Die Förderung des Einzelhandels und des Gewerbes war Hauptthema bei der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalverbands, Foto: Jähne Foto: Schwarzwälder Bote

Regionalverband: Planungsausschuss legt Schwerpunkt auf Balance zwischen Wohnen und Gewerbe

Der Planungsausschuss des Regionalverbands Nordschwarzwald tagte einmal mehr virtuell. Punkt eins auf der Tagesordnung: Die Gesamtfortschreibung des Regionalplanes zur künftigen Steuerung der gewerblich-industriellen Entwicklungen in den Kommunen.

Pforzheim. Zwei Modelle standen dem Gremium zur Auswahl, wobei das Letztere, auch als Modell B – "Bodensee-Oberschwaben-Neckaralb" – die allgemeine Zustimmung erhielt: Hier wird ein Schwerpunkt auf die Balance von Wohnen und Gewerbe fixiert, was bedingen soll, dass Menschen, die im Ort arbeiten, auch gebietsnah leben.

Interkommunale Gewerbegebieten sind eine weitere wichtige Facette. Bereits jetzt bestünde ein Bedarf von 500 Hektar Flächen im Gebiet Nordschwarzwald, wobei immer die Marktfähigkeit der einzelnen Standorte berücksichtigt werden muss.

Günstige Verkehrsanbindungen und ein Potenzial von verfügbaren Fachkräften ist ein weiterer Aspekt, der zur Vergabe der Standorte beiträgt. Verbandsdirektor Matthias Proske will daher den "Schulterschluss mit dem Kommunen suchen", um produktive Zusammenarbeiten zu erwirken. Joachim Wildenmann von den Grünen sprach sich allerdings gegen einen "überproportionierten Flächenverbrauch" aus Gründen des Umweltschutzes aus.

Außerdem befasste der Ausschuss sich mit der Steuerung des Einzelhandels und aktuellen Problemlagen in der Region. Da ging es um die Verödung der Innenstädte und die Verlagerung des Einzelhandels an andere Standorte, was Versorgungslücken vor allem im ländlichen Raum nach sich zieht.

Aus diesem Grund soll die Landesregierung in einem Schreiben dazu aufgefordert werden, die Ziele und Grundsätze zur Steuerung des Einzelhandels so zu flexibilisieren, dass die Grundversorgung der Bevölkerung auf der einen Seite gewährleistet ist, ein erfolgreiches unternehmerisches Handeln jedoch nicht gefährdet wird.

Zugestimmt wurden dem Flächennutzungsplan in Bezug auf die interkommunale Gewerbeentwicklung mit dem Titel "Kompass81" in Empfingen sowie dem Bebauungsplan "Saier Nord" in Alpirsbach. Bei Letzterem handelt es sich um die Vergrößerung des Firmengeländes des namensgebenden Verpackungsherstellers.

In Bezug auf den "Kompass81" wird dem geplanten Gewerbegebiet entlang der Bundesautobahn 81 eine Gesamtfläche von etwa 49,5 Hektar zugewiesen. Angrenzende Grünzüge, die unter anderem der Naherholung dienen, sollen allerdings von den Baumaßnahmen verschont bleiben.

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