ie Freude über die neuen Räume ist bei der Belegschaft des Pflegeheims St. Luitgard groß. Für die Bewohner beginnt der Umzug aus dem Bestandsgebäude am Mittwoch, 17. August. Foto: Störr

Der erste Neubau-Abschnitt des Oberwolfacher Pflegeheims St. Luitgard ist mit Musik, Ansprachen und Gottes Segen eröffnet worden. Für die 26 Bewohner des Bestandsgebäudes geht es ab Mittwoch an den Umzug in den Neubau.

Oberwolfach - Caritas-Geschäftsführer Ralph Schmieg begrüßte zahlreiche Gäste in der neuen Cafeteria im Erdgeschoss des Neubaus. Dort wird auch die Verwaltung ihre neuen Räume beziehen und in den kommenden Wochen die Kapelle eingerichtet. Ein gelb beleuchtetes Glasfenster mit Abbildung der seligen Luitgard ist bereits eingebaut.

"Obwohl das keine offizielle Einweihung ist, möchte ich es doch als Meilenstein bezeichnen", erklärte der Geschäftsführer. Auch wenn der Standort für die Arbeitnehmer wie Besucher des Pflegeheims eine gewisse Herausforderung darstellen würde, punkte Oberwolfach aufgrund der Gemeinschaft und des Zusammenhalts.

In der Gemeinde gebe es ein großes Interesse daran, was gebaut werde. "Wir wollen hier leben, lachen, singen, tanzen und das Leben genießen – bis zum letzten Atemzug. Und erst dann treten wir die Heimreise an", blickte Schmieg voraus.

Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind erinnerte zunächst an die ersten Überlegungen, nachdem 2013 die Landes-Heimbau-Verordnung mit neuen Vorschriften die Frage nach dem Weiterbetrieb des Pflegeheims aufgeworfen hatte. Ab 2016 habe man sich dann sehr intensiv mit der Thematik beschäftigt, die Bürger beteiligt, europaweit ausgeschrieben und schließlich zwei gute Bewerber für den Betrieb des Pflegeheims gewinnen können. "Das Grundstück war ein großer Glücksfall – und es war ein großer Glücksfall, dass wir uns zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg gemacht haben", betonte der Bürgermeister.

Großer Standortfaktor für die kleine Gemeinde

Mit der Lahrer Firma Eichner-Bau habe man einen guten Partner an der Seite. Für die kleine Gemeinde Oberwolfach sei das Pflegeheim ein großer Standortfaktor und der Caritas-Verband Kinzigtal ein kompetenter Träger. Der Abriss des Altbaus sei durch den Gemeinderat vergeben worden, damit könne es mit dem zweiten Bauabschnitt bald weitergehen.

Seitens der ausführenden Baufirma informierte Geschäftsführer Christian Surbeck über die Eckdaten. Der Spatenstich habe im Dezember 2020 stattgefunden und bis zur letzten Minute sei fleißig gearbeitet worden. Es sei ein Tag, um in alle Richtungen Danke für die gute Zusammenarbeit zu sagen, auch bei den Nachbarn, da eine Baumaßnahme immer mit Beeinträchtigungen verbunden sei.

"Wenn auch der zweite Bauabschnitt fertig ist, haben wir 16 500 Kubikmeter umbauten Raum, das entspricht etwa zehn bis zwölf Einfamilienhäusern", erklärte Surbeck. Die Nutzfläche betrage 3700 Quadratmeter, am Ende sollen 52 Zimmer zur Verfügung stehen. Bisher wurden 1450 Tonnen Beton und 31 Tonnen Stahl verbaut. Eine Besonderheit seien die Bad-Zellen gewesen: Die seien als komplette Fertigteile via Kran eingebaut und angeschlossen worden.

"Die fünf Wohnungen im Obergeschoss werden im Oktober fertig sein", blickte der Geschäftsführer voraus.

Wenn der Umzug der Bewohner abgeschlossen sei, würden die Abriss-Arbeiten am Bestandsgebäude beginnen, damit im November die Rohbauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt starten könnten. "Ende 2023, Anfang 2024 soll dann alles komplett fertig sein", erklärte Christian Surbeck.

Dekan Willi Bröhl oblag die Segnung des Hauses, das den Bewohnern ein festes Fundament und Heimat wäre.

Info: Rundgang

Im Anschluss an die Schlüsselübergabe von der langjährigen Haus- und Pflegedienstleiterin Monika Bächle an ihre Nachfolgerin Kathrin Kesy gab es einen Rundgang durch das neue Gebäude. Die Wohnungen im Obergeschoss des Hauses werden unabhängig von der Pflege über die Sozialstation zur Vermietung angeboten.