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Pforzheim Corona-Homepage eingerichtet

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Romy Hartmann, Leitende Hebamme am Helios-Klinikum, und ihre Kolleginnen begleiten Frauen während der Geburt.Foto: Helios-Klinikum Foto: Schwarzwälder Bote

Das Krankenhaus ist ein Ort, an dem Gesunde nicht unbedingt sein möchten. Erst recht in Corona-Zeiten. Hochschwangeren Frauen, kurz vor der Entbindung, geht es da nicht anders. In Pforzheim können sie immerhin mit Blick auf eine Sache beruhigt sein: Ihre Partner dürfen sie bei der Geburt begleiten.

Das Helios-Klinikum hat auf seiner Homepage eine extra Seite mit Informationen zu Corona eingerichtet. Dort finden sich auch Infos und Links für Schwangere. Die Seite ist zu erreichen unter www.helios-gesundheit.de/kliniken/pforzheim/ueber-uns/aktuelles/corona-virus/. Auch das Siloah St. Trudpert Klinikum bietet gebündelte Informationen zum Thema Corona im Netz unter www.siloah.de/cms/siloah-st.-trudpert/patienten/informationen-corona_2179.html an. Infoabende für werdende Eltern und Kreißsaal-Führungen finden derzeit nicht statt.

Pforzheim. Eine Geburt ist eine Ausnahmesituation für Mutter, Kinder und den Vater. Das gilt erst recht in Corona-Zeiten. Darf der Partner überhaupt bei der Geburt dabei sein? Das ist die wohl größte Frage, die Hochschwangere derzeit umtreibt. In Pforzheim brauchen sie sich zumindest darüber keine Gedanken zu machen. Sowohl in den Kreißsälen des Helios-Klinikums als auch in denen des Siloah St. Trudperts ist eine Begleitperson erlaubt. Verbunden mit der Bedingung, dass diese Person weder an Covid-19 erkrankt ist, noch Kontakt zu einem Erkrankten hatte.

Trotzdem ist derzeit vieles anders für Frauen, die kurz vor der Entbindung stehen. "Man kann tatsächlich sagen, dass die meisten werdenden Eltern in Zeiten von Corona besorgt sind", berichtet Silke Bentner, Pressesprecherin des Helios-Klinikums. Sorgen machen sie sich vor allem wegen der Ansteckungsgefahr, auf der Wöchnerinnenstation gibt es Zweibettzimmer.

Dort herrscht ein Besuchsverbot, wie im Rest des Krankenhauses. Eine Ausnahme macht das Helios-Klinkum nur für die Partner der Frauen. Das Klinikum Siloah St. Trudpert ist strikter: Sogar die Männer dürfen in den Tagen nach der Geburt nicht mehr zu Besuch kommen. Sie müssen sich verabschieden, sobald die Mutter aus dem Kreißsaal auf die Station gebracht wird. Mit Blick auf das Besuchsverbot teilt das Krankenhaus mit: "Die Familien reagieren mit Verständnis und sind im Umgang mit der Situation gelassen."

Die meisten Wöchnerinnen und deren Partner hätten Verständnis, berichtet auch Bentner. Natürlich gebe es aber kulturelle Unterschiede, und "aus der eigenen kulturellen Überzeugung heraus fehlt hier manchmal das Verständnis für die derzeitigen Maßnahmen in unserem Klinikum". Romy Hartmann, die Leitende Hebamme, meint dazu ergänzend: "Auch Sprachprobleme stellen eine Hürde bei unserer Erklärung der derzeitigen Maßnahmen dar. Trotzdem konnten wir bis jetzt alle Situationen gut gemeinsam mit der Gebärenden und dem Partner meistern."

Die Erfahrung, dass sich hochschwangere Frauen vor allem Sorgen machen, dass sie sich in der Klinik mit dem Coronavirus infizieren könnten, macht auch Hebamme Margarete Wetzel von der Hebammenpraxis Pforzheim. Die Frauen seien sehr verunsichert. Konsequenz: "Es kommen viele Anfragen nach Hausgeburtshilfe." Aber so einfach und plötzlich lässt sich dieses Angebot nicht wiederbeleben.

Inzwischen bietet keine einzige Hebamme in der Stadt mehr Begleitung bei Hausgeburten an, sagt Wetzel. Politische Entscheidungen in der Vergangenheit würden es den Geburtshelferinnen praktisch unmöglich machen, Geburten zu Hause zu begleiten. Dazu kommt die sehr teure Haftpflichtversicherung. Da könne man das Angebot der Hausgeburt auch in Corona-Zeiten nicht einfach hochfahren.

Hausgeburten keine Option mehr

Weil Hausgeburten keine Option sind, ziehen sehr viele Frauen eine ambulante Entbindung in Betracht. Das passt zu dem, was Pressefrau Bentner aus dem Helios-Klinikum berichtet: Viele Schwangere fragen nach der Möglichkeit, das Krankenhaus nach der Geburt schnell wieder zu verlassen. "Insofern haben wir gerade mehr Anfragen für ambulante Geburten."

Dabei dürfen Mutter und Kind frühestens sechs Stunden nach der Entbindung und wenn sie abschließend untersucht worden sind, wieder heim gehen.

Dann beginnt die Arbeit der Hebammen, die Frauen im Wochenbett betreuen. "Grundsätzlich sage ich ja: Ich begleite sie zu Hause gerne", erzählt Wetzel.

Allerdings ist auch das wegen Corona hindernisreich. Normalerweise macht ein Kinderarzt bei den Neugeborenen noch vor der Entlassung aus der Klinik die U2 und einige Tests. Frauen, die mit ihren Babys wenige Stunden nach der Geburt schon heimkehren, müssen organisieren, dass ein niedergelassener Kinderarzt dies übernimmt. In die Praxis wollen sie wegen der Corona-Ansteckungsgefahr ungern gehen. Allerdings gibt es laut Wetzel nur noch vereinzelte Kinderärzte, die Hausbesuche anbieten.

Beide großen Pforzheimer Kliniken berichten übrigens, dass sie noch keine mit dem Virus infizierte Frau entbunden haben. Aber "für den Infektionsfall wurden weitreichende Schutzmaßnahmen getroffen, welche die Sicherheit von Mutter und Kind beziehungsweise aller Anwesenden gewährleisten", teilt das Siloah St. Trudpert mit.

Auch die Hebammen reduzieren wegen Corona die Zahl der direkten Kontakte mit den betreuten Frauen. Was eigentlich ein Hausbesuch wäre, wird nun per Anruf oder Videotelefonie erledigt. Manche setzen ihre Geburts- oder Rückbildungskurse aus. Andere bieten sie über Videokonferenz-Programme wie Zoom an, erzählt Wetzel.

Das Einschränken der Kontakte beruht auf Gegenseitigkeit, wie die Hebamme beobachtet hat. Auch die Frauen verzichten in Corona-Zeiten lieber auf direkte Kontakte – erst recht, wenn das Baby da ist.

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