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Pforzheim Drei Frauen kümmern sich darum

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Das neue Gleichstellungsteam an der Hochschule (von links): Monika Markert, Madeleine Häse und Susanne Schneider.Foto: Petra Jaschke Foto: Schwarzwälder Bote

Drei Gestalterinnen bilden das neue Gleichstellungsteam der Hochschule Pforzheim: Madeleine Häse, Monika Markert und Susanne Schneider.

Pforzheim. Seit Beginn des Sommersemesters ist es ihre Aufgabe, die Gleichbehandlung der Geschlechter fest im Hochschulalltag aller Fakultäten zu verankern. Durch die Pandemie hat sich der Start etwas verzögert und anders gestaltet, als erwartet. Nun aber arbeitet das Team im schnellen Takt.

"Es war eine Voraussetzung für mich, mit einem Team antreten zu dürfen", sagt Madeleine Häse. Die Professorin leitet den Studiengang Accessoire Design an der Fakultät für Gestaltung und wurde im Herbst 2018 an die Hochschule berufen. Formal ist sie die Amtsinhaberin der Gleichstellungsbeauftragten, in der Praxis übernehmen drei Frauen als Team die Aufgaben. Mit ihr Monika Markert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Transportation Design, und Susanne Schneider, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Schmuck.

Unterschiedliche Perspektiven

"Ich bin noch recht neu an der Hochschule und die Studiengangleitung fordert viel Zeit. Die Aufgabe fand ich aber so interessant, dass ich mich dafür entschieden habe", sagt Häse, die in Berlin aufwuchs und dort studierte. Markert und Schneider kennen die Hochschule gut – aus unterschiedlichen Perspektiven. Beide studierten in Pforzheim, beide gehören sie heute zum akademischen Personal und führen nebenher ein eigenes Label: Markert ist Mode-Designerin, Susanne Schneider gestaltet Schmuck. Für beide war es klar, den Posten anzunehmen: "Ich bin jetzt viele Jahre an der Hochschule und möchte mich einbringen. Ich will das System und die Prozesse unserer Institution verstehen und damit die Hochschule unterstützen. Manche Optionen sind versteckt, ob Sabbatical oder die Möglichkeiten bei der Pflege von Angehörigen zum Beispiel, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Es ist wichtig, für Transparenz zu sorgen", sagt Markert.

Emanzipatorische Themen

Auch Schneiders Motivation war die Mitgestaltung: "Wir wollen Menschen für das Thema Gleichberechtigung sensibilisieren. In den letzten Wochen mussten wir einen Rückschritt für Frauen beobachten, die Kinderbetreuung blieb oft an den Müttern hängen, auch wenn sie genauso wie die Väter im Home Office arbeiten mussten." Im Wissenschaftsbetrieb ist dies sogar belegt: Laut einer Studie des Unternehmens "Digital Science" publizieren Wissenschaftlerinnen in der Corona-Pandemie weniger als vorher. Im April sank der Anteil der wissenschaftlichen Artikel mit einer Erstautorin um mehr als zwei, im Mai sogar um sieben Prozentpunkte.

Und wie steht es um die Generation der jungen Frauen, die Studentinnen, mit denen sie täglich arbeiten? Sie sind viel offener und alles ist etwas selbstverständlicher, sind sich die drei Kolleginnen einig. "In den 1990er-Jahren ging es oft mehr um den Style, heute haben junge Frauen mehr Verantwortungsbewusstsein." Regelmäßig drehen sich Design-Abschlussarbeiten um emanzipatorische Themen. Auch wenn ihr Aufgabengebiet den Fokus Frauen hat, haben sie die Chancengleichheit aller im Blick. "Wenn wir die Geschlechter trennen, sind wir doch gleich wieder drin im Klischee."

Häse ist im Osten Berlins aufgewachsen: "Die Frauenrolle in der DDR war eine viel modernere: Beide Ehepartner konnten voll arbeiten, denn die Kinderbetreuung in Kitas war viel selbstverständlicher."

Als junge, weibliche Führungskraft fiel Häse auf, denn "die Chefetagen waren weitgehend männlich". Heute macht sie sich keine Gedanken mehr, dass sie eine Frau ist, sondern konzentriert sich auf die Sache. "Ich habe immer als Designerin gedacht und dieses Geschlechter-Spiel nie mitgespielt."

Die Amtszeit des Gleichstellungsteams beträgt drei Jahre. Die Aufgaben sind im Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG) verankert und sehr vielfältig: Begleitung von Berufungskommissionen für neue Professoren sowie Auswahlverfahren für akademisches Personal.

Eine weitere Aufgabe ist Präsenz innerhalb der Hochschul-Gremien (Fakultätsrat, Hochschulrat und Senat) sowie die Zusammenarbeit mit den Frauenbündnissen LaKoF und BuKoF, die Landes- und Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen.

Dazu kommen die Begleitung des Gleichstellungsplans, Betreuung von Förderprogrammen und die Konzeption von Veranstaltungen. "Ein großes Aufgabenpaket, das wir ohne die Arbeit unserer Vorgängerinnen Professorin Alice Chi und Professorin Silke Helmerdig nicht in dieser Form übernehmen könnten. Ihre Einführung in die Aufgaben ist eine große Unterstützung. "Sie ebneten den Gestalterinnen den Weg und arbeiteten an der Selbstverständlichkeit dieses Amtes in allen drei Fakultäten. Denn es ist klar, dass sie sich aus der Komfortzone begeben und anecken werden. Aber schließlich ergibt Reibung neue Energie – Energie, die sie nutzen werden für Chancengleichheit hoch drei.

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