Pforzheim - Ein wegen Kinderporno-Besitz angeklagter Schulleiter soll eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten bekommen und 2.000 Euro Strafe zahlen. Einen entsprechenden Strafbefehl beantragte die Staatsanwaltschaft am Dienstag vor dem Pforzheimer Amtsgericht. Der Angeklagte selbst erschien nicht. »Das hätte mein Mandant nicht ausgehalten«, sagte sein Verteidiger Klaus Schroth.

Ob der seit über einem Jahr suspendierte Rektor den Strafbefehl akzeptiert, ist noch offen. Angesichts der »medialen Vorverurteilung« könnte dies möglicherweise die pragmatischste Lösung sein, deutete sein Verteidiger jedoch an. Sollte er ihn ablehnen, »dann sehen unsere Strafvorstellungen anders aus«, sagte der Staatsanwalt.

Der 57 Jahre alte Mann soll knapp 60 Kinder- und Jugendpornos auf mehreren Computern gespeichert haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Der Fund der Dateien bei seinem Mandanten sei zwar unstrittig, sagte Schroth. Sie seien aber nicht nur einfach im Papierkorb des Computers, sondern tatsächlich in »gelöschtem Zustand« gewesen. Man müsse also sehen, dass »die Person, die diese Dateien hatte, sie nicht wollte«.

Der Rektor bestreitet die Vorwürfe. Im Vorfeld des Prozesses hatte er angegeben, die Bilder nie heruntergeladen zu haben. Sie seien vielmehr vermutlich schon auf den Festplatten gewesen, als er diese von einer Privatperson gekauft habe. Der Mann hat nun zwei Wochen Zeit, den Strafbefehl zu akzeptieren oder Einspruch dagegen einzulegen.

Die Staatsanwaltschaft war vor fast zwei Jahren im Rahmen eines anderen Verfahrens im Großraum Karlsruhe auf den Schulleiter aufmerksam geworden. Damals habe es erste Hinweise gegeben, dass der Mann Kinderporno-Dateien erhalten habe. Gegen den Angeklagten läuft auch ein Disziplinarverfahren.