sind Vorwürfe, nicht offen mit Informationen umzugehen. Das hätten sie immer offen getan, sagen sie. Selbst bei den Kosten für die Bürger seien erneuerbare Energien transparent. Die Subventionen für andere Energieträger seien dagegen gut versteckt.